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Bilanz zum Europäischen Kulturerbejahr 2018

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Montag, den 24. Dezember 2018 um 09:02 Uhr
Das Europäische Kulturerbejahr 2018 unter dem Motto „Sharing Heritage“ hat auch in Hamburg unser reichhaltiges europäisches Erbe erfolgreich sichtbar gemacht. In ganz Europa bot das Jahr viele Gelegenheiten, dem Motto entsprechend „zu Hause Europas Geschichte zu entdecken“. Vertreter und Vertreterinnen von Initiativen, Stiftungen, Schulen, von Hochschulen, Kirchen, Museen, Geschichtswerkstätten und Vereinen haben sich in Hamburg mit insgesamt rund 30 Projekten, darunter Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionen, Kunst-, Foto- und Filmprojekten sowie App, Forschungs- und Vermittlungsvorhaben, eingebracht. Damit lag die Beteiligung der Hansestadt deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
 
Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien:„Die Hamburgerinnen und Hamburger haben die Idee der Europäischen Kommission engagiert aufgegriffen und das Motto ,Sharing Heritage´ vielfältig erlebbar gemacht. Nach dem bundesweiten Auftakt des Kulturerbejahres im Hamburger Rathaus, haben viele erfolgreich dazu beigetragen, unsere gemeinsame europäische Geschichte auch in Hamburg lebendig zu halten. Ein Großteil der Aktivitäten zum Kulturerbejahr kam aus der Hamburger Zivilgesellschaft. Ich bin allen Beteiligten dankbar für ihren Einsatz und ihre Ideen und Impulse. In ihrer Vielfalt haben die Hamburger Projekte gezeigt, dass unser kulturelles Erbe mit all seinen Gemeinsamkeiten und Unterschieden ein stabiles Fundament unserer gemeinsamen Zukunft bildet.“
 
Das Denkmalschutzamt der Hamburger Behörde für Kultur und Medien hatte sich bereits maßgeblich an den Vorbereitungen des Europäischen Kulturerbejahres auch auf nationaler und internationaler Ebene beteiligt. Bereits seit 2015 ist Landesdenkmalpfleger Andreas Kellner als Vertreter der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger Mitglied im nationalen Programmbeirat gewesen. Im Rahmen eines Denkmalsalons im Herbst 2015 stimmte Architekturkritiker und Denkmalratsmitglied Jürgen Tietz Hamburger Fachkreise auf das bevorstehende Themenjahr mit dem Motto „Sharing Heritage“ ein. Im Mai 2017 lud das Denkmalschutzamt zivilgesellschaftliche Akteure zu einem Auftakt-Workshop in die ehemalige St. Maximilian Kolbe-Kirche ein. „Was sind unsere gemeinsamen Wurzeln? Wo ist Europa in Hamburg präsent? Wer sind die künftigen Erben unseres kulturellen Erbes? Und wie wollen wir uns konkret in das Europäische Kulturerbejahr 2018 einbringen?“ Diese Fragen diskutierten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, Hochschulen, Kirchen, Museen, Geschichtswerkstätten, Vereinen und Initiativen.
 
Anfang 2019 wird das Denkmalschutzamt die zivilgesellschaftlichen Akteure, die sich in Hamburg im Europäischen Kulturerbejahr engagiert haben, noch einmal zu einem Workshop einladen, der Rückblicke und Ausblicke miteinander verbinden wird.
 
Einzelne Projekte im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahrs
Kurz bevor am 8. Januar 2018 der bundesweite Auftakt zum Europäischen Kulturerbejahr im Hamburger Rathaus stattfand, hatte die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) im Dezember 2017 das Kolloquium „KULTURGUT EUROPÄISCHE STADT“ mit mehreren Landesdenkmalpflegern und Hamburgs Oberbaudirektor an der Hochschule für Bildende Künste durchgeführt. Von Januar bis April fanden im Denkmalsalon vier Vortragsabende zum Thema Denkmalpflege in Europa statt mit Erfahrungsberichten aus Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Russland.
 
Hamburgweit fanden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen, organisiert von verschiedensten zivilgesellschaftlichen Akteuren, statt, einige begleitet durch die Behörde für Kultur und Medien. Projekte wie die Ausstellung „Klassisch dänisch. Norddeutsche Baukultur seit 1790“ im Jenisch Haus, die Veranstaltung „Tafelsilber und Betongold“ der Patriotischen Gesellschaft, des Denkmalrats und des Denkmalvereins oder die Ausstellung und Publikation zum 180jährigen Jubiläum der Englischen Kirche am Zeughausmarkt erhielten Fördermittel, andere wurden durch Redebeiträge und Vermittlung von Partnern unterstützt.   
    
Höhepunkte unterschiedlichster Aktivitäten waren die Europawoche und der Tag des offenen Denkmals. 
  
Die Europawoche wurde mit der Fotoausstellung „Die Straßen von Marseille - Les rues de Hambourg“ eröffnet, die vom Denkmalschutzamt konzipiert, von der Leipziger Agentur Panoramastreetline umgesetzt und durch die Stiftung Denkmalpflege Hamburg und das Goethe Institut Marseille gefördert wurde. Die Ausstellung, die große Resonanz erfuhr, wurde im Mai in der Rathausdiele gezeigt, anschließend in Marseille zum Besuch des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher im Juli. Zum Gegenbesuch der französischen Delegation kehrte die Ausstellung im Herbst zurück in die Hamburger Rathausdiele, bevor sie im November an der HafenCity Universität zu sehen war.
In der Europawoche hatten Denkmalschutzamt, Senatskanzlei und Infopoint Europa außerdem die Podiumsveranstaltung „Wie europäisch ist Hamburg? - Vielfalt und Reichtum des europäischen Kulturerbes“ über Zukunftsfragen des gemeinsamen baukulturellen Erbes durchgeführt. Im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe diskutierten Landesdenkmalpfleger Andreas Kellner, Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann-Reemtsma-Stiftung, Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel, Vorsitzende der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und HCU-Professorin Dr. Lisa Kosok über Zukunftsfragen des gemeinsamen baukulturellen Erbes. 
  
Den Tag des offenen Denkmals mit dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ nahmen viele Veranstalter zum Anlass, Fragen von Kulturtransfer, Austausch und Bewegung aufzugreifen. Die Auftaktveranstaltung am 7. September 2018 – dem 210 Geburtstag des englischen Ingenieurs William Lindley – lenkte den Fokus auf die englischen, unter anderem aber auch auf die dänischen und portugiesischen Spuren in Hamburg. Vorgestellt wurde dabei auch das Schülerprojekt des Gymnasiums Klosterschule „Ein Ingenieur startet durch!", das in einer Ausstellung zu William Lindley und in einer gemeinsamen Publikation mit dem Denkmalschutzamt mündete. 
 
Ein Schwerpunktprojekt des Denkmalschutzamts im Kulturerbejahr war die Entwicklung der Augmented Reality App „Mit Lindley durch Hamburg: Englisches Know-How in der Hansestadt digital erleben“, die auch Thema zur Eröffnung des Tags des offenen Denkmals war. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des IT-Globalfonds der Freien und Hansestadt Hamburg und aus Denkmalschutzmitteln der Behörde für Kultur und Medien. Die App ist Teil des Verbundprojekts „Denkmal Europa“ der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger, das im November auf denkmal, der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, in Leipzig präsentiert wurde.
 
Außerdem erhielt auf der Denkmalmesse Leipzig das Konzept der geplanten Umnutzung der ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche in Hamburg Wilhelmsburg einen Preis beim Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“, den das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgelobt hatte. Der Impuls zur Projekteinreichung beim Bundeswettbewerb ging vom Denkmalschutzamt aus.
 
Ziel des Europäischen Kulturerbejahres war es auch, nachhaltige Effekte für Denkmalschutz und eine nachhaltige Baukultur über 2018 hinaus zu initiieren. Dazu wurde in Berlin zum Sharing Heritage Summit der „Berlin Call to Action“ verabschiedet, den Hamburgs Landesdenkmalpfleger vor Ort mitunterzeichnete. Dieser Aktionsplan hat den Impuls der „Davos-Declaration zum Stellenwert der Baukultur“ gezielt in den Kulturerbe-Bereich getragen, nachdem sich bereits die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VdL) auf ihrer Jahrestagung unmittelbar vor dem Summit mit dem „Trierer Manifest“ zur Davos-Declaration bekannt hatte. Der Aktionsplan fordert verstärkte Bildungs- und Vermittlungsaktivitäten für das kulturelle Erbe ein und setzt so auf Verstetigung der Aufbruchstimmung des Europäischen Kulturerbejahres.
 
Die Ausstellungen „Klassisch dänisch“ im Jenisch Haus und  zum Jubiläum in der Englischen Kirche am Zeughausmarkt sind auch in neuen Jahr noch zu sehen.    

Quelle: Kulturbehörde Hamburg

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