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Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2010 erwartet florierendes Geschäft mit argentinischer Literatur.
Eines der größten Kulturevents Lateinamerikas ging am Montag zu Ende: die Internationale Buchmesse „Feria del Libro“ in Buenos Aires. Die Messe stand in diesem Jahr mit dem Motto “Festejar con libros 200 años de historias” ganz im Zeichen des 200. Jubiläums der Unabhängigkeit Argentiniens.

Mehr als 1.500 kulturelle Aktivitäten, Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Vorträge, Signierstunden, Workshops und Buchpräsentationen begleiteten die Bücherschau, die mehr als 1.300 Aussteller aus 38 Ländern der Welt beherbergte. Auch Deutschland war in Buenos Aires mit 120 Verlagen und 500 Titeln an einem Gemeinschaftsstand präsent. Marta Díaz, Direktorin der Fundacion El Libro, ist zufrieden mit dem Messeergebnis: „Nicht nur die Besucherzahlen konnten auf 1,2 Millionen wachsen (2009: 1,17 Mio.), auch die Verkäufe konnten um fünf bis zehn Prozent zulegen.“ Stolz sind die Veranstalter auf die zahlreichen ausländischen Gäste, die sich aktiv am Messeprogramm beteiligten. Unter ihnen waren bekannte Autoren wie z.B. der US-amerikanische Romanautor John Katzenbach, der deutsche Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski, der italienische Erfolgsautor Alessandro Barico oder türkische Lyriker und Übersetzer Adnan Özer.

720.000 US-Dollar für Bücher
Nach Buenos Aires steht das größte und wichtigste Verlagsevent der Welt, die Frankfurter Buchmesse im Oktober 2010, auf der Agenda der argentinischen Verleger, wo sich in diesem Jahr Argentinien als Ehrengast präsentieren wird. Den Gästen aus aller Welt soll unter dem Motto „Cultura en Movimiento – Kultur in Bewegung“ das argentinische Verlagspotenzial, das reichhaltige literarischen Schaffen des Landes und die kulturelle Vielfalt Argentiniens präsentiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, rief die argentinische Regierung im Jahr 2009 das „SUR-Programm zur Förderung von Übersetzungen“ ins Leben, das vom Organisationskomitee Ehrengast Argentinien (COFRA) unter dem Vorsitz von Botschafterin Magdalena Faillace betreut wird. „Unsere anfänglichen Erwartungen wurden in höchstem Maße übertroffen. Das große Interesse der internationalen Verlagsbranche an argentinischer Literatur machte es uns möglich, Budget und Anzahl der geförderten Buchtitel sukzessive zu erhöhen. Aus anfänglich 20 geplanten Förderungen wurden aufgrund der starken Nachfrage schnell 150 Titel. Bis zum heutigen Tag wuchs die Zahl der Förderungen auf 253 Titel an. 720.000 US-Dollar haben wir bisher für die Förderung unserer Literatur im Ausland bereit gestellt“, so Magdalena Faillace. Der Fond unterstützt Übersetzungen in 21 verschiedene Sprachen. Allein 57 Werke sollen in Deutschland publiziert werden, 28 in Italien, 22 in Frankreich, 16 in den USA und 8 in Großbritannien. Thailand, Israel, Malaysia, Ägypten, Vietnam, Georgien und Russland zählen zu den exotischen Ländern, die Literatur aus Argentinien importieren. Bemerkenswert ist nicht nur die Vielfalt der Autoren, sondern auch die Themenauswahl der Verlage. Insgesamt stellen die übersetzten Werke einen historischen Streifzug durch das soziale und kulturelle Leben Argentiniens dar. Neben allgegenwärtigen literarischen Themen wie Liebe, Tod oder Freiheitskampf werden in vielen der geförderten Titel die immer wiederkehrenden politischen Konflikte behandelt. Mehr als die Hälfte der ausgewählten Autoren und Autorinnen zählen zur jungen bis mittleren Altersgruppe, aber auch Autoren die ein Leben im Exil führen mussten, wie z.B. Manuel Puig oder Juan Gelman, oder argentinische Klassiker, wie z.B. Adolfo Bioy Casares oder Jorge Luis Borges, fanden das Interesse ausländischer Verlage.

Osvaldo Bayer und José Pablo Feinmann kommen nach Frankfurt
Nicht nur der Erfolg des argentinischen Übersetzungsförderungsprogramms lässt auf einen gelungenen Auftritt Argentiniens als Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hoffen. Insgesamt sollen 45 argentinische Autoren in Frankfurt zugegen sein und ihre Literatur vorstellen. Osvaldo Bayer und José Pablo Feinmann haben bereits ihre Teilnahme bestätigt. Die offizielle Liste der von Organisationskomitee Ehrengast Argentinien (COFRA) eingeladenen Schriftsteller wird voraussichtlich bis Ende Juni vorgelegt werden. Darüber hinaus haben bisher 100 argentinische Verlage ihre Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse zugesagt. Carlos de Santos, Präsident des argentinischen Verlegerverbandes Cámara Argentina del Libro, blickt optimistisch auf den Frankfurter Bücherherbst: „Für die argentinische Literatur und Verlagswelt ist die Teilnahme Argentiniens als Ehrengast in Frankfurt schon heute ein Erfolg. Das SUR-Programm hatte einen unmittelbaren Effekt auf die Erhöhung der Anzahl der Übersetzungen argentinischer Autoren in andere Sprachen. Darüber hinaus konnten über Literaturagenten weitere 200 Titel verkauft werden. Diese Dynamik wird sich auch auf die künftigen Jahre auswirken. Unser Ziel für Frankfurt ist es, unser Verlagswesen und unsere Autoren als Ideenträger und in den Vordergrund zu rücken und Argentinien als Gateway zum spanisch-sprachigen Buchmarkt zu etablieren.“

The Culture of Memory – Internationales Symposium in Brüssel
Zahlreiche Kulturveranstaltungen in Frankfurt, aber auch ein großes Programm in Berlin, werden den Ehrengastauftritt Argentiniens zur Frankfurter Buchmesse begleiten, darunter Kunstausstellungen, Lesungen, Buchpräsentationen, Konferenzen, Musik- und Tanzperformances.

Bereits im Mai wird eines der zentralen Themen der Ehrengastpräsentation, die Erinnerung, im Rahmen des Internationalen Symposiums „Lecturas de la Memoria - The Culture of Memory“ aus der Perspektive von Literatur, Wissenschaft, Film und Politik beleuchtet. Das Symposium findet am 20. - 21. Mai in Brüssel im Palais des Beaux-Arts (BOZAR) statt. Erwartet werden u.a. der Außenminister Argentiniens, Jorge Taiana; der für Menschenrechte zuständige Staatssekretär des argentinischen Justizministeriums, Eduardo Luis Duhalde; die Begründerin und Präsidentin der kürzlich für den Friedensnobelpreis nominierten Organisation „Abuelas de Plaza de Mayo“ (Großmütter der Plaza de Mayo), Estela Barnes de Carlotto sowie Künstler, Autoren und Filmschaffende aus Argentinien, Spanien und Deutschland.

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