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Im Land des Schimmelreiters

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Samstag, den 18. Juli 2009 um 09:07 Uhr
Die Silbe "na" dient dem Nordfriesen, als Reaktion auf eine Äußerung in unterschiedlicher Länge und Betonung gebraucht, zum Ausdruck einer ganzen Bandbreite von Empfindungen. Ausgeprägte Skepsis gegenüber dem Gesagten kann damit ebenso deutlich gemacht werden wie höchste Anerkennung. Diese Beobachtung stellte Dr. Gerd Eversberg an den Beginn seiner Lesung "Im Land des Schimmelreiters". Ein interessiertes Publikum hatte sich im voll besetzten Vortragssaal des Nordfriisk Instituut in Bredstedt eingefunden zur zweiten Veranstaltung der vom Institut durchgeführten und von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG geförderten Reihe 19. Nordfriesisches Sommer-Institut.

Eversberg, Germanist und Leiter des Husumer Storm-Zentrums, las Geschichten aus seinem jüngst erschienenen Buch "Theodor Storm lässt grüßen". Darin ging es nicht nur um den Gebrauch kurzer Sprachformeln, den die ansonsten eher wortkargen Friesen - so die Beobachtung des Referenten in mehr als zwei Jahrzehnten Nordfriesland-Aufenthalt - virtuos beherrschen. Auch die Entwicklung der Sitten wurde zum Thema. Musste den Nordfriesen noch vor wenigen Jahrhunderten, so Eversberg unter Bezugnahme auf den Sylter Chronisten C. P. Hansen, der Brauch des "Quabeltrankes", also des Ertränkens unerwünschter Personen im Sielzug, bei Todesstrafe verboten werden, sind sie heute zuvorkommende Gastgeber.

Den launig gefassten Geschichten liegt die Erfahrung zahlreicher anregender und in vieler Hinsicht lohnender Begegnungen ebenso zugrunde wie die mit der Region verbundene Literatur, so Eversberg. Vor allem anhand der Novellen von Theodor Storm und insbesondere anhand der intensiven Beschäftigung mit Elementen der realen nordfriesischen Szenerie und den Überlieferungen, aus denen Storm schöpfte, eröffnen dem wachen Beobachter manche Einsicht zur Mentalität der Nordfriesen. Spannend war es auch, so der Referent, die zum Teil mit dieser Mentalität verbundene Einstellung Storms selbst etwa zum Übersinnlichen oder zum Leben nach dem Tode zu erforschen.

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