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Sammlung der Kunsthalle Emden: zwei Jawlensky-Gemälde wahrscheinlich nicht echt

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Montag, den 09. Dezember 2013 um 14:30 Uhr
Eine von der Kunsthalle Emden beauftragte kunsttechnologische Untersuchung ergab jetzt, dass zwei Werke aus der Sammlung des Museums nicht länger dem Maler Alexej von Jawlensky zugeschrieben werden können. Im Zuge der Vorbereitungen zur Ausstellung „Horizont Jawlensky“ (21.06.-19.10.2014) zum 150. Geburtstag des bekannten Künstlers hatte die Kunsthalle diese beiden Gemälde durch Mitarbeiter des wissenschaftlichen Beirats der Alexej von Jawlensky-Archiv S.A. untersuchen lassen.

Anlass dazu hatte eine Anfrage von Angelica Jawlensky Bianconi vom Alexej von Jawlensky-Archiv, Locarno (CH) gegeben. Sie informierte das Haus über Zweifel an der Echtheit der Werke „Manola mit violettem Schleier“ (CR 507) und „Landschaft Oberstdorf“ (CR 543). Beide Gemälde sind im Catalogue Raisonné (Bestandskatalog) des Künstlers verzeichnet, der von der Jawlensky-Stiftung geführt wird.

Der Bericht liegt der Kunsthalle nun vor. Darin heißt es: „Beiden Arbeiten muss die Urheberschaft Alexej von Jawlenskys abgesprochen werden aufgrund kunstwissenschaftlich-stilistischer, kunsttechnologischer (mal- und materialspezifischer) und provenienz-relevanter Kriterien. Nach derzeitigem Erkenntnisstand handelt es sich um anonyme Arbeiten.“

„Wir halten es für wichtig, dieses Ergebnis der Öffentlichkeit mitzuteilen“, sagt Direktor Dr. Frank Schmidt. Gerade in der letzten Zeit wurden mehrere internationale Kunstskandale aufgedeckt, die auch bekannte Experten und große Sammlungen betrafen. „Kunstfreunde und Besucher müssen darauf vertrauen können, dass Museen mit dieser Problematik besonders verantwortungsvoll und transparent umgehen.“
Die beiden Werke wurden in den 70er Jahren von Henri Nannen, dem Gründer der Kunsthalle, im renommierten Kunsthandel erworben und gingen später in die Sammlung des Museums ein. Bedenken an der Echtheit von Werken des Künstlers hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Direktor Dr. Schmidt schreibt es den heute möglichen Prüfungsmethoden zu, dass diese Fragen nun neu aufgeworfen und geklärt werden.

Im Umfeld der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ zählt Jawlensky zu einem der wesentlichen Protagonisten der Klassischen Moderne. Die Preise für Werke des populären Künstlers erreichen inzwischen hohe sechs- bis siebenstellige Summen. Nicht zuletzt deswegen gehört er zu den bei Fälschern besonders beliebten Künstlern. Das Jawlensky-Archiv in Locarno hat eine Material-Datenbank angelegt. Die Referenzdaten ermöglichen es nun, durch naturwissenschaftliche Materialprüfung der Echtheitsfrage nachzugehen. Bereits in der Vergangenheit hat das Jawlensky-Archiv aufgrund von kunsttechnologischen Untersuchungen Werke aus dem Catalogue Raisonné entfernen können.

Quelle: Kunsthalle Emden

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