Neue Kommentare

Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...
yolo 456 zu Die Juden vom Altrhein: man sollte einen artikel erst einmal lesen bevor ...
yolo123 zu Die Juden vom Altrhein: Das jüdische Leben in Deutschland ist vorbei und...
Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...

News-Port

Sieben Neuaufnahmen in Deutschlands Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Drucken
Freitag, den 16. März 2018 um 22:50 Uhr
Der Further Drachenstich, Künstlerische Drucktechniken sowie zwei weitere Traditionen und Wissensformen zählen seit heute zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Drei Modellprojekte wurden als „Gute Praxis-Beispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ anerkannt. Beschlossen wurde heute ebenfalls die Nominierung des Hebammenwesens für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes sowie eine Beteiligung Deutschlands an einer Mehrländernominierung der Bauhüttentradition im Jahr 2019.

Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission und Vorsitzender des Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe, betont: „Die Neueinträge in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zeigen den kulturellen Reichtum in Deutschland. Sie machen deutlich, wie viele Menschen jeden Tag kreativ tätig sind, ihr Wissen und Können fortentwickeln und weitergeben und so einen unverzichtbaren Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft leisten.“

Die sieben Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes:
  • Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen
  • Further Drachenstich
  • Historisches Dokumentarspiel „Landshuter Hochzeit 1475“
  • Spergauer Lichtmeß
  • Das Bauhüttenwesen - Weitergabe, Dokumentation, Bewahrung und Förderung von Handwerktechniken und -wissen (Gute Praxis-Beispiel)
  • Amateurmusikpflege in Baden-Württemberg (Gute Praxis-Beispiel)
  • Der „Pfingsttanz“ als Basis der kommunalen Entwicklung in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra (Gute Praxis-Beispiel)
Hebammenwesen wird 2019 für internationale UNESCO-Liste nominiert
Im März 2019 wird Deutschland das Hebammenwesen für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes nominieren. Eine Entscheidung zur Aufnahme in die Liste fällt Ende 2020. Die Kulturform wurde im Jahr 2016 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Prof. Dr. Christoph Wulf, Vorsitzender des Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe, zur Nominierung für die UNESCO-Liste: „Etwa 20.000 Hebammen in ganz Deutschland leisten jeden Tag sehr wertvolle Arbeit. Ihr Wissen und ihre weitreichenden Fähigkeiten sind essenziell für Geburten hierzulande, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt. Doch führen heute in Deutschland Überlastung und hohe Haftungsrisiken zu oft schwierigen Arbeitsbedingungen für Hebammen. Mit der Nominierung dieser Kulturform für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes wollen wir einmal mehr auf die sehr wertvollen Kompetenzen der Hebammen sowie auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Weitergabe ihres Wissens und Könnens aufmerksam machen.“

Hebammen betreuen Frauen während der Schwangerschaft, begleiten sie durch die Geburt und stellen die Nachsorge im Anschluss sicher. Sie verfügen über fundamentales medizinisches, anatomisches und geburtshilfliches Wissen, das seit Jahrhunderten weitervermittelt wird. Eines der ältesten Zeugnisse der Hebammenkunst ist eine Tempelmalerei aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., das die Drillingsgeburt der Pharaonenkinder des ägyptischen Sonnengottes Re zeigt. Bedeutende Entwicklungen in Deutschland waren die wahrscheinlich früheste Berufsordnung für Hebammen von 1452 in Regensburg und das erste Hebammenlehrbuch, das Justina Siegemund 1690 in deutscher Sprache verfasste. Heute werden angehende Hebammen in Deutschland in 1.600 Theorie- und 3.000 Praxisstunden an einer Hebammenschule oder Hochschule ausgebildet.

Bauhüttenwesen wird 2019 international als beispielgebendes Modell nominiert
Ebenfalls im März 2019 wird Deutschland gemeinsam mit Frankreich und weiteren Staaten das „Bauhüttenwesen“ für das UNESCO-Register Guter Praxis-Beispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes nominieren. Die Bauhütten sind Kompetenzzenten für Naturstein, in denen das Wissen der Steinbearbeitung seit Jahrhunderten bewahrt, weiterentwickelt, erprobt, dokumentiert und an künftige Generationen vermittelt wird. Mit den zahlreichen Dokumentations- und Erhaltungsaktivitäten, der Jugend- und Vermittlungsarbeit, der Vernetzung mit der jeweiligen Bürgerschaft der Stadt, der Industrie und Bauhütten in anderen Städten und Ländern ist das Bauhüttenwesen ein beispielhaftes europäisches Modell für die Bewahrung und nachhaltige Pflege Immateriellen Kulturerbes.

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Sieben Neuaufnahmen in Deutschlands Verzeichn...

Mehr auf KulturPort.De

Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte
 Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte



Auch heute noch geschehen beglückende Wunder: Mit 80 Jahren veröffentlichte die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ihren ersten Roman unter dem Titel „Schwal [ ... ]



Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National
 Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National



Thierry! – allein sein Vorname löst in Luxemburg schon entzücken aus und wird mit der Addition von „National“ zum Kult. In Deutschland und Österreich fr [ ... ]



„Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls
 „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls



Samuel Moaz kreiert mit dem Antikriegsdrama „Foxtrot” einen atemberaubenden ästhetischen Kosmos: zornig, visuell kühn, emotional hochexplosiv, oft grausam, [ ... ]



Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“
 Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“



Das Stück brillant, die Schauspieler große Klasse, die Inszenierung rundum gelungen und der kleine Saal der Komödie Winterhuder Fährhaus restlos ausverkauft. [ ... ]



Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“
 Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“



Der Titel der Ausstellung „Im Nacken das Sternemeer“ verweist auf das Buch mit Texten von Ludwig Meidner, das 1918 in Leipzig erschien. Meidner (1884-1966),  [ ... ]



Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“
 Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“



Die brasilianische Liedkunst – die dort den Status von Popmusik hat – nennt sich pragmatisch „Música Popular Brasileira“. Den Musikern des Trio Elf, Wal [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.