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Der Kinopreis für das Filmmuseum Potsdam und die Auswirkungen der Haushaltssperre des Bundeslandes Brandenburg.
„So muss ein Kommunales Kino aussehen! Das Filmmuseum Potsdam ist in Inhalt, Programmatik und Struktur ein Musterbeispiel für kulturelle Kinoarbeit in der Verantwortung der öffentlichen Hand", heißt es in der Begründung der Jury. Die Museumskinomacher um Sachiko Schmidt können sich über den 1. Preis des Kinopreises in der Kategorie „Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohner“ freuen, der vom Kinematheksverbund der Bundesrepublik am 11. Juni in Berlin verliehen wurde und mit einem Preisgeld von 4.000 € verbunden ist. Weiter lautet es: „Ob aktuelle Filmkunst oder die Präsentation von Filmgeschichte, nie werden nur Filme gezeigt, immer steht die Filmvermittlung als Teil kultureller Bildung im Zentrum, die dadurch unterstützt wird, dass Filme mit Reihen in intelligente und interessante Kontexte gestellt werden.“
Die Ehrung zeigt eine Wertschätzung für die Arbeit des Museums, die durch andere staatliche Maßnahmen gefährdet wird.

Die Finanzlage des Landes Brandenburg 2010 hat durchschlagende Auswirkungen auf Planungen und Tagesbetrieb des Museums. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Träger des Landesmuseums, muss die Kürzungen des Finanzministeriums an nachgeordneten Einrichtungen weitergeben. Bereits zu Jahresbeginn musste ein Schließtag eingeführt werden, weil die immer dünner werdende Personal- und Finanzdecke einen durchgehenden Betrieb unmöglich macht. Nun musste eine für den Herbst vorgesehene und bereits weit gediehene Roman-Polanski-Ausstellung abgesagt werden, denn das Museum ist gezwungen aus seinem ohnehin schmalen Programmetat 70.000 € zu sparen. Spielraum für neue Wechselausstellungen gibt es 2010 und 2011 nicht. Auch die Anzahl der gespielten Filme im Kino muss weiter eingeschränkt werden. Das wird Auswirkungen auf den Besuch haben und durch fehlende Einnahmen neue Finanzlöcher verursachen. Der tägliche Betrieb ist doppelt betroffen, denn bereits im Frühjahr kassierte das Land die durch erfolgreiche Arbeit im Jahre 2009 angesparte Rücklage von 64.000 €. Nun können dringend notwendige freie Mitarbeiter für den Tagesbetrieb des Hauses nicht mehr honoriert werden, so dass der Ausstellungsbetrieb im Marstall überwiegend durch den Einsatz von so genannten Ein-Euro-Kräften aufrecht erhalten wird.
Gebotene Investitionen wie die Digitalisierung der Kinotechnik können nicht realisiert werden. Wie man trotz dieser Tiefschläge das Museumsprogramm weiterhin für Besucher und Kinogänger attraktiv halten und zum 100. Geburtstag der Filmstadt Potsdam/Babelsberg 2011/12 eine neue Dauerausstellung einrichten kann, damit beschäftigen sich die Museumsmitarbeiter seit Tagen fieberhaft.

Quelle: Filmmuseum Potsdam

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