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Hamburger Architektur Sommer 2019

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Kunst am Bau zeigt das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Nahe der Baustelle am LWL-Landesmuseum ist seit heute ein Werk des amerikanischen Konzeptkünstlers Lawrence Weiner zu sehen. Direkt vor dem Bauzaun beim Museumseingang am Domplatz liegen zwei Stahlplatten, wie sie zum Abdecken von Baugruben verwendet werden.

Das Besondere ist: Sie haben ausgestanzte Schriftzüge in Englisch und Deutsch: "VERTROCKNETE ERDE & GESTREUTE ASCHE ODER VERTROCKNETE ERDE & VERGRABENES GOLD ODER". Lawrence Weiner verweist mit diesem Text auf den Untergrund. Hier im Stadtzentrum enthält der Boden ganz sicher Asche von zahlreichen Kriegen und Bränden. Und vielleicht enthält er auch Gold; jedenfalls gab es genug bedrohliche Anlässe, es zu vergraben. So regt Weiner den Betrachter zu Assoziationen an, die über die sichtbare Baustellensituation hinausgehen und an den historischen Untergrund Münsters erinnern.

Dass das Werk vor einer Baustelle gezeigt wird, entspricht der Absicht des Künstlers. Die Eisenplatten sollen im innerstädtischen Raum und in Verbindung mit einer Baustelle Verwendung finden. Das Kunstwerk trägt den Namen "Skulptur Projekt Münster 1997" und wurde zum ersten Mal im Rahmen dieser Ausstellung präsentiert.

Lawrence Weiner (*1942) zählt zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern, dessen Werk zahlreiche andere Künstler stark geprägt hat. Charakteristisch für Weiners Arbeiten ist die verbale Beschreibung eines Werkes, die er in schriftlicher Form festhält und an verschiedenen Orten oder Trägern anbringen lässt. Diese Anleitung kann ausgeführt werden oder auch nicht. Für Weiner geht es weniger um die Realisation eines Kunstwerks als um dessen Idee. Bei "Skulptur Projekt Münster 1997" sind gewöhnliche Platten zur Abdeckung von Baugruben Träger seiner schriftlich angegebenen Idee. Genau wie Weiner es vorsieht, soll "Skulptur Projekt Münster 1997" so lange zu sehen sein, wie sich die Baustelle am LWL-Landesmuseum befindet. Der Künstler hat das Werk dem Landesmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe als Leihgabe überlassen.

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