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Schülerinnen und Schüler gedenken Opfern des Holocaust

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Montag, den 27. Januar 2020 um 08:52 Uhr

Am 27. Januar erinnern mehr als 100 Schülerinnen und Schüler von UNESCO-Projektschulen in Frankfurt am Main an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen. Im Hochbunker an der Friedberger Anlage, wo sich bis zu ihrer Zerstörung während der Novemberpogrome 1938 eine Synagoge befand, sprechen sie am Internationalen Holocaust-Gedenktag mit Fachleuten über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess sowie die Erinnerung an die Shoah und stellen Projekte gegen das Vergessen vor.

 

„Die Aufarbeitung der von Deutschen ausgegangenen Verbrechen und die Erinnerung an den Holocaust sind ein Auftrag, den wir von Generation zu Generation weitergeben müssen“, betont Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission. Leonhard hatte 1965 als Jugendlicher mit seiner Schulklasse einen Verhandlungstag des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses verfolgt, dessen Unterlagen heute zum Weltdokumentenerbe gehören. „Das Strafverfahren gegen die Nazi-Täter in Frankfurt vor mehr als 50 Jahren war dafür ein entscheidender Schritt“, so Leonhard. „Aber Antisemitismus und Rassismus sind nie aus unserem Land verschwunden. Dieser Tag des Gedenkens ist eine Mahnung.“
 

„Opfer und Täter lebten während des Nationalsozialismus in unterschiedlichen Welten“, erklärt Dr. Kurt Grünberg vom Frankfurter Sigmund-Freud-Institut. „In gewisser Weise ist das noch heute der Fall. Während die Überlebenden der Shoah gar nicht anders können, als zu erinnern, haben die Täter und Mitläufer ihre Verstrickung meist verleugnet und verschwiegen“, so Grünberg. „Das hinterlässt Spuren über Generationen hinweg. Viele Töchter, Söhne und Enkel der jüdischen Überlebenden wachsen mit der Angst auf, ebenfalls diskriminiert und verfolgt zu werden. Die Nachfahren von Tätern und Mitläufern erinnern anders, was unter bestimmten Umständen zu – fatalen – Wiederholungen führen kann“, stellt der Psychoanalytiker fest. „Nur mit diesem Wissen können wir tatsächlich aus der Vergangenheit lernen.“
 

Mit der Geschichte des Holocaust, mit Gegenwart und Zukunft der Erinnerungskultur setzen sich die Schülerinnen und Schüler an UNESCO-Projektschulen intensiv auseinander. Während der Veranstaltung stellen drei Schulen ihre Projekte vor. So recherchiert eine Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter Wöhlerschule die Lebenswege jüdischer Schülerinnen und Schüler während des NS und hält die Erinnerung an deren Schicksal wach. Über ihre Erfahrungen bei einer trinationalen Jugendbegegnung berichten Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen. Während eines Besuchs in Auschwitz haben sie sich gemeinsam mit Jugendlichen aus Polen und Frankreich der Geschichte des Holocaust angenähert. Zudem stellt die Edith-Stein-Schule Darmstadt ihre Partnerschaft mit dem Leo Baeck Education Center im israelischen Haifa vor.
 

Die UNESCO fördert Bildungsansätze, die zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust, seinen Ursachen und Konsequenzen beitragen. Mit dem Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer des Holocaust erinnern die Vereinten Nationen seit 2005 jährlich am 27. Januar an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords. In Deutschland ist der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945 bereits seit 1996 ein gesetzlich verankerter Gedenktag. 
 

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

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