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Das Theaterhaus Mitte Berlin zieht um

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Mittwoch, den 01. Juli 2009 um 09:09 Uhr
Das Theaterhaus Mitte am Koppenplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Produktionsort für freies Theater entwickelt. Rund 2000 Künstler arbeiten jährlich in den kostengünstigen Proberäumen. Dabei entstehen bis zu 250 Produktionen, die in Berliner Spielstätten, aber auch überregional und international zur Aufführung kommen. So ist unser Haus immer mehr zu einer temporären Heimat und Kommunikationsplattform der freischaffenden Künstler geworden. Durch Festivals und Veranstaltungsreihen sowie durch internationale Kooperationen ist es mittlerweile auch international bekannt.

Im vergangenen Jahr schien für das Theaterhaus das Aus gekommen zu sein, als wegen des plötzlich gestiegenen Bedarfs an Grundschulplätzen der Bezirk Mitte beschloss, das Haus wieder in eine Grundschule umzuwandeln und sich als Träger der Einrichtung zurückzuziehen. Weit über 7000 Unterzeichner, darunter viele prominente Kulturschaffende, forderten in einem Offenen Brief an den Kultursenator, das Theaterhaus als wichtige Institution für die Kultur des Landes Berlin zu erhalten. Die kulturpolitischen Sprecher aller Fraktionen haben sich für den Erhalt des Theaterhauses ausgesprochen und bekräftigt, dass diese zentrale Einrichtung eine Landesaufgabe sei.

Nach eineinhalbjährigem Kampf um eine Zukunftsperspektive für das Theaterhaus konnte in Verhandlungen mit Senat und Bezirk nun ein neuer Standort an der Wallstraße 32 südlich der Fischerinsel gefunden werden: wiederum ein leer stehendes Schulgebäude, das ab dem 1. Juli bezogen werden kann. Neben dem Wegfall einer richtigen Studiobühne, an deren Ersetzung in den nächsten Monaten gearbeitet wird, bleibt jedoch, auch am neuen Standort, die prekäre Situation des Theaterhauses zunächst bestehen. Da der Bezirk Mitte sich in Zukunft aus der Unterstützung des Theaterhauses zurückziehen wird, gibt es bis Ende dieses Jahres eine Zwischenlösung: Vom 1. August bis zum 31. Dezember 2009 kann Förderband e.V., der Projektträger des Theaterhauses, das Gebäude zu den Bedingungen der Kostenmiete (d.h. den real entstehenden Kosten) mieten. Bis zum Herbst 2009 muss die Senatsverwaltung für Finanzen die Übertragung der Immobilie Wallstraße 32 aus dem Bezirksvermögen an den Treuhänder, die Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), vollzogen haben, um die zukünftige Nutzung des Theaterhauses als Produktionszentrum für freies Theater ab 2010 zu gewährleisten.

Ab Januar 2010 wird eine Förderung von circa € 100.000 jährlich benötigt, um das Theaterhaus weiter zu Konditionen betreiben zu können, die für die Theaterproduktionen bezahlbar sind. Die Bewilligung dieser Förderung, die den Erhalt und die Fortentwicklung des zentralen Berliner Produktionszentrums für die freie Theaterszene sichern würde, ist abhängig von einer Entscheidung des Senats, der darüber im Rahmen seiner Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2010/11 befinden wird. Sollten diese Senatsentscheidungen zu Ungunsten des Theaterhauses getroffen werden, gibt es für das Zentrum kaum eine Chance über das Jahr 2009 hinaus. Damit wäre eine weit über Berlin hinaus strahlende Perspektive verloren, denn mit verdoppelter Raumkapazität, entwicklungsfähigen Freiflächen, erweitertem Beratungs- und Vernetzungsangebot könnte das neue Theaterhaus Berlin zu einer richtungsweisenden Institution in einer sich verändernden Kulturlandschaft werden.

Am 3. Juli laden das Theaterhaus und die Nutzerinitiative zu einer Auftaktveranstaltung unter dem Motto „first contact“ ein. Bei der Veranstaltung gibt es neben künstlerischen Beiträgen um das und im neuen Haus ein Eröffnungsprogramm zur „Schlüsselübergabe“ um 19 Uhr. Danach besteht die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen und öffentliche Proben und Performances zu erleben. Mit Programmbeiträgen erwartet werden unter anderen Gina Pietsch, Norbert Hülm, die Band Yoko, Vanessa S. und Band, Tobias Dutschke, die Associazione Brucaliffo mit Clowns Storm, eine Kooperation der Gruppe aus L'Aquila (Abruzzen) mit The Working Party (Berlin/Glasgow) sowie das Theater Anu mit Teilen der poetischen Lichtinszenierung "Die große Reise".

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