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Fachkräftemobilität durch internationale Zusammenarbeit stärken: Fachtagung „Bildung:Mobilität–global denken“ in Berlin

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Mittwoch, den 23. Oktober 2019 um 08:06 Uhr

Ab März 2020 tritt das von der Deutschen Bundesregierung beschlossene Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Doch wie sollte insbesondere die internationale Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung gestaltet werden, um die Fachkräftemobilität weltweit zu stärken? Diese Frage steht im Zentrum der vom Goethe-Institut initiierten Fachtagung „Bildung:Mobilität–global denken“.


Rund 150 internationale Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung diskutieren am 22. und 23. Oktober in Berlin über globale Handlungsperspektiven in der beruflichen Bildung, darunter Thomas K. Bauer (RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung), Vassiliy Yuzhanin (Internationale Organisation für Migration), Rosario Jiménez Rodríguez (Botschaft Spanien), Matthias Mayer (Bertelsmann Stiftung), Stefan Kaufmann (Mitglied des Bundestags und Vorsitzender der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung“) und Johannes Ebert (Goethe-Institut).

 

Bildung:Mobilität–global denken

Zum Auftakt der internationalen Fachtagung am Abend des 22. Oktober betont Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts: „Für die erfolgreiche Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetz sind eine Reihe von Bedingungen notwendig: Dazu zählt die Vorbereitung in den Herkunftsländern - hier leistet das Goethe-Institut mit seiner langjährigen und weltweiten Expertise in der sprachlichen und interkulturellen Qualifizierung von Fachkräften bereits einen wesentlichen Beitrag. Diese Förderprogramme gilt es weiter auszubauen und mit den Integrationsangeboten in Deutschland zu verknüpfen. Darüber hinaus müssen wir als Akteure, egal ob aus Politik, Wirtschaft oder dem Bildungsbereich, in den Austausch treten und zusammenarbeiten. Nur gemeinsam können wir Fachkräften aus aller Welt den Zugang zu unserem Land erleichtern und ein Klima des Willkommens schaffen.“

 

Aus spanischer Perspektive berichtet Rosario Jiménez Rodríguez, Referentin für Migration, Soziales und Arbeitsmarkt bei der Botschaft von Spanien in Deutschland, über Chancen und Risiken spanischer Mobilitätsprogramme. Spanien ist eines der Länder, aus dem in den vergangenen Jahren eine besonders hohe Anzahl an Fachkräften nach Deutschland migrierte: „Immer stellen wir den hohen Wert der Erstinformation fest, die die Kandidaten im Herkunftsland erhalten. Es ist wichtig, diese Informationen an die Erwartungen der Fachkräfte anzupassen, die vor allem durch die kulturellen Unterschiede bedingt sind. Wir haben auch festgestellt, dass die Projekte, die sich stärker um die Integration der Teilnehmer bemüht haben, eine überdurchschnittliche Erfolgsquote erwiesen. Daher glauben wir, dass die berufs- und sozialpädagogische Begleitung funktioniert, und dass die einzelnen persönlichen Umstände eine große Rolle im Erfolg der Mobilitätsprojekte spielen.“

 

Thomas K. Bauer, Ökonom und Vizepräsident des RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, der am Mittwoch, den 23. Oktober, einen Impulsvortrag halten wird, erklärt: „Deutschland wird zunehmend auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen sein. Zwar sind die Möglichkeiten der Zuwanderung von Fachkräften nach Deutschland bereits weitestgehend liberal geregelt, jedoch wird im Zuwanderungsrecht und auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch ein zu starkes Gewicht auf Zertifizierungen gelegt, anstatt die eigentlichen Kompetenzen in den Blick zu nehmen. Deshalb muss Migrations- und Integrationspolitik noch stärker von der Politik, den Bildungsinstitutionen und Unternehmen zusammengedacht werden.“

 

Zentral für eine gelungene Eingliederung ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt sei aus Sicht von Karin Aguado, Professorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Kassel, insbesondere das Erlernen der deutschen Sprache: „Sprache ist eine, wenn nicht die wesentliche Voraussetzung für Integration, indem sie den Menschen ermöglicht, angemessen zu kommunizieren und sozial, kulturell und auch ökonomisch Teil der Gemeinschaft zu sein. Daher benötigen Zuwandernde mehr als ein bloßes Funktionsdeutsch, nämlich ein dezidiertes Partizipationsdeutsch, um kommunikativ an der Gesellschaft teilhaben zu können.“

 

Eröffnet wird die Tagung am Abend des 22. Oktober durch Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, und Stefan Kaufmann, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung“. Am 23. Oktober diskutieren rund 150 Expert*innen und Akteure aus Wissenschaft und Forschung, Bildung, Politik, Wirtschaft und Industrie in Workshops und Podiumsdiskussionen die Bedeutung und Ausgestaltung beruflicher Bildung innerhalb des gesamten Migrations- und Integrationsprozesses: Von der Qualifizierung im Herkunftsland vor der Zuwanderung bis hin zur strukturellen Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft und der Frage nach einer möglichen Rückkehr oder Weiterwanderung. Auf einem „Marktplatz“ werden darüber hinaus Projekte der teilnehmenden Institutionen vorgestellt, die sich bereits erfolgreich für eine nachhaltige Fachkräftemobilität einsetzen.

 

Quelle: Goethe-Institut e.V.

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