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Digitalisierung der Hamburger Auswandererlisten von 1850 bis 1934 abgeschlossen

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Donnerstag, den 18. Juli 2019 um 09:44 Uhr

Das Integrationsprojekt ‚LinkToYourRoots‘ zur digitalen Erschließung der Auswandererlisten im Staatsarchiv Hamburg wurde erfolgreich beendet. Damit ist ein besonders wertvoller Bestand des Staatsarchivs dauerhaft gesichert und steht allen Interessierten zur Forschung zur Verfügung. Die Daten der knapp sechs Millionen über Hamburg ausgewanderten Personen können nun im Internet, im Lesesaal des Staatsarchivs und im Museum Ballinstadt recherchiert und die damit verlinkten, digitalisierten Originale betrachtet werden.

 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Auswandererlisten liefern einen wichtigen Beitrag zur internationalen Familien- und Migrationsforschung und geben vielen Nachfahren auf der ganzen Welt wertvolle Hinweise über die Herkunft ihrer Vorfahren. Mit der Digitalisierung der Auswandererlisten ist dieser wertvolle Bestand des Staatsarchivs dauerhaft gesichert worden und steht nun weltweit der Forschung zur Verfügung. Die faszinierenden Geschichten von Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben den Aufbruch wagten und ihre neuen Heimatorte durch neue kulturelle Einflüsse veränderten, sind ein wichtiger Nachweis über die weltweiten Migrationsprozesse. Geschichten wie die der Vorfahren von Donald Trump, die in den Auswandererlisten dokumentiert sind, zeigen uns, wie sehr die Welt von Migration geprägt ist. Sie machen deutlich, dass wir auch heute denen eine Zukunft geben sollten, die durch Flucht und Vertreibung zu uns kommen, so wie unsere Vorfahren eine Chance bekommen haben, nachdem sie ihre alte Heimat über Hamburg verlassen haben.“

 

Auswandererlisten im Staatsarchiv Hamburg

Über Hamburg verließen rund 10 Prozent aller europäischen Überseeauswanderer den Kontinent. Nur in Hamburg sind die Nachweise über die Passagiere erhalten geblieben und bilden damit eine historisch einmalige Quelle für die geschichtliche und genealogische Forschung. In den Listen stehen detaillierte Daten der Auswanderinnen und Auswanderer. Dank dieser Angaben eignet sich die Quelle hervorragend für die Erforschung historischer Migrationsprozesse. Für Nachfahren besteht so die Möglichkeit, die Herkunftsorte und Lebensumstände ihrer Vorfahren zu ermitteln. Mit der Digitalisierung stehen die Daten nicht mehr nur über die Einsicht der Originallisten zur Verfügung, sondern können weltweit online eingesehen werden. Dies erleichtert die Erforschung erheblich und sichert den Originalbestand.

 

Gefördert wurde die Erfassung der Auswandererlisten durch das Integrationsamt der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, aus Mitteln der Schwerbehindertenabgabe. Das Vorhaben wurde als Modellprojekt „LinkToYourRoots“ zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung ins Leben gerufen, um unter anderem auszuloten, wie bis dahin Schwerbehinderte in reguläre Beschäftigung gebracht werden können. Zahlreiche Beschäftigte konnten aufgrund der im Projekt erworbenen Qualifikation auf reguläre Arbeitsplätze wechseln. Die Beschäftigten übertrugen die Listen vollständig und quellentreu in eine Datenbank, wobei die Herausforderung darin bestand, die korrekte Übernahme der handschriftlichen und oft sehr schwer leserlichen Einträge unterschiedlichster Schreiberinnen und Schreiber zu gewährleisten.

 

Beim Internetpartner des Staatsarchivs, Ancestry.de, dem weltweit größten Anbieter von Dienstleistungen für Familienforscher, ist die Hamburger Auswandererdatenbank eine der beliebtesten Quellen. Pro Jahr werden bei diesem Angebot weltweit etwa 200.000 Besucherinnen und Besucher mit deutlich mehr als einer Million Seitenaufrufe gezählt. Erst das Wissen über die Herkunftsorte der Vorfahren ermöglicht die weitere Erforschung der Familiengeschichte und der Umstände, die das Leben der Voreltern prägten. Das gesamte Angebot von Ancestry und damit auch die digitalisierten Auswandererlisten stehen allen im Lesesaal des Staatsarchivs und im Auswanderermuseum Ballinstadt kostenlos zur Verfügung.

 

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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