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Kunsthaus Zürich zeigt Katharina Fritsch

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Dienstag, den 02. Juni 2009 um 11:05 Uhr
Vom 3. Juni - 30. August 2009 zeigt das Kunsthaus Zürich eine Retrospektive und neue Arbeiten von Katharina Fritsch, einer der bedeutendsten bildenden Künstlerinnen der Gegenwart. Bekannt für ihre grossen, hypnotisch wirken­den Skulpturen, die sich in Sekundenschnelle einprägen, spielt Fritsch mit den archaischen Vorstellungen, Wünschen und Ängsten des Menschen. Ihre aktuellen Arbeiten erschliessen neue künstlerische Bereiche, darunter auch den Eros aus dem Blickwinkel der Frau.

Katharina Fritsch (*1956) ist eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Werke - auf den zweiten Blick Skulpturen - befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen und sind eher dreidimensionale Bilder, energetische Präsenzen im Raum. «Warengestell mit Madonnen», 1989, «Tischgesellschaft», 1988, oder «Elefant», 1987, sind auf Grund ihrer bildhaften Prägnanz fest im kollektiven Gedächtnis des Kunstpublikums verankert und auch Teil der 80 Objekte umfassenden Retrospektive im Kunsthaus Zürich. Dort war die Künstlerin bereits in den thematischen Ausstellungen «Hypermental» (2000) und «Zeichen und Wunder» (1995) vertreten. Diese wurden - wie die aktuelle Präsentation - von Bice Curiger kuratiert.

Einflüsse von minimal Art bis Popkultur

Heute lässt sich in der gut dreissigjährigen Entwicklung des Oeuvres dieser Künstlerin eine eindrückliche Kohärenz und Tiefe der Themen und Motive aufzeigen. Die Bilder stehen grossformatig als plastische und doch unfassbare «Erscheinungen» im Raum. Wer sie betrachtet, begreift sofort - und ringt doch mit einem sich dahinter verbergenden Sinn. Die Machart, eine von jeglicher persönlicher Handschrift getilgte Oberfläche der Skulpturen, ausgeklügelte Proportionen und die immateriell leuchtenden, monochromen Farben der neuerdings entstehenden Siebdrucke, offenbaren Fritschs Schulung an der Strenge der Minimal Art sowie das Interesse für Künstlichkeit und überindividuelle kulturelle Prägungen.

Vom koch über den Garten zum lächelnden doppelbett

Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich präsentiert zur Hälfte jüngere und ganz neu entstandene Arbeiten, darunter grossformatige «Raumbilder» als präzises Zusammenspiel von Skulpturen und ätherisch wirkenden, grossformatigen Siebdrucken.

Gleich am Eingang empfängt das eintretende Publikum ein hellgelber Koch, der einen hellgelben Teller mit hellgelbem Kotelett, Kartoffeln und Erbsen präsentiert. Die Figur steht strahlend hell vor einem grossen Bild eines düster wirkenden Gasthofs, dem «Schwarzwaldhaus». Die erste Begegnung mit Katharina Fritschs Kunst setzt hier beim Eintreten schon jene widersprüchlichen Gefühle frei, die programmatisch sind für viele ihrer Arbeiten. Während das Auge von den realistischen Zügen des gleichzeitig so «charakteristisch» irrealen Kochs und den verführerisch samtschwarzen Tönen des Bildes angezogen ist, mag einem die Situation am Eingang einer Ausstellung auch ziemlich direkt die Frage aufdrängen: Ist das Museum ein Gasthof? Ist die Kunst nichts als eine zum feierlichen Verzehr feilgebotene Konsumation? So machen diese ersten Sekunden in verwirrender Weise die eigenen Stereotypien der Erfahrung bewusst und unsere Verstrickungen und Verquickungen mit einer elementaren, uns alle verbindenden Welt der Bilder. Und sie stimmen ein auf diesen spezifischen Ton zwischen abgründiger Melancholie und subtilem Humor, der über dem Ganzen zu schweben scheint.

Prominentes weiteres Beispiel ist das grosse Ensemble um die Figur «Frau mit Hund» von 2004. Dieses besteht aus einer aus rosa Muschelformen kom­ponierten Frauengestalt, 32 an der Decke schwebenden Schirmen und vergrösserten Postkartenbildern. In ihm wird die komplexe Aura einer Stadt wie Paris evoziert. Das Werk zielt auf Assoziationen zu Rokoko und Populärkultur und beschwört auf souveräne Art das schwierige Thema der Leichtigkeit. Wäh­rend sich eine bestehende Werkgruppe noch wie eine seltsam moderne Elegie dem Thema «Garten» widmet, lädt Fritsch mit einer der neusten Arbeiten in ein «Meta-Schlafzimmer» ein. In dem mit Rosenblättern übersäten, «lächelnden» Doppelbett und den männlichen Pin-Ups an der Wand, begibt sich die Künstlerin mit subversiver Fröhlichkeit als Frau in ein männlich besetztes Terrain der Kunstgeschichte.


 
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