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Kultur ein Leben lang - Perspektiven für eine Kultur im Alter

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Mittwoch, den 14. Oktober 2009 um 09:24 Uhr
Bildung und Kultur sind nicht nur in jungen Lebensjahren von großer Bedeutung, sondern gerade auch im Alter. Ältere Menschen sind Vermittler von Traditionen und Erfahrungen und ebenso innovative und kreative Vordenker für zukünftige gesellschaftliche Aufgaben. Das Produzieren und Rezipieren von Kultur fördert das Interesse an Politik, am gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Zusammenwirken sowie die Offenheit gegenüber neuen Medien und Technologien. Zudem ist erwiesen, dass sich kulturelle Aktivitäten positiv auf den Gesundheitszustand auswirken und bis ins hohe Lebensalter gesellschaftliche Teilhabe und Lebensfreude ermöglichen können.

Um das Bewusstsein für die Altenkultur zu stärken und sowie die Notwendigkeit einer öffentlichen Förderung der Altenkultur deutlich zu machen, haben der Deutsche Kulturrat, Spitzenverband der Bundeskulturverbände, und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V., die Interessenvertretung der älteren Generationen in Deutschland, gemeinsam mit Experten aus dem Bereich der Altenkulturarbeit eine Stellungnahme mit Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Altenkultur formuliert.

Zentrale Forderungen des Deutschen Kulturrates und der BAGSO sind:
  • die Stärkung des Bewusstseins für die Altenkultur sowie die Notwendigkeit einer öffentlichen Förderung der Altenkultur in der Politik,
  • die Gleichstellung der Altenkulturarbeit und der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in den Ländern,
  • die Verstärkung intergenerationeller Angebote für jüngere und ältere Menschen,
  • der Ausbau vorhandener Strukturen mit dem Ziel, eine breite Basis zu erreichen,
  • eine langfristige Förderung der Altenkulturarbeit durch den Bundesaltenplan, die der demografischen Entwicklung entspricht,
  • die Öffnung der Altenkulturarbeit für ältere Migrantinnen und Migranten und ihre kulturellen Interessen, Bedürfnisse und Erfahrungen,
  • der Ausbau niedrigschwelliger Angebote, die auch Menschen ohne Vorkenntnisse Zugänge zur kulturellen Bildung eröffnen,
  • die Verstärkung mobiler Angebote wie Medienbusse und „Kulturkoffer“ für körperlich eingeschränkte ältere Menschen, die es ihnen erlauben, auch in ihrer nächsten Umgebung an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen,
  • ein Kulturpass, der zum vergünstigten oder kostenlosen Theater- oder Opernbesuch berechtigt, für finanziell weniger gut gestellte Ältere.
Zudem empfehlen der Deutsche Kulturrat und die BAGSO:
  • Verbänden und Kultureinrichtungen, vermehrt Angebote im Bereich der Altenkulturarbeit zu entwickeln und Möglichkeiten für Ältere zu schaffen, künstlerisch aktiv zu werden
  • den Seniorenvertreterinnen und -vertretern in den Kommunen, das Thema Altenkultur in ihre Aktionsprogramme aufzunehmen
  • eine stärkere Vernetzung der Anbieter auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, um Interessen zu identifizieren und über Angebote und erfolgreiche Modellprojekte zu informieren
  • den Abbau von Zugangsbarrieren. Damit sind nicht nur finanzielle oder bauliche Barrieren wie zum Beispiel fehlende Rampen und Fahrstühle, schlecht lesbare Programme oder fehlende Induktionsschleifen für Hörbehinderte gemeint, sondern auch geistige Hemmschwellen, durch die die Potenziale der älteren Generationen nicht wahrgenommen werden.

„Der BAGSO ist es wichtig, deutlich zum machen, dass zum einen ältere Menschen im großen Umfang kulturelle Angebote wahrnehmen, also auch im Bereich der Kultur und der kulturellen Bildung einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellen. Zum anderen begreifen immer mehr Ältere das Alter als eine Lebensphase, in der sie die Chance haben, selbst künstlerisch tätig zu werden. Zudem engagieren sich Ältere ehrenamtlich in Bibliotheken, Museen und anderen Kultureinrichtungen. Hier sind sowohl die Senioren-Organisationen als auch die Kultureinrichtungen gefordert. Durch die Stellungnahme wollen wir sie animieren, sich des Themas verstärkt anzunehmen“, so der Stellvertretende Vorsitzende der BAGSO, Karl Michael Griffig.
Der Stellvertretende Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, sagte: „Mit der gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Kulturrates und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen sollen der Stellenwert und die Notwendigkeit einer öffentlichen Förderung der Altenkultur deutlich gemacht werden. Aufgrund des demografischen Wandels ist es notwendig, in die Potentiale der älteren Generationen als Vermittler, Produzenten und Konsumenten von Kunst und Kultur zu investieren, um auch im Bereich der kulturellen Bildung eine Generationengerechtigkeit zwischen Jung und Alt herzustellen. Viele klassische Kultureinrichtungen wie Museen, Theater, Opernhäuser oder Bibliotheken, entwickeln bereits spezifische Angebote, die die Interessen älterer Menschen berücksichtigen. Diese Angebote auszubauen, wird in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe im Kunst- und Kulturbereich sein.“

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