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Ars Lipsiensis Preis 2009 geht an Roman Wilhelm

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Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 11:53 Uhr
Dresdner Bank Leipzig vergibt zum 17. Mal ihren Kunstpreis an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Im Rahmen der Urkundenvergabe für die Meisterschüler/innen teilte am 5. Oktober 2009 Christian Prager, Mitglied der Geschäftsleitung der Dresdner Bank Leipzig, den neuen Preisträger des renommierten Kunstpreises Ars Lipsiensis mit. Die Jury hatte sich bereits in der vergangenen Woche mit 20 Künstlerpositionen aus den vier Studiengängen Malerei / Grafik, Fotografie, Buchkunst / Grafik-Design und Medienkunst auseinandergesetzt und entschieden, den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis an Roman Wilhelm zu vergeben. Er ist der erste Preisträger aus dem Bereich Buchkunst / Grafik-Design. Den Anerkennungspreis in Höhe von 1.000 Euro erhält Cindy Schmiedichen.

Der Ars Lipsiensis wird seit 1993 vergeben. Dieser Preis, der seit vielen Jahren einen festen Platz unter den Kunstpreisen innehat, würdigt herausragende Meisterschülerarbeiten an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die Dresdner Bank möchte mit diesem Engagement die künstlerische Entwicklung von besonders begabten Studierenden der HGB beim Übergang in die freiberufliche Existenz fördern. Mitglieder der Jury 2009 waren: Prof. Joachim Brohm (Rektor der HGB), Christian Prager und Gisela Wolfram (Dresdner Bank Leipzig), Dr. Jeannette Stoschek (Museum der bildenden Künste Leipzig) und Matthias Graf (Kulturamt Leipzig).
 
Roman Wilhelm, geboren 1976, studierte zunächst Kommunikationsdesign an der Hochschule für Kunst und Design Halle (Diplom: 2004). 2006 begann er sein  Meisterschülerstudium an der HGB Leipzig in der Klasse für Schrift im Feld digitaler Medien unter der Leitung von Prof. Fred Smeijers. Seit 2002 war Wilhelm regelmäßig in Asien, arbeitete z.B. im Jahr 2007 als Art Director für Info Town Media Co. Ltd. (China) und leitete 2009 Workshops an der Hong Kong Polytechnic University, School of Design sowie an der Seoul National University. Seine Arbeiten waren bereits mehrfach in Ausstellungen zu sehen, u.a. in Shanghai (Room With A View Gallery), in Hamburg (Land’s End / Hafen City) sowie im Nanjing Arts Institute.
 
Roman Wilhelm erhält den Ars Lipsiensis 2009 für die Entwicklung der Schrift „Sung New Roman“ vor dem Hintergrund, eine neue lateinische Schrift im chinesischen Kontext zu gestalten. In seiner Arbeit, die sich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst bewegt, beschäftigt sich Wilhelm seit Jahren zentral mit bilingualer Typografie. Während seiner täglichen Satzarbeit für bilinguale Printprodukte wurde er immer wieder mit gleichen Problemen konfrontiert. Probleme, die „Sung New Roman“ überwinden soll, sind beispielsweise: unterschiedliche Grauwerte, Höhen und Verhältnisse zur Grundlinie, so dass in der bisherigen Kombination lateinischer Schriften und chinesischer Zeichen häufig kein harmonisches Gesamtbild entstand. Wilhelms Ziel war es, formale und philosophische Kriterien chinesischer Typografie in einer neuen lateinischen Schrift zu berücksichtigen. Er versteht seine Arbeit damit ganz direkt als ein Werk im Zentrum des typografischen Kulturaustausches. Bislang liegt „Sung New Roman“ in vier Schnitten vor – Roman Wilhelm wird die Arbeit daran fortsetzen, so dass sie in naher Zukunft auf dem Markt erhältlich ist.
 
Cindy Schmiedichen, geboren 1977, begann 1999 ihr Studium an der HGB zunächst im Studiengang Buchkunst / Grafik-Design. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in der Schweiz wechselte sie 2003 an der HGB in den Studiengang Medienkunst – und absolvierte ihr Diplom- und Meisterschülerstudium in der Klasse für Intermedia unter der Leitung von Frau Prof. Alba D’Urbano. Neben ihren eigenen Projekten hat Cindy Schmiedichen während ihres Meisterschülerstudiums 2008 gemeinsam mit drei Kommilitonen das „Projekt Kaufhaus Joske“ (www.projektkaufhausjoske.de ) gegründet.
 
Parcours
Für ihre Installation „Parcours“ erhält Cindy Schmiedichen den diesjährigen Anerkennungspreis zum Ars Lipsiensis. In ihrer Arbeit arrangiert die Künstlerin Objekte und Objektgruppen, die in einem speziell ausgesuchten Raum während eines längeren Prozesses regelrecht komponiert und in einen Dialog miteinander gebracht werden. Aus alltäglichen Dingen wie Holz, Klebeband, Gips, Fäden und Wachspapier entsteht auf diese Art und Weise eine fragile temporäre Szene. Der Moment der Irritation spielt dabei eine große Rolle, denn ganz beiläufig erscheinende Teile – wie Klebebänder an Wand und Decke – erwecken die Frage, ob diese Bestandteile der Arbeit sind... oder nicht. Der gesamte Raum wirkt wie in einem Schwebezustand, wie eine Momentaufnahme vor dem Wanken und Kippen. Dr. Jeannette Stoschek sagt darüber: „Die Künstlerin sucht das Potenzial in den Dingen und ihren Orten. Mit Bildern, Skizzen, Gegenständen und Geschichten hält sie es fest, um es in einem weiteren Prozess zu verarbeiten und für den Betrachter das Verborgene sinnlich und visuell erfahrbar zu machen.“ Schmiedichen selbst bezeichnet sich als Sammlerin, Archivarin und Spurensucherin. Die Meisterschülerarbeit der Künstlerin ist noch bis zum 30.10.2009 im Kellerraum der Galerie Eigen+Art Leipzig zu sehen – in der Meisterschülerausstellung im Hochschulgebäude zeigt sie einen Verweis auf diese Installation.

Meisterschülerausstellung:
Dauer: 06. bis 30. Oktober 2009, Öffnungszeiten: Mi – Fr 12.00 – 18.00 Uhr, Sa 10.00 – 15.00 Uhr

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