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Die Bundesregierung plant, die Förderung des Freiwilligen Sozialen Jah­res (FSJ) für anerkannte Kriegsdienstverweigerer aus Mitteln des Bundesamts für Zivildienst (BAZ) zu strei­chen. Diese Mittel haben maßgeblich den Ausbau des FSJ Kultur auf heute über 1.100 Plätze bundesweit finanziert. Zwar formulierten CDU und FDP in der Koa­litionsverein­ba­rung die Absicht, die Angebote im FSJ Kultur ausweiten zu wollen, die bekannt gewordenen Pläne des Bundesjugendministeriums (BMFSFJ) bedrohen jedoch den Freiwilligendienst, der in diesem Jahr in seinen zehnten Jahrgang startet, in seiner Existenz. Die Mitgliederversammlung der Bundesver­ei­ni­gung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e.V., bundeszentraler Träger im FSJ Kultur, fordert die Bundesregierung auf, das FSJ Kultur zu sichern und Fördermittel bereitzustellen.

Das FSJ Kultur bietet in föderaler Struktur beispielsweise derzeit für Sachsen-Anhalt über 60 Plätze bei vierfacher Bewerberzahl. Die Finanzierung eines FSJ Kultur-Platzes erfolgt wesentlich über die Eigenbe­tei­li­gung der Einsatzstellen, dem Sozial- und Kultursministerium des Landes sowie über Fördermittel des BMFSFJ. Aktuell steht der jährlichen Förderung in Höhe von 77.037 Euro der knapp 16 Freiwilligen, die ein FSJ Kultur anstelle des Zivildiensts absolvieren, eine durch den Kinder- und Jugendplan des BMFSFJ getragene Förderung von rund 43.253 Euro für 50 Freiwillige gegenüber. Etwa 46 Stellen finanzieren wir als Träger bereits aus Drittmitteln. Nur durch die BAZ-Förderung war es möglich, eine nachhaltige Freiwilligendienst-Infrastruktur aufzubauen sowie pädagogische Qualität, Einsatzstellenspektrum und Platzangebot im FSJ Kultur zu erweitern.

Zwar ist beabsichtigt, die Fördermittel von insgesamt 30 Millionen Euro aus dem BAZ in den Etat der Jugendfreiwilligendienste zu überstellen, doch sollen damit mehr Plätze bei allen FSJ Trägern mit einer monatlich viel geringeren Pauschale für die pädagogische Begleitung gefördert werden. Eine vergleichbare Förderstruktur wie im sozialen Bereichs, in dem erbrachte Leistung über Pflegesätze etc. abgerechnet werden kann, wird der Spezifik des kulturellen Felds als nicht refinanziertem Einsatzbereich nicht gerecht. Das FSJ Kultur benötigt eine monatliche Förderpauschale pro Platz von 200 Euro, um das Angebot bedarfsgerecht erhalten und ausbauen zu können. Andernfalls droht ein massiver Einschnitt in das Platzangebot und die Trägerlandschaft.

Die Träger im FSJ Kultur planen jetzt für den Jahrgang 2010/2011. Bewerbungsschluss für Jugend­liche und Einsatzstellen ist der 31. März 2010. Verlässliche Planungssicherheit muss schnellstmöglich herbeigeführt werden, um Bewerbern_innen die Perspektive auf ein FSJ Kultur geben zu können, attraktive Einsatzstellen zu halten und Trägern eine Planungsgrundlage für den kommenden Jahrgang zu geben.

Quelle: Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V.; Fachbereich Jugendbildung/FSJ-Kultur