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Petersburger Dialog unterstützt und begleitet seit zehn Jahren Kulturprojekte

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Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 15:46 Uhr
Der 10. „Petersburger Dialog“ vom 13. bis 15. Juli 2010 stand unter dem Dachthema „Deutsche und russische Gesellschaft im nächsten Jahrzehnt“. In seinen mittlerweile acht Arbeitsgruppen diskutierten in Jekaterinburg rund 300 Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen beider Länder.

In seiner Eröffnungsrede für die AG Kultur sagte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und seit 23. Februar 2010 Leiter der AG Kultur für die deutsche Seite: „Wollen wir die deutsch-russischen Beziehungen weiterentwickeln, dann müssen wir das Interesse aneinander in mehr Wissen übereinander verwandeln. Und hier steht gerade der Petersburger Dialog in der Pflicht, Initiativen in dieser Richtung zu entwickeln. Die Menschen beider Länder, insbesondere die jüngeren, erwarten klare Zeichen von uns.“

Im Rahmen des Petersburger Dialogs 2010 erörterte die AG Kultur zum wiederholten Mal die Notwendigkeit eines bilateralen Filmförderungsabkommens, das auf ministerieller Ebene schon längere Zeit in der Abstimmung ist, sowie geplante Museumskooperationen, ein deutsch-russisches Opernprojekt in Wladiwostok und die Fortsetzung ihres Engagements in den Bereichen Denkmalschutz und Architektur.

Als greifbare Ergebnisse der bisherigen Aktivitäten wurden die ICOMOS-Publikationen „Das Architektonische Erbe der Avantgarde“ und „Welterbe wei-terbauen – St. Petersburg und Berlin-Potsdam“ vorgestellt. Beide Bände basieren auf Projekten, die der Petersburger Dialog initiiert und aktiv begleitet hat: Auf den 2007 bzw. 2008 veranstalteten Kolloquien „Welterbe weiterbauen“ hatten Experten beider Länder für Denkmalschutz, Architekten und Museen über ihre Erfahrungen und Vorstellungen zur Modernisierung historischer Museumsbauten und -schlösser diskutiert. Das Projekt „Avantgarde Architektur“ hatte 2008 mit einer Aktionswoche in St. Petersburg auf das außergewöhnlich reiche Erbe von Architekturdenkmalen des frühen 20. Jahrhunderts in Russland aufmerksam gemacht und für eine erhöhte Wertschätzung dieser bedrohten Bauwerke geworben. Auch künftig will der Petersburger Dialog Projekte zu Denkmalschutz und Architektur aktiv unterstützen und insbesondere die Welterbe-Nominierung von Denkmalen des 20. Jahrhunderts aus Russland fördern. Weitere Themen
wie „Die Post-Avantgarde in der Architektur“ und die „Dachrekonstruktion an Museumsbauten des 19. Jahrhunderts“ werden durch Round Table-Gespräche und konkrete Projekte behandelt werden.

Die AG Kultur unterstützt die für Ende 2012 / Anfang 2013 geplante deutsch-russische Kooperationsausstellung „Bronzezeit – Europa ohne Grenzen“, in der auch kriegsbedingt verlagerte Objekte aus den Staatlichen Museen zu Berlin, die heute noch in Russland betreut werden, einbezogen werden sollen. Ausstellungspartner in Russland sind die Eremitage in St. Petersburg sowie das Puschkin-Museum und das Staatliche Historische Museum in Moskau. Begrüßt wird auch die Ausstellung „Russen und Deutsche. 1000 Jahre Geschichte, Kunst und Kultur“, die erstmals die Vielfalt der Verbindungen zwischen Russen und Deutschen in einer langen zeitlichen Perspektive aufzeigen soll. Sie wird zunächst im Frühjahr/Sommer 2012 im Staatlichen Historischen Museum in Moskau, anschließend in Berlin im Neuen Museum gezeigt werden.

Künftig sollen verstärkt Projekte im Bereich der Musik begleitet werden. Für das Opernprojekt „Figaro im Fernen Osten“, das im November 2011 in Wladiwostok Premiere feiern wird, übernimmt der Petersburger Dialog daher die Schirmherrschaft. Es ist die Fortsetzung eines deutsch-russischen Opernprojekts, bei dem junge Künstler aus Wladiwostok und Moskau mit Kollegen aus Stuttgart und Berlin im Oktober 2009 Mozarts Zauberflöte in Wladiwostok zur Aufführung gebracht haben. Aus dieser Initiative soll sich eine nachhaltige Perspektive für junge Nachwuchsmusiker entwickeln. Auch die Idee eines „Deutsch-Russischen Orchesters“ wurde vorgestellt und soll in der allernächsten Zeit weiter entwickelt werden.

Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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