Neue Kommentare

NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und noch einmal zur Goldenen Kamera
Im Fol...

Hans Joachim Schneider zu Tina – das Tina Turner Festival: Was soll aus einem Stück werden, wenn die Dame, ...
Marion Sörensen zu Leipziger Buchmesse – Impressionen: Das ist wieder einmal ein wunderbar geschriebener...
Dagmar Reichardt zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: Danke, lieber Herr Cvek! Ja, das war ein wirklich...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Bauhütten-Nominierung für UNESCO-Register des Immateriellen Kulturerbes eingereicht

Drucken
Dienstag, den 19. März 2019 um 09:46 Uhr
Deutschland hat heute gemeinsam mit Frankreich, Norwegen, Österreich und der Schweiz die Nominierung des Bauhüttenwesens bei der UNESCO in Paris eingereicht. Beantragt wird die Aufnahme in das UNESCO-Register Guter Praxis zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes. Es ist die erste Nominierung mit deutscher Beteiligung für dieses Register.

Bauhütten kombinieren seit Jahrhunderten traditionelles Handwerk mit neuesten Techniken und stellen so den Erhalt von Kathedralen und Großbauwerken sicher. Aus Deutschland haben Bauhütten in Aachen, Bamberg, Passau, Mainz, Lübeck, Soest, Dresden, Ulm, Köln, Freiburg, Regensburg, Schwäbisch Gmünd und Xanten an der multinationalen Nominierung mitgewirkt. Eine Entscheidung fällt der verantwortliche UNESCO-Ausschuss Ende des Jahres 2020.

Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission betont: „Der Erhalt monumentaler Bauten in vielen Ländern Europas ist nur durch die gemeinsame Arbeit der Bauhütten möglich. Das zeigt die heute eingereichte Nominierung des Bauhüttenwesens in beeindruckender Weise. Sie macht deutlich, wie wichtig Erhalt und Weiterentwicklung des Wissens und der Fähigkeiten sind, die zur Instandhaltung insbesondere von Großkirchen gebraucht werden. Und sie zeigt auch: Die Bauhütten sind modellhaft bei der Vermittlung und dem Austausch dieses Wissens. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass diese erste Nominierung in einem europäischen Verbund mit deutscher Beteiligung für das UNESCO-Register Guter Praxis beim Immateriellen Kulturerbe erfolgreich sein wird!“

Viele Gewerke, ein Ziel: Der Erhalt historischer Bauten
Eine kontinuierliche und systematische Restaurierung durch eine fest eingerichtete Bauhütte ist unabdingbar für eine denkmalgerechte, nachhaltige und dauerhafte Erhaltung historischer Großbauten. Unter der Leitung eines Dombaumeisters oder einer Dombaumeisterin arbeiten in der Regel Dutzende Mitarbeitende, vor allem Steinmetze und Bildhauer in einer Bauhütte. Hinzu kommen unter anderem Dachdecker, Gerüstbauer, Schreiner, Maler, Elektriker, Schlosser, Schmiede und Glasmaler. Sie alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihrem über viele Generationen weitergegebenen Wissen und Können sowie neuen Ideen das Bauwerk zu erhalten.
„Schon im Mittelalter waren die Dombauhütten Innovationsbetriebe. Das ist auch heute noch der Fall“, erklärt Peter Füssenich, Baumeister des Kölner Doms. „Wir trauen uns, das Alte zu bewahren, aber auch neueste Technik zum Erhalt unserer Bauten einzusetzen. Die Nominierung für das UNESCO-Register ist ein wichtiger Schritt, um das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit des Bauhüttenwesens als Immateriellem Kulturerbe zu stärken“, so Füssenich weiter.
Herausforderungen beim Erhalt von Kathedralen und Kirchen

Die Bedingungen, denen Bauwerke ausgesetzt sind, ändern sich im Laufe der Zeit: Im 19. und 20. Jahrhundert führte beispielsweise saurer Regen, der durch die Verbrennung von Kohle, Heizöl und Benzin hervorgerufen wurde, zu starken Beschädigungen der Natursteine. Die Steinstruktur veränderte sich und verlor an Stabilität. Heute sind es überwiegend witterungsbedingte Umwelteinflüsse, wie Winde, Starkregen oder Blitzschlag, die die Architektur bedrohen. Aber auch durch vermehrte Autoabgase entstehen Schäden. Um darauf zu reagieren, entwickeln sich Bauhütten kontinuierlich weiter. Sie setzen innovative Techniken und Gerätschaften ein und entwickeln neues handwerkliches Wissen und Können.

Das Bauhüttenwesen als weltweites Modellprogramm
Ziel der modernen Bauhütten ist es, das Wissen über die tradierten Handwerkstechniken auch in Zukunft weiterzugeben und lebendig zu halten. Dieses beispielhafte Engagement für den Erhalt und die Förderung Immateriellen Kulturerbes mit gezielten bewusstseinsbildenden Informations- und Vermittlungsmaßnahmen soll als Gutes Praxisbeispiel modellhaft weltweit dienen. Zugleich fördern die Bauhütten durch ihre Arbeit und deren Vermittlung an die Öffentlichkeit das Verständnis für Großbauwerke aus dem Mittelalter, wie Kathedralen und Burgen, deren Baubetrieb, Bauorganisation und die Bautechnik.

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Bauhütten-Nominierung für UNESCO-Register d...

Mehr auf KulturPort.De

Geheimnisvolles, schönes Genua – die „Rolli Days“
 Geheimnisvolles, schönes Genua – die „Rolli Days“



Kaum ist Renzo Pianos neuer Architekturfilm „Architekt des Lichts“ (Regie: Carlos Saura) in den deutschen Kinos angelaufen und die Tragödie der teileingest [ ... ]



Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir
 Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir



Die Richtung ist vorgegeben, auch wenn wir nicht wissen, woher und aus welcher Farbe sie kommen. Es geht ins tief dunkle Azurblau-schwarz: das belgische Trio um  [ ... ]



„Hyper! A Journey Into Art and Music“
 „Hyper! A Journey Into Art and Music“



Die Deichtorhallen in Hamburg suchen mit der Ausstellung „Hyper! A Journey Into Art and Music“ von Kurator Max Dax, ein neues, junges Publikum – und die Re [ ... ]



Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance
 Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance



Wer sakrale Kunst schätzt, sollte eine bemerkenswerte Ausstellung in Berlin nicht versäumen. In Kooperation mit der National Gallery, London, präsentieren die [ ... ]



„Ein letzter Job”. Oder der diskrete Charme des Michael Caine.
 „Ein letzter Job”. Oder der diskrete Charme des Michael Caine.



Das Alter ist ein besonders tückischer gefräßiger Moloch, die Zeit drängt, doch Schauspieler wie der 86jährige Michael Caine in „Ein letzter Job” trotze [ ... ]



Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
 Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze



„Die Aufgabe, sieben Adagios, wovon jedes gegen zehn Minuten dauern sollte, aufeinander folgen zu lassen, ohne den Zuhörer zu ermüden, war keine von den leic [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.