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Zukunft der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ der Universität Hamburg ist gesichert

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Freitag, den 02. März 2018 um 08:08 Uhr
Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) hat heute im Rahmen der internationalen Tagung „Confronting the colonial past!“ verkündet, die wissenschaftliche Arbeit der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ der Universität Hamburg in den kommenden fünf Jahren mit einer Million Euro zu finanzieren. Im Mittelpunkt der zukünftigen Forschungsarbeit soll die Auseinandersetzung mit der Provenienz kolonialer Objekte in Sammlungen und Museen, der visuellen Kultur des Kolonialismus sowie der historischen Rollen von Politik, Wirtschaft und Kultur stehen.
 
Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Professor Zimmerer und sein Team haben in den vergangenen Jahren exzellente Arbeit geleistet und sich national wie international einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Wir möchten gerne, dass Hamburg weiterhin seine koloniale Vergangenheit systematisch wissenschaftlich aufarbeitet und eine lebendige Erinnerungskultur in der Stadt spürbar ist. Dafür haben wir nun die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können in den kommenden Jahren ihren Beitrag dazu leisten.“
 
2014 hatte der Senat die wissenschaftliche Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Hamburg beschlossen. Die Einrichtung der Forschungsstelle, finanziert bis Anfang 2018 durch die Behörde für Kultur und Medien, die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, die Senatskanzlei sowie die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und anderen, war ein entscheidender Schritt bei der Umsetzung dieses Beschlusses.
 
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte gehört nicht zuletzt dank der hervorragenden Arbeit von Prof. Zimmerers Forschungsstelle und zahlreicher weiterer Akteure in unseren Museen sowie in Verbänden und Initiativen mittlerweile zum demokratischen Grundkonsens in Deutschland. Hamburg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Die nun stattfindende Tagung ist ein wichtiger Schritt in der Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe unserer Stadt, der Impulse insbesondere für die noch ausstehende Kontextualisierung der NS-Kolonialdenkmäler in Jenfeld geben wird. Auch die städtischen Museen haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit Themen der Kolonialgeschichte auseinandergesetzt und verschiedene Forschungsprojekte, zum Beispiel im Bereich der Provenienzforschung, umgesetzt.“
 
Prof. Dr. Dieter Lenzen: „Ich begrüße die Wertschätzung der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität, die sich in der erneuten Förderung der Forschungsarbeiten spiegelt – ein für Hamburg spezifisch bedeutsames Thema!“
 
Die Forschungsstelle untersucht die Verbindungen und Nachwirkungen des Kolonialismus in Hamburg, Deutschland und den ehemaligen Kolonien. Sie erarbeitet die historischen Grundlagen zum (post-)kolonialen Erbe und steht öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Institutionen und Personen beratend zur Seite. Dazu zählen auch regionale, überregionale und internationale Medien. Die Forschungsstelle hat im Sommer 2016 eine Ringvorlesung an der Universität Hamburg zum Thema „Hamburg: Deutschlands Tor zur kolonialen Welt. Über den Umgang mit einem schwierigen Erbe“ durchgeführt. Außerdem erstellt die Forschungsstelle zurzeit eine Bibliographie zum kolonialen Erbe Hamburgs und einen Sammelband zum Thema „Hamburg und die frühe Globalisierung, koloniale Erinnerungsorte in der Hansestadt“. Die Tagung „Confronting the colonial past!“, stellt aktuell die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse einem internationalen Fachpublikum vor.
 
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Leiter der Forschungsstelle: „Ich freue mich sehr, dass die Zukunft der Forschungsstelle gesichert ist. Die Diskussion um den Kolonialismus gehört zu den großen identitätsstiftenden Debatten unserer Zeit in Deutschland. Die richtungsweisende Entscheidung des Senats ermöglicht es uns, auch zukünftig die Stimme der Wissenschaft und ihre Erkenntnisse in die nationale wie internationale Debatte einzubringen.“
 
Neben der Einrichtung der Forschungsstelle sind zahlreiche weitere Maßnahmen zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes in Hamburg umgesetzt und angeschoben worden. So haben sich unter anderem die städtischen Museen in den vergangenen Jahren verstärkt mit Themen der Kolonialgeschichte auseinandergesetzt: In den Museumsstiftungen sind verschiedene Forschungsprojekte begonnen worden. Hervorzuheben ist hier die jüngst abgeschlossene Erforschung der Provenienzgeschichte von drei wertvollen Bronzen aus Benin, die aktuell im Rahmen der Ausstellung „Raubkunst?“ im Museum für Kunst und Gewerbe präsentiert und in einem Begleitkatalog dokumentiert wird. (Post-)koloniale Themen werden auch im Rahmen der anstehenden Neukonzeption von Dauerausstellungen in den historischen Museen, im Museum für Völkerkunde sowie in der Entwicklung des Deutschen Hafenmuseums von Bedeutung sein. Auch in vielen öffentlich geförderten künstlerischen Projekten spielte das Thema in den vergangenen Jahren eine Rolle.
 
Im November 2017 fand auf Einladung der Behörde für Kultur und Medien die Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Runden Tisches zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes statt. Ziel der Veranstaltung war es, den Grundstein für ein Fachgremium zu legen, das künftig die Beteiligung der Zivilgesellschaft sicherstellen und den Prozess der Entwicklung eines gesamtstädtischen postkolonialen Erinnerungskonzepts beratend begleiten soll. Der zweite Runde Tisch findet am 23. März 2018 im Museum für Hamburgische Geschichte statt.
 
Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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