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21. Internationales Filmfest Emden-Norderney: Zahlreiche Premieren an und in der Nordsee

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Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 14:01 Uhr
Mit 89 Filmen aus 23 Ländern geht das Internationale Filmfest Emden-Norderney in seine 21. Ausgabe. 37 Filme sind in Emden und Norderney als deutsche Erstaufführung zu sehen, davon 11 Weltpremieren. 21 Spiel- und Dokumentarfilme gehen ins Rennen um den Bernhard Wicki Preis, den DGB Filmpreis, den NDR Filmpreis für den Nachwuchs und den EZetera Filmpreis.

Eröffnungfilme „Max Manus“ und „De Storm“
Eröffnungsfilm am 02. Juni in Emden ist der norwegische Erfolgsfilm „Max Manus“. Die wahre Geschichte des legendären norwegischen Widerstandskämpfers war der große Gewinner des Emder Partnerfestivals in Haugesund. Hauptdarsteller Ken Duken wird ebenso an der Eröffnung teilnehmen wie ein Vertreter der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin sowie weitere norwegische und deutsche Gäste.

Mit einem stürmischen Abend mitten in der Nordsee eröffnet das Festival am 03. Juni auf Norderney. In deutscher Erstaufführung wird der niederländische Wettbewerbsbeitrag „De Storm“ von Ben Sombogaart („Die Zwillinge“) gezeigt. Dieser dramatische Katastrophenfilm erinnert an die schwerste Nordseesturmflut des 20. Jahrhunderts, die 1953 weite Teile der holländischen Provinz Seeland unter Wasser setzte und allein in den Niederlanden über 1800 Menschen das Leben kostete. Im Mittelpunkt des Spielfilms steht eine starke Frauenfigur, die für sich und ihr Kind ums Überleben kämpft.

Filme am und übers Meer
Maritime Themen und Drehorte durchziehen das Festivalprogramm quer durch alle Reihen – wenig verwunderlich für ein Filmfest am Meer, das sich konsequent nach Nordwesteuropa orientiert. Zahlreiche Filme spielen an den Küsten Europas und der Welt. Das Spektrum reicht von der Dokumentation über die aktuelle Piraterie am Horn von Afrika bis zum norwegischen Seehund-Abenteuer für Kinder und von einem Kurzfilm mit grandiosen Aufnahmen der irischen Steilküste bis zum Eisschnellaufdrama auf dem zugefrorenen Ijsselmeer.

Filmemacher aus Ostfriesland
Aber auch Ostfriesisches hat das diesjährige Programm zu bieten. Der Auricher Regisseur Eicke Bettinga nimmt mit seinem Beitrag „Together“ am Kurzfilmwettbewerb teil, nachdem er bereits 2009 mit diesem Film nach Cannes eingeladen worden war. Der Ostfriese Hans-Erich Viet zeigt seine Gourmet-Komödie „Fasten à la Carte“ mit Dietmar Bär in der Hauptrolle. Eike Besuden, in Leer geboren und bereits Wicki-Preisträger für „Verrückt nach Paris“, nimmt mit „Deckname Cor“ am Wettbewerb teil. Im Mittelpunkt dieses Dokudramas steht der Emder Widerstandskämpfer Max Windmüller, der mehr als 500 Menschen vor den Nazis rettete. Der Emder Bastian Schreitling zeigt mit „Snowblind“ einen „postapokalyptischen Spaghettiwestern“, der durchgehend mit Green-Screen-Technik gedreht wurde. Als Abschlussfilm am 09. Juni wurde „Geliebte Clara“ ausgewählt, das Clara-Schumann-Porträt der in Emden geborenen Regisseurin Helma Sanders-Brahms.

Dokumentarisches
Auf eine Reihe herausragender Dokumentationen darf man sich freuen. „Herbstgold“ porträtiert Leistungssportler zwischen 80 und 100 Jahren und wurde gerade beim Hot Docs Festival in Toronto preisgekrönt. In „Stayed Out Overnight“ wehren sich südkoreanische Supermarktmitarbeiterinnen mit ungewöhnlichen Streikmethoden gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen. „Kinshasa Symphony” schließlich stellt ein Sinfonieorchester im Kongo in den Mittelpunkt, das ohne materielle Mittel, aber mit unglaublichem Enthusiasmus auf öffentlichen Plätzen vor Tausenden von Zuschauern Mozart und Verdi interpretiert.

Britische Debüts
Die gut eingeführte britisch-irische Reihe des Festivals zieht traditionell besondere Aufmerksamkeit auf sich. Neben etablierten Regisseurinnen und Regisseuren wie Jon Amiel, Andrea Arnold, Richard Eyre und John Carney präsentiert das Festival auch herausragende Debütfilme von den britischen Inseln. Brian Percival drehte mit „A Boy Called Dad“ eine einfühlsame Studie über einen Vierzehnjährigen, der mit Hochgeschwindigkeit ins Erwachsenenleben katapultiert wird. Banksy, Graffitikünstler aus Bristol und derzeit berühmtestes Phantom der internationalen Kunstszene, ist mit dem subversiven Doku-Feature „Exit Through the Gift Shop“ unter die Filmemacher gegangen. Auch die Oscar-nominierte Schauspielerin Samantha Morton („Minority Report“, „Code 46“) drehte ihren ersten Film als Regisseurin. „The Unloved“ erzählt in sorgfältig durchkomponierten Bildern die Geschichte eines Heimkindes aus dessen Perspektive – ausgehend von Mortons eigenen Jugenderlebnissen.

Neue deutschsprachige Filme
Insgesamt 15 Produktionen umfasst die deutsche Reihe. Die deutsch-südafrikanische Koproduktion „Themba“ in der Regie von Stefanie Sycholt ist ein farbenprächtiges, bewegendes Drama um Fußball, Aids und soziale Ungerechtigkeit, in dem übrigens Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann als Nebendarsteller debütiert. Sathyan Ramesh („Schöne Frauen“) hat sein Gewinnerdrehbuch des Emder Drehbuchpreises 2008 verfilmt: „Letzter Moment“ ist ein berührender und im wahrsten Sinne des Wortes generationsübergreifender Liebesfilm. Thomas Frickel („Deckname Dennis“) beleuchtet in seiner Realsatire „Die Mondverschwörung“ die irrsinnige Parallelwelt der Esoterikszene, in der auf absurde Weise sogar Deutschlands finsterste Vergangenheit lebendig wird.

Kurzfilme
Aus rund 600 Einreichungen und Sichtungen wurden in diesem Jahr zehn Filme aus sechs europäischen Ländern für den Wettbewerb um den ostfriesischen Kurzfilmpreis der VGH beim Internationalen Filmfest Emden-Norderney nominiert.
Der Nordwesteuropa-Fokus des Festivals schlägt sich auch in der Kurzfilmauswahl nieder: Neben deutschen Produktionen stehen vor allem Filme von den britischen Inseln, aus den Niederlanden und aus Norwegen im Mittelpunkt. Ein Kurzfilmprogramm von der norwegischen Westküste und das beliebte „Einstein-Programm“ sind weitere Höhepunkte der Kurzfilmsektion.

Weitere Filmreihen des Festivals sind die Internationale Reihe, ein Ken Duken – Porträt sowie das Kinder – und Schulprogramm.

Filmgäste
Etwa 70 Filmgäste werden in Emden und auf Norderney zum Festival erwartet. Die meisten Regisseure im Wettbewerb werden ihre Filme persönlich begleiten, ebenso zahlreiche Darsteller. Zugesagt haben aus Deutschland bisher Horst Janson, Ulrike C. Tscharre, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Burak Yigit, Robert Gwisdek und natürlich Ken Duken. Im internationalen Bereich werden u. a. aus Großbritannien Nachwuchsdarsteller Kyle Ward („A Boy Called Dad“) und aus Irland Simon Delaney („Zonad“) erwartet. Aus Dänemark kommt die aus „High Fidelity“ bekannte Schauspielerin Iben Hjelje („The Eclipse“). Die jüngsten Zuschauer können sich auf einen echten Filmhund nebst Tiertrainerin freuen. Der Gast mit der weitesten Anreise ist Regisseurin Mi-re Kim aus Südkorea („Stayed Out Overnight“).

Kino in historischem Ambiente

Zwei neue Säle und ein wieder belebter Spielort tragen dem großen Publikumsinteresse Rechnung. In Emden kommt am Wochenende im CineStar ein dritter Kinosaal hinzu. Auch im traditionsreichen Apollo Theater werden im 21. Festivaljahr Filme zu sehen sein. Das denkmalgeschützte Kino war nach seiner Schließung im letzten Sommer vom Abriss bedroht; eine Emder Initiative bemüht sich derzeit um den Erhalt des Hauses als Kulturzentrum. Die beeindruckendsten Festivalkinos aber hat die Insel Norderney zu bieten: Neben dem prachtvollen Kurtheater kommt jetzt der Grosse Saal im historischen Conversationshaus als Spielstätte hinzu. Damit hat erstmals auch das Publikum auf der Festivalinsel die Qual der Wahl.


Galas und Events
Zu einem glanzvollen Festival gehört ein festliches und unterhaltsames Rahmenprogramm. Neben den Galaveranstaltungen zur Eröffnung und Verleihung der Filmpreise stehen Talks und Filmgespräche, die feierliche Verleihung des Emder Drehbuchpreises sowie der traditionelle Schiffsausflug mit Beachvolleyball-Turnier für Gäste und Akkreditierte nach Norderney auf dem Programm.

Thomas Heinze, seit vielen Jahren Freund und Gast des Festivals, wird gemeinsam mit Hilke Theessen vom Nordwestradio die Preisverleihungsgala am Sonntag moderieren. Die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka hat ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung bereits zugesagt.

- Festivaleröffnung, Mittwoch 2. Juni, 19.00 Uhr
- Eröffnung auf Norderney, Donnerstag 3. Juni, 19.00 Uhr
- Mitternachtstalk im Grand Café, Donnerstag 3. Juni bis Samstag 5. Juni, ab 23.15 Uhr
- DGB Filmgespräch, Freitag 4. Juni, 15 Uhr
- Preisverleihung Drehbuchpreis, Freitag 4. Juni, 19.30 Uhr
- Dünentalk auf Norderney, Samstag 5. Juni, 12 Uhr, NEUER ORT: Conversationhaus
- Podiumsdiskussion zum Thema „Filmbiz im Netz“, Sonntag 6. Juni, 14.00 Uhr
- Preisverleihung Filmpreise und Ehrenpreis, Sonntag 6. Juni, 19.30 Uhr

Preise
Auf der großen Galaveranstaltung am Sonntag werden gleich mehrere Preise vergeben. Neben dem mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Bernhard Wicki Preis sind das der DGB-Filmpreis, der Ostfriesische Kurzfilmpreis, der NDR Filmpreis für den Nachwuchs, der EZetera Jugendjurypreis und der wohl ungewöhnlichste Preis eines deutschen Filmfestivals: „Ein Schreibtisch am Meer“. Er besteht aus Ruhe, Meeresrauschen, Strandspaziergängen und einer einmaligen Arbeitsumgebung - zwei Wochen „Kurzstipendium“ zur Projektentwicklung im Loft des  kleinen, exklusiven und gemütlichen Hotels Seesteg direkt am Strand von Norderney.
Den Emder Drehbuchpreis vergibt die vom Grimme-Institut berufene Jury bereits am Freitag, dem 6. Juni. Insgesamt werden beim Festival Preisgelder in Höhe von 43.500 Euro ausgelobt.

Ohne Sponsoren kein Festival
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfreut sich das Festival einer breiten regionalen und überregionalen Unterstützung. Der Unternehmer Jakob Weets rettete mit seinem spontanen Engagement den bundesweit stark beachteten Emder Drehbuchpreis. Nachdem der Ostfriesische Kurzfilmpreis 2009 ohne Preissponsor auskommen musste, übernimmt ab diesem Jahr die VGH die Patenschaft für diesen Wettbewerb. Die Ostfriesische Landschaft fördert das Festival erstmals im Rahmen der regionalen Kulturförderung. Auch der Ostfriesische Kulturpreis 2010, mit dem die Ostfriesland-Stiftung das Filmfest ausgezeichnet hat, trägt zum Festivaletat bei. Erstmalig wird das Filmfest in diesem Jahr aus dem MEDIA Programm der Europäischen Union gefördert. Zahlreiche weitere Festivalpartner unterstützen das Filmfest unermüdlich seit vielen Jahren und sorgen dafür, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung in Ostfriesland über die Leinwände gehen kann.

Weitere Informationen zum Filmfest Emden–Norderney finden Sie unter www.filmfest-emden.de

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