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Hamburger Architektur Sommer 2019

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Auskömmliche Finanzierung der Hamburger Museen
Hamburg, 2. Juni 2010
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ole von Beust,

andere Kulturmetropolen wie Wien (wie man gerade lesen konnte) und München (wie jeder weiß) setzen neben ihrem stolzen kulturellen Bewusstsein ganz selbstverständlich auf die touristische Bedeutung ihrer Kunsthäuser und rüsten sie aus diesem guten Grund ausdrücklich gerade auch in finanziellen Krisenzeiten auf. Mit einem vergleichsweise geringen Volumen der Zuwendungen wird eine größtmögliche Binnen- und Außenwirkung erzeugt.
In Hamburg aber gab es Mitte Mai 2010 die ersten Schritte, umgehend bis Oktober über lange Monate in der reisestarken Zeit eines der bekanntesten und attraktivsten Häuser einfach zuzusperren: Eine beispiellos unkluges und nicht nachvollziehbares Vorhaben, das zusammen mit einem nachhaltigen Reputationsverlust auch finanziellen Schaden für die Kultur- und aufstrebende Tourismusstadt Hamburg anrichten würde.
Die unrühmliche Resonanz in der (auch bundesweiten) Öffentlichkeit war in ihrem Protest von ungewöhnlicher Heftigkeit geprägt. Die darauf am 25. Mai 2010 erfolgte „Einigung“ zwischen Kultursenatorin und Kunsthallendirektor, die „Galerie der Gegenwart so schnell wie möglich wieder zu öffnen“, bleibt indes absolut unbefriedigend: Sie klammert nämlich das Hamburger Strukturproblem einer fehlenden auskömmlichen Grundfinanzierung der Kunsthalle einfach aus. Wie die letzten Tage nunmehr deutlich offenbart haben, gilt dieses Manko auch für die anderen Hamburger Museen. Die Kulturbehörde aber verschließt dazu die Augen und versteckt sich hinter einem unplausiblen von auswärtigen „Experten“ geprägten Gutachten.
Überdies bleiben die Hintergründe für eine Schließungsabsicht nach wie vor im Unklaren, so dass sich vor allem wegen des eklatanten Missmanagements der Kulturbehörde der in der Öffentlichkeit entstandene irritierende Eindruck erhärtet: Es gibt da einen Zusammenhang zwischen der als offizielle Begründung genannten Notwendigkeit des Austauschs von Brandschutzklappen und dem womöglich eigentlichen Grund für das Vorhaben, den von der Kulturbehörde eingeforderten Verlustausgleich von 200.000 Euro bis zum Jahresende. Exakt dieser Betrag könnte nämlich durch die Stilllegung des Hauses erbracht werden.
Diese ins Auge gefasste schmerzhafteste aller Lösungen, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, muss dann als ein Signal verstanden werden, als ein letzter „Hilfeschrei“ der Kunsthalle (oder gar der Kulturbehörde?): „Die Kunsthalle kann wegen ihrer chronischen Unterfinanzierung ihren Kulturauftrag nicht mehr erfüllen!“

Unsere dringlichen Bitten an Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, lauten:
Wenden Sie bitte Schaden ab für die Stadt und ihr Renommee.
Verhindern Sie, dass das Hamburger Flaggschiff für die Kunst immer wieder wegen der mangelhaften Alimentierung ins Zwielicht gerät, anstatt mit seiner großen kulturellen Kompetenz und künstlerischen Arbeit gewürdigt zu werden.
Sorgen Sie bitte dafür, dass nicht nur die Galerie der Gegenwart geöffnet bleibt, sondern auch für eine auskömmliche Finanzierung aller Hamburger Museen.

Quelle: Kulturforum Hamburg e.V.

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