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Philosophin Juliane Rebentisch wird mit dem Lessing-Preis der Stadt Hamburg 2017 geehrt

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Dienstag, den 19. Dezember 2017 um 11:54 Uhr
Der mit 10.000 Euro dotierte Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg geht 2017 an die Philosophin Prof. Dr. Juliane Rebentisch, die an der Hochschule für Gestaltung Offenbach Philosophie und Ästhetik lehrt. Sie wird für ihre Arbeiten zu Ästhetik und Kunst, Gesellschaft und Politik ausgezeichnet. Mit dem Stipendium des Lessing-Preises, das mit 5.000 Euro dotiert ist, wird die Schriftstellerin und Theaterautorin Nino Haratischwili geehrt.

Zu ihrem Werk zählt unter anderem der vielbesprochene Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“, der als Bühnenversion derzeit in der Regie von Jette Steckel am Thalia Theater in Hamburg zu sehen ist. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreicht Preis und Stipendium am 28. Januar 2018 während der Lessing-Tage im Thalia Theater.
 
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Wahl von Juliane Rebentisch und Nino Haratischwili hat das Preiskuratorium zukunftsgerichtet und mutig entschieden. Die Freie und Hansestadt Hamburg ehrt zwei unabhängige Geister: Juliane Rebentisch forscht an den Grenzlinien von Politik, Gesellschaft und Ästhetik – und folgt in ihrem Denken dem Vorbild Lessings. Sie ist eine wichtige Stimme in aktuellen Debatten. Seit der Ehrung Hannah Arendts vor fast 60 Jahren geht der Lessing-Preis damit endlich wieder an eine Frau. Nino Haratischwili, die das Stipendium erhält, gelingt es in ihrer Arbeit, Weltgeschichte ebenso poetisch wie humorvoll  fassbar zu machen. Da Preise ja immer auch anspornen sollen, hoffen wir auf viele weitere Debattenbeiträge der beiden Preisträgerinnen.“
 
Dem Preisrichterkollegium gehörten Prof. Dr. Claudia Benthien (Literaturwissenschaftlerin Universität Hamburg),Dr. Martin Doerry (Feuilletonredakteur „Der Spiegel“), Sandra Küpper (freie Dramaturgin), Prof. Dr. Rainer Moritz (Leiter Literaturhaus Hamburg) und Marie Schmidt (Feuilletonredakteurin „Die Zeit“) an.
 
In der Preisbegründung für den Lessing-Preis heißt es: „Durch Juliane Rebentischs Studien wird klar, auf welch riskante Weise die unsere Demokratie tragende Logik der Repräsentation und vor allem deren Legitimität zur Disposition steht – in einem doppelten Sinne: So arbeitet Juliane Rebentisch nicht nur an der Frage, welche Wirkung die Kunst auf gesellschaftliche Wirklichkeit hat. Sie wirft damit immer auch helles Licht auf die Frage, wie sich Macht in Demokratien inszeniert und darstellt, ja, wie sie überhaupt zu rechtfertigen ist. Neben ihrer wissenschaftlichen und publizistischen Arbeit wirkt Juliane Rebentisch als engagierte Intellektuelle auch in eine interessierte Öffentlichkeit hinein. In bester Tradition Lessings scheut sie dabei Kontroversen nicht, wenn sie etwa eine ,Apologie der Ästhetisierung‘ formuliert, die konträr zur gängigen Kulturkritik am Verkünsteln und Inszenieren von Lebenswelten steht.“
 
Juliane Rebentisch, Jahrgang 1970, studierte Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 2002 an der Universität Potsdam. 2010 habilitierte sie sich an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Ästhetik, Ethik und politische Philosophie. Sie ist Mitglied des Kollegiums am Frankfurter Institut für Sozialforschung sowie bis 2018 amtierende Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Seit Oktober 2011 ist Juliane Rebentisch Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, seit 2014 Vizepräsidentin der Hochschule.
 
In der Begründung für das Lessing-Stipendium schreibt das Preisrichterkollegium: „Die 1983 in Tiflis geborene Autorin Nino Haratischwili schreibt ihre Theaterstücke und Prosatexte in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist – in einem unverwechselbaren, ebenso brillanten wie humorvollen Deutsch. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen große Familienepen, fatale Liebesdramen und literarische Mythen, und immer geht es um die Suche nach dem großen Glück.“
 
Nino Haratischwili ist eine preisgekrönte Theaterautorin, -regisseurin und Autorin des Familienepos „Das achte Leben (Für Brilka)“, erschienen 2014 in der Frankfurter Verlagsanstalt. Der Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und ist als Bühnenversion in Regie von Jette Steckel am Thalia Theater in Hamburg zu sehen. Außerdem verfasste Nino Haratischwili die Romane „Juja“ (2010, Verbrecher Verlag) und „Mein sanfter Zwilling“ (2011, Frankfurter Verlagsanstalt).
 
Der Lessing-Preis gehört zu den traditionsreichsten deutschen Kulturpreisen und wurde 1929 vom Senat anlässlich des 200. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing gestiftet. Er wird alle vier Jahre an Schriftsteller oder Gelehrte verliehen, die sich im Sinne Lessings den Maximen der Aufklärung verpflichtet fühlen und in ihrer Arbeit zum Ausdruck bringen.  Die Stipendiaten sollen zudem eine besondere Beziehung zu Hamburg haben. Preisträger waren unter anderem Hans Henny Jahnn, Hannah Arendt, Peter Weiss, Walter Jens, Max Horkheimer, Jean Améry, Alexander Kluge, Jan Philipp Reemtsma, Karl Schlögel, Klaus Harpprecht und Wolfgang Schivelbusch. Zusätzlich wird das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium des Lessing-Preisesvergeben.


Preisverleihung:

Senator Dr. Carsten Brosda wird den Preis und das Stipendium am Sonntag, dem 28. Januar 2018 um 11 Uhr während der Lessing-Tage im Thalia Theater überreichen. Kostenlose Eintrittskarten für die Veranstaltung sind über das Thalia Theater erhältlich.
 

Quelle: Behörde für Kultur und Medien

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