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Die Neueröffnung des Israel-Museums

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Dienstag, den 03. August 2010 um 15:48 Uhr
Der Geist von Givat Ram.
Die Neueröffnung des Israel-Museums in Jerusalem nach dreijährigen Renovierungsarbeiten zeugt von einer enormen kulturellen Investition. Das Museum wurde für umgerechnet etwa 76 Millionen Euro – vorwiegend von privaten Spendern und Stiftungen - erneuert, und die Ausstellungsfläche auf 58 000 Quadratmeter erweitert, wodurch nun die gleichzeitige Präsentation von archäologischen Funden und Kunstwerken aus allen Epochen ermöglicht wird. Die Stellung des Museums unter den Museen der Welt und seine Position als Israels primäres kulturelles Zentrum werden dadurch bekräftigt.

Das Ereignis sollte daran erinnern, dass Israel auf der Weltkarte auch dank eines reichen geistigen Erbes und exzellenten kulturellen und künstlerischen Schaffens herausragen kann und nicht nur dank seiner Kriege. Darüber hinaus macht es deutlich, dass die „Felsen unserer Existenz“ und die „Stätten des Erbes“ des Israeli-Seins nicht notwendigerweise umstritten sein müssen, eingehüllt in religiöses Gewand oder in Landesteilen angesiedelt, deren Zukunft diskutabel ist.

In Zeiten, da wir architektonischer Megalomanie und korrupter Planung ausgeliefert sind (der Neubau des Habima-Theaters und das Holyland-Projekt sind nur Beispiele dafür), ist der Sinn für Maß und Geschmack derjenigen zu loben, die die Renovierung des Israeli-Museums planten. Sie haben neue Eingangshallen, originelle Übergänge und bequeme Zugänge zu den Ausstellungshallen hinzugefügt – und all das, ohne die ursprüngliche, zurückhaltende und ‚rustikale‘ Anlage zu beschädigen, die sich bescheiden über den Höhenzug von Givat Ram erstreckt und in ihn einfügt.

Der feierliche Neueröffnung des Museums und die internationale Berichterstattung darüber bringen das Gefühl zurück, dass die Eröffnung des Museums im Jahr 1965 begleitete. Im Leitartikel der Haaretz wurde damals die Hoffnung ausgedrückt, dass „Israel dank dieses Unternehmens einen Platz auf der Weltkarte der Museen erhalten“ werde, „in mancher Hinsicht bescheiden, aber in anderer Hinsicht wichtig und herausragend“.

Mit einer gewissen Bescheidenheit hieß es in dem Artikel: „Wir können nicht mit den großen Museen in Europa und Amerika konkurrieren, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben“; doch wurden Worte des Stolzes und der Vision für die Zukunft ausgedrückt sowie die Hoffnung, dass das Museum neben der Tradierung der Kultur des Alten Israels und der jüdischen Kunst und der „Pflege des ästhetischen Gefühls bei den Bürgern Israels“ kosmopolitische Offenheit widerspiegeln und Israel in den internationalen künstlerisch-kulturellen Raum integrieren werde. Diese Hoffnung wurde in Form der Entwicklung von Sammlungen israelischer und internationaler Kunst des Museums und seiner wichtigen Ausstellungen verwirklicht.

Das Museum wurde zwei Jahre vor dem Sechstagekrieg eingeweiht, welcher mit einem Schlag die Betonung von der Bescheidenheit, dem Sinn für das Maß und der Konzentration auf Kultur und Geistesleben – wie sie vom Jerusalemer Stadtteil Givat Ram symbolisiert werden – hin zur physischen Expansion, zur Macht und zum Kult der Gebiete verschob. Durch die Anstrengung, auf einen Schlag all das zu verdauen, wofür der Ammunition Hill, die Westmauer (Klagemauer), Gilo, Jebel Mukaber und Abu Dis stehen, ist der geistige Reichtum des Israel-Museums, der Hebräischen Universität, des Skulpturengartens und des Schreins des Buches fast in Vergessenheit geraten.

Man kann nur wünschen, dass dieses symbolische Givat Ram kein museales Artefakt wird und dass mit der Erneuerung des Israel-Museums auch der Geist erneuert wird, der seine Gründung begleitete.

Quelle: Haaretz (Leitartikel der Redaktion)

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