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Polin Natalia LL erhält mit dem ROSA-SCHAPIRE-KUNSTPREIS 2018

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Freitag, den 12. Oktober 2018 um 09:01 Uhr
Die polnische Künstlerin Natalia LL – Natalia Lach-Lachowicz – (*1937) hat den diesjährigen Rosa-Schapire-Kunstpreis bekommen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Gegenwartskünstler_innen in Deutschland. Natalia LL ist eine der bekanntesten Konzeptkünstlerinnen Polens und zählt zu den ersten feministischen Künstlerinnen Europas.

Bestimmt wurde die Preisträgerin von der polnischen Kunstkritikerin und langjährigen Museumsdirektorin Dr. Agnieszka Morawińska (*1944). Morawińska legte jüngst – im Mai 2018 – ihr Amt als Direktorin des Warschauer Nationalmuseums nieder, das sie seit 2010 leitete. Der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, hatte Morawińska zur diesjährigen Jurorin für den Rosa-Schapire-Kunstpreis benannt. Die Freunde der Hamburger Kunsthalle vergeben den wichtigen Preis für Gegenwartskunst, der erstmalig im Jahr 2016 ausgelobt wurde.


ROSA-SCHAPIRE-KUNSTPREIS

Der Preis wird in Erinnerung an Rosa Schapire (1874–1954) vergeben, die bereits zu ihrer Zeit als große Vorkämpferin für die zeitgenössische Moderne galt. Mit Begeisterung und voller Tatendrang setzte sich die außergewöhnliche Kunsthistorikerin dafür ein, tradierte Kunstauffassungen aufzulösen. Mit einem zu ihrer Zeit viel Mut verlangenden, rückhaltlosen Engagement, war sie Freundin, Förderin und Fürsprecherin des Expressionismus. Der Rosa-Schapire-Kunstpreis ist dem unerschrockenen und leidenschaftlichen Geist der Namensgeberin verpflichtet. Vorangegangene Preisträger_innen waren in 2017 die portugiesische Künstlerin Ana Jotta, benannt von Dr. Penelope Curtis, sowie im Jahr 2016 der rumänische Künstler Dan Perjovschi, benannt von Prof. Kasper König.

Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Direktor der Hamburger Kunsthalle: 
»Mit Agnieszka Morawińska hat eine zentrale Persönlichkeit für die polnischen Museen und für die zeitgenössische Kunst in Polen als Jurorin zugesagt. Ihre grundlegende Neuaufstellung des Warschauer Nationalmuseums und ihr kompromissloses Eintreten für gerade auch kritische zeitgenössische Kunst bewundere ich sehr.«

Dr. Ekkehard Nümann, Vorsitzender der Freunde der Kunsthalle: 
»Ich freue mich sehr, dass es mit Natalia LL ein weiteres Mal gelungen ist, eine höchst eigenwillige Künstlerpersönlichkeit zu ehren. Unsere Jurorin hat ihre Wahl ganz im Sinne unserer mutigen und unkonventionellen Namensgeberin Rosa Schapire getroffen.« 
Die Freunde der Kunsthalle e. V. gehören mit über 18.000 Mitgliedern zu den wichtigsten Freundeskreisen im deutschsprachigen Raum. Sie setzen sich seit ihrer Gründung im Jahr 1923 für die Kunstvermittlung ein und unterstützen die Hamburger Kunsthalle beim Erwerb von Kunstwerken und der Finanzierung von Ausstellungen.

Natalia LL (*1937) ist Zeichnerin, Fotografin, Performance- und Videokünstlerin und bekannt als eine Pionierin feministischer und konsumkritischer Kunst in Polen. Nach dem Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Breslau gründete sie 1970 die Galerie Permafo (Abkürzung für permanente Formalisierung) und wurde zu einer der zentralen Figuren der Breslauer Konzeptkunst. Natalia LLs künstlerisches Schaffen wird in ihrem Heimatland kontrovers wahrgenommen und wurde auch zensiert, ist inzwischen aber in seiner historischen und aktuellen Bedeutung international anerkannt. Seit 1975 engagiert sie sich in der internationalen feministischen Kunstbewegung. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist die Foto- und Video-Serie Consumer Art (1972-75). Seit 2004 ist sie als Dozentin an der Hochschule für Bildende Künste in Posen tätig.

Dr. Agnieszka Morawińska (*1944) war von 1991 bis 1992 stellvertretende Ministerin für Kultur und Kunst in Polen und lebte danach als Botschafterin der Republik Polen in Australien. 2001 übernahm sie die Leitung der auf zeitgenössische Kunst ausgerichteten Galeria Zachęta, das führende Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Polen. Von 2010 bis zu ihrem Rücktritt 2018 war Morawińska Direktorin des National Museums in Warschau.

Quelle: Hamburger Kunsthalle

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