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Das Thalia Theater in Shanghai als Kulturbotschafter Hamburgs

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Dienstag, den 25. Mai 2010 um 10:15 Uhr
Gastspiel „Caligula“ in der Regie von Jette Steckel vom 10. bis 13. Juni im Shanghai Arts Center und „Große Freiheit, Shanghai“ in der Regie von Maria Ursprung  im Hamburg House der Expo am 12. Juni:
Das Thalia Theater ist mit der Produktion „Caligula“ von Albert Camus in der Regie von Jette Steckel nach Shanghai eingeladen und gastiert für drei Vorstellungen am Shanghai Arts Center vom 10. bis 13. Juni. In Kooperation mit Hamburg Marketing und der Behörde für Kultur, Sport und Medien entsteht ein zusätzliches musikalisches Projekt mit Thalia-Schauspielern für das Hamburg House der Expo.
Das Thalia Theater unter Joachim Lux begreift sich als Kulturbotschafter der Stadt Hamburg und leistet mit diesem Theateraustausch einen wichtigen Beitrag zur interkulturellen Kommunikation – auch über Kontinente hinweg.

"Caligul" von Albert Camus
Mit fünfundzwanzig Jahren, ungefähr im gleichen Alter wie seine Hauptfigur, schrieb Camus sein erstes Bühnenstück „Caligula“. Sich einer politischen Interpretation des Stückes erwehrend, bezeichnete er das Stück als Tragödie der Erkenntnis. Als der junge, römische Kaiser Caligula sich eines Tages in der Erkenntnis verliert, dass die Menschen sterben und nicht glücklich sind, fühlt er sich der Welt wie ein Fremder gegenüber gestellt. Sie scheint ihm absurd zu sein, ohne Sinn, ohne Unterschied zwischen Gut und Böse, Glück und Leid. Vom Verlangen nach dem Unmöglichen besessen, beginnt er, durch Verachtung den Menschen die Beliebigkeit aller Werte zu lehren. Caligula bekämpft jeden und alles, der wirkliche Feind aber liegt in ihm selbst. So gibt er denen, die er tyrannisiert, Waffen an die Hand, um sich an ihnen zu rächen. Schließlich willigt er in seinen eigenen Tod ein, um der Absurdität der Welt zu entfliehen. Caligula ist die Geschichte eines Selbstmordes auf höherer Ebene und zugleich die Geschichte des menschlichsten und tragischsten aller Irrtümer: das Leugnen der menschlichen Gemeinschaft. Es ist nicht möglich, alles zu vernichten, ohne sich selbst mit zu zerstören.

"Große Freiheit, Shanghai" ein Projekt von Maria Ursprung
Die „jungen Wilden“ der Produktion „Caligula“ werden mit Akkordeon, Schlagzeug und Geige einen
Nachmittag lang auf dem Gelände der Expo 2010 das Hamburg House musikalisch beleben und auf ganz besondere Weise den Begriff von der Musikstadt Hamburg in China aufblühen lassen: „Seemanns Braut ist die See“ sang der große Hans Albers – einst Ensemblemitglied am Thalia Theater – in dem Welthit „La Paloma“. Dieser Song gehört zu den berühmtesten Liedern in dem wohl hamburgischsten aller Filme, in Helmut Käutners Anti-Propagandafilm „Große Freiheit Nr. 7“ von 1943. Die reale Straße „Große Freiheit“ im Hamburger Stadtviertel St. Pauli ist auch heute noch Mythos und Inbegriff der Hamburger Szene zugleich, pulsierend zwischen Sehnsucht, Seemannsnostalgie und Rotlicht.
Die Nachwuchsregisseurin Maria Ursprung entwickelt exklusiv für die Expo aus den allbekannten Hamburg-Hits dieser Arbeit („La Paloma“, „Auf der Reeperbahn“, „Beim ersten Mal…“) eine musikalische Recherche, die nicht nur typische Hamburgensien sehnsuchtsvoll ausforscht, sondern sich auch die moderne Musikstadt – quasi von „Der Jung mit’m Tüddelband“, „In St. Pauli bei Altona“ über „Hamburg meine Perle“ hin zu Jan Delay, Rocko Schamoni, Tocotronic, usw. erschließt.
Melancholisch, fernwehsüchtig, zerrissen, lustvoll – Regen, Hafen, Möwen, Alster, Dampferschiffe in und um das Hamburg House in Shanghai herum. Das eingeschworene Team von „Caligula“ geht den Klischees auf den Grund.

Quelle: Thalia Theater Hamburg

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