Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Offener Brief des Kulturforums an den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Drucken
Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 21:08 Uhr
Auskömmliche Finanzierung der Hamburger Museen
Hamburg, 2. Juni 2010
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ole von Beust,

andere Kulturmetropolen wie Wien (wie man gerade lesen konnte) und München (wie jeder weiß) setzen neben ihrem stolzen kulturellen Bewusstsein ganz selbstverständlich auf die touristische Bedeutung ihrer Kunsthäuser und rüsten sie aus diesem guten Grund ausdrücklich gerade auch in finanziellen Krisenzeiten auf. Mit einem vergleichsweise geringen Volumen der Zuwendungen wird eine größtmögliche Binnen- und Außenwirkung erzeugt.
In Hamburg aber gab es Mitte Mai 2010 die ersten Schritte, umgehend bis Oktober über lange Monate in der reisestarken Zeit eines der bekanntesten und attraktivsten Häuser einfach zuzusperren: Eine beispiellos unkluges und nicht nachvollziehbares Vorhaben, das zusammen mit einem nachhaltigen Reputationsverlust auch finanziellen Schaden für die Kultur- und aufstrebende Tourismusstadt Hamburg anrichten würde.
Die unrühmliche Resonanz in der (auch bundesweiten) Öffentlichkeit war in ihrem Protest von ungewöhnlicher Heftigkeit geprägt. Die darauf am 25. Mai 2010 erfolgte „Einigung“ zwischen Kultursenatorin und Kunsthallendirektor, die „Galerie der Gegenwart so schnell wie möglich wieder zu öffnen“, bleibt indes absolut unbefriedigend: Sie klammert nämlich das Hamburger Strukturproblem einer fehlenden auskömmlichen Grundfinanzierung der Kunsthalle einfach aus. Wie die letzten Tage nunmehr deutlich offenbart haben, gilt dieses Manko auch für die anderen Hamburger Museen. Die Kulturbehörde aber verschließt dazu die Augen und versteckt sich hinter einem unplausiblen von auswärtigen „Experten“ geprägten Gutachten.
Überdies bleiben die Hintergründe für eine Schließungsabsicht nach wie vor im Unklaren, so dass sich vor allem wegen des eklatanten Missmanagements der Kulturbehörde der in der Öffentlichkeit entstandene irritierende Eindruck erhärtet: Es gibt da einen Zusammenhang zwischen der als offizielle Begründung genannten Notwendigkeit des Austauschs von Brandschutzklappen und dem womöglich eigentlichen Grund für das Vorhaben, den von der Kulturbehörde eingeforderten Verlustausgleich von 200.000 Euro bis zum Jahresende. Exakt dieser Betrag könnte nämlich durch die Stilllegung des Hauses erbracht werden.
Diese ins Auge gefasste schmerzhafteste aller Lösungen, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, muss dann als ein Signal verstanden werden, als ein letzter „Hilfeschrei“ der Kunsthalle (oder gar der Kulturbehörde?): „Die Kunsthalle kann wegen ihrer chronischen Unterfinanzierung ihren Kulturauftrag nicht mehr erfüllen!“

Unsere dringlichen Bitten an Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, lauten:
Wenden Sie bitte Schaden ab für die Stadt und ihr Renommee.
Verhindern Sie, dass das Hamburger Flaggschiff für die Kunst immer wieder wegen der mangelhaften Alimentierung ins Zwielicht gerät, anstatt mit seiner großen kulturellen Kompetenz und künstlerischen Arbeit gewürdigt zu werden.
Sorgen Sie bitte dafür, dass nicht nur die Galerie der Gegenwart geöffnet bleibt, sondern auch für eine auskömmliche Finanzierung aller Hamburger Museen.

Quelle: Kulturforum Hamburg e.V.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Offener Brief des Kulturforums an den Ersten ...

Mehr auf KulturPort.De

Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“
 Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“



Biochemiker Charles hat „zu sicher gelebt“. Das begreift er leider erst im Alter von zweiundsechzig Jahren, also kurz vor dem Ruhestand.
Als seine Frau ihm [ ... ]



„Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“
 „Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“



Überall – nur nicht im Gesicht. Für einen „anständigen Tätowierer“ ein ungeschriebenes Gesetz. Christian Warlich (1891-1964) war mehr als nur anständi [ ... ]



Welten: Akureyri
 Welten: Akureyri



Akureyri ist eine Stadt im äußersten Norden Islands. In dem idyllisch, an einem Fjord gelegenen Zwanzigtausend-Seelen-Ort sind mehrere Kulturzentren, dort lebe [ ... ]



Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin
 Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin



Die Gewinnerin des Debütpreises des Buddenbrookhauses und des Lions Clubs Lübeck-Hanse für 2019 steht fest: Dana von Suffrin erhielt den mit 2.000 Euro dotier [ ... ]



Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik
 Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik



Woraus besteht die Musik unserer Zeit, was macht sie aus? Und überhaupt: Ist es die, die wir hören, ist es die, die komponiert wird oder die, die zeitgenössis [ ... ]



Über die Mathematik des Wassers
 Über die Mathematik des Wassers



Pascal Dusapin, 1955 in Nancy geboren, ist einer der wichtigsten Impulsgeber der Gegenwartsmusik.
Im Gespräch zum 5. Philharmonischen Konzert des Philharmonis [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.