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Länderübergreifendes Lernen: Start der „Digitalen Netzwerkuniversität. Kultur verbinden“

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Donnerstag, den 11. Oktober 2018 um 13:50 Uhr
In Zeiten politischer Spannungen setzen das Goethe-Institut und neun Universitäten aus Deutschland, Österreich, Russland, Georgien und der Ukraine ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit und Konfliktprävention: Mit der Gründung der „Digitalen Netzwerkuniversität“ schaffen sie die Grundlage, dass Bildung auch in Krisenzeiten über Ländergrenzen hinweg funktioniert. Ab dem Wintersemester 2018/19 können Studierende E-Learning-Kurse zu Themen wie Nachhaltige Entwicklung, Konfliktprävention oder Friedensforschung belegen. Bei einer Auftaktveranstaltung am 11. Oktober 2018 präsentieren neben dem Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann auch Vertreterinnen und Vertreter der Netzwerkpartner Ziele und Inhalte dieses weltweit einmaligen Projektes.
 
Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann sagte anlässlich des Auftakts der „Digitalen Netzwerkuniversität“ in Berlin: „Gemeinsame Lern- und Lehrorte auf allen Ebenen, gerade auch in der Hochschullehre, sind von großer Aktualität und Notwendigkeit. So will die ,Internationale Digitale Netzwerkuniversität‘ mit Weltoffenheit, Verantwortung und kultureller Vielfalt einen Gegenentwurf zu nationalistischen Tendenzen sowie Wissenschaft gegen alternative Fakten setzen. Entstanden ist ein ganzheitliches Konzept, das die nachwachsende Generation auf die globalen – ökologischen, ökonomischen und sozialen – Herausforderungen unserer vernetzten Welt vorbereiten möchte. Die ,Digitale Netzwerkuniversität‘ zielt darauf ab, das Denken und Handeln der Studierenden und Lehrenden dahingehend zu weiten.“
 
Anne Schönhagen, Initiatorin der „Digitalen Netzwerkuniversität“ und Leiterin der Spracharbeit am Goethe-Institut Moskau und der Region Osteuropa/Zentralasien, erläuterte: „Wichtigstes Ziel der Netzwerkuniversität ist es, die gegenseitige Verständigung zu fördern. Durch den interkulturellen Dialog innerhalb der E-Learning-Kurse sollen die Studierenden für Konfliktlösungen sensibilisiert werden und lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Wir sind davon überzeugt, dass Bildung und Kooperation einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Konflikten leisten können.“
 
Die „Digitale Netzwerkuniversität“ ist ein virtueller Zusammenschluss von derzeit neun Universitäten und Hochschulen aus Deutschland, Österreich, Russland, Georgien und der Ukraine – fünf Länder, deren Beziehungen sich aufgrund politischer Spannungen in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert haben. Das internationale Bildungsnetzwerk umfasst dabei digitale Studienformate in Form von Online-Seminaren und –Vorlesungen zu den vier Themenbereichen Transkulturelles Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Friedens- und Konfliktforschung sowie Deutsch als Fremdsprache, die von Dozenten und Bildungsexpertinnen der teilnehmenden Universitäten in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau konzipiert wurden und zukünftig weiterentwickelt werden.
 
Ab dem Wintersemester 2018/19 können sich Studierende der teilnehmenden Universitäten aus den Fachrichtungen Kultur- und Sprachwissenschaften, Ökologie, Bildungs- und Sozialwissenschaften erstmals für die Online-Kurse im Wahlpflichtbereich einschreiben und erhalten nach erfolgreichem Abschluss ECTS-Punkte. Dabei gliedern sich die Angebote in drei Kurstypen: Die sogenannten Einführungskurse wurden von den Universitäten selbst entwickelt und der Netzwerkuniversität anschließend zur Verfügung gestellt. Die Ankerkurse wurden von mindestens drei Universitäten gemeinsam entwickelt und legen einen besonderen Fokus auf interaktives transkulturelles Arbeiten der Studierenden. Die Vertiefungskurse der Netzwerkuniversität richten sich an Masterstudierende bzw. Studierende, die akademisch schon weiter fortgeschritten sind. Da die meisten Kurse in deutscher Sprache stattfinden, werden gute Deutschkenntnisse vorausgesetzt. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist dabei das bereichsübergreifende Prinzip, mit dem Wissen von Lehrenden und Lernenden gemeinsam erarbeitet wird. Damit wird ein partizipatives, reflexives und diskursives Studieren unterstützt.
 
Offiziell eröffnet wird die „Digitale Netzwerkuniversität“ am 11. Oktober 2018 im Spreespeicher in Berlin. Neben einer Podiumsdiskussion zum Thema „Kulturen verbinden“ unterzeichnen die Partner auch ein Memorandum of Understanding, um damit den Start der „Digitalen Netzwerkuniversität“ zu begründen.
 

Auftaktveranstaltung der „Digitalen Netzwerkuniversität“ in Berlin

Datum: 11. Oktober 2018, 15 bis 18 Uhr
Ort: Spreespeicher Berlin, Stralauer Allee 2, 10245 Berlin
 
Programm
15.00 Uhr: Grußwort von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts
15.25 Uhr: Impulsvortrag „Bildung der Zukunft: international, vernetzt, nachhaltig“ von Prof. Dr. Gerhard de Haan, Freie Universität Berlin
15.45 Uhr: „Kulturen verbinden“: Vorstellung des Projekts der „Digitalen Netzwerkuniversität“ durch Anne Schönhagen, stellvertretende Institutsleiterin am Goethe-Institut Moskau und Leiterin der Spracharbeit in der Region Osteuropa/Zentralasien
16 Uhr: Übergabe der Memoranden of Understanding
16.20 Uhr: Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Universitäten, Moderation: Gesine Dornblüth (Freie Journalistin)
 
Gesprächsrunde I
Dr. Rüdiger Bolz (Leiter des Goethe-Instituts Moskau und der Region Osteuropa/Zentralasien), Dr. Thomas Haase (Rektor der Hochschule für Umwelt- und Agrarpädagogik Wien), Janine Nuyken (Vizepräsidentin für Organisationsentwicklung, Studierende und Lehre, Europa-Universität Viadrina), Prof. Dr. Svetlana Tachtarowa (stellvertretende Leiterin des Instituts für internationale Beziehungen, Kasaner Föderale Universität)
 
Gesprächsrunde II
Prof. Dr. Nino Doborjginidze (Prorektorin der Staatlichen Ilia-Universität Tbilissi), Prof. Dr. Dorle Dracklé (Dekanin des FB 09 Kulturwissenschaft Universität Bremen), Prof. Dr. Kornelia Freitag (Prorektorin für Lehre und Weiterbildung Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Mykhailo Minakov (Mohyla-Akademie Kiew), Prof. Georg Müller-Christ (Leiter der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit)
 
Quelle: Goethe-Institut

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