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Vierte Runde des Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts fördert neun internationale Kulturprojekte

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Montag, den 18. Dezember 2017 um 14:51 Uhr
Mit seinem Koproduktionsfonds fördert das Goethe-Institut kollaborative Arbeitsprozesse sowie innovative Produktionen im internationalen Kulturaustausch. Es unterstützt damit neue Netzwerke und Arbeitsformen in der interkulturellen Zusammenarbeit. Die internationale Jury hat nun Projektanträge von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Senegal, Israel, Iran, China, Mexiko, Portugal, den Palästinensischen Gebieten und Georgien ausgewählt, die 2018 in Zusammenarbeit mit deutschen Kunstschaffenden neue Produktionen entwickeln werden.
 
Internationale Koproduktionen stehen beispielhaft für die partnerschaftliche und dialogische Zusammenarbeit des Goethe-Instituts weltweit. Gefördert werden Koproduktionen von Künstlerinnen und Künstlern in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Performance, wobei hybride und interdisziplinäre Formate und die Verwendung digitaler Medien tragende Komponenten darstellen können. Die ausgewählten Projekte zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität aus. Zu den Vergabekriterien zählten außerdem das Innovationspotential bezüglich der Inhalte und der Formen der Zusammenarbeit, die Relevanz der beteiligten Künstlerinnen und Künstler in ihren Szenen, der Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse sowie die Nachvollziehbarkeit des Finanzplans. Der Fonds ermöglicht zudem regelmäßige Treffen, die den Austausch und die Nachhaltigkeit der Projekte sichern.
 
Bewerben konnten sich Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles und Initiativen im Ausland und in Deutschland. Aus der gemeinsamen Bewerbung musste klar hervorgehen, dass bereits gute Arbeitskontakte bestehen und ein beidseitiges Interesse an der gemeinsamen Produktion vorliegt. Die Bewerbung erfolgt durch den ausländischen Partner. Begleitet wird die Ausschreibung von den örtlichen Goethe-Instituten weltweit.
 
Die Jury, die am 12. Dezember die neun geförderten Projekte aus insgesamt 151 auswählte, bestand aus Christiane Winter (TANZtheater INTERNATIONAL), Catherine Milliken (Komponistin), Gabriele Horn (Berlin Biennale for Contemporary Art, KUNST-WERKE BERLIN e.V.), Pelin Başaran (Contact Manchester) und Georg Blochmann (Goethe-Institut New York).
 
Folgende Projekte wurden ausgewählt:
 
Crossing Borders
Beteiligte: Meitar Ensemble (Israel), Neue Vocalsolisten (Deutschland), Ofer Pelz (Israel/Kanada), Sarah Nemtsov (Deutschland)
Grenzen ausloten und überschreiten: Zwei Komponisten und ein bildender Künstler erschaffen für „Crossing Borders“ einen sowohl geistigen als auch materiellen Raum, in dem Sinn und Unsinn von Grenzen und Begrenzungen erkundet werden können. Dringliche gesellschaftliche und politische Themen werden hinterfragt: Einwanderung, Fluchtbewegungen, israelisch-palästinensische Grenzen, die israelisch-deutsche Geschichte und Gegenwart, aber auch Geschlechtergrenzen. Die Komposition, die zudem die Grenzen der Instrumente auslotet, basiert auf Texten von eingewanderten oder geflüchteten Schriftstellern.
 
SET x CTM

Beteiligte: SET Festival/Ata Ebteka (Iran), CTM Festival/DISK – Initiative Bild & Ton e.V. (Deutschland)
„SET x CTM“ verstärkt die wachsende Vernetzung zwischen experimentellen Künstlerinnen und Künstlern im Iran und in Deutschland - aufbauend auf einer ersten Koproduktion, die während des CTM Festivals 2017 in Berlin entwickelt wurde. Zwei Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Iran und aus Deutschland werden dafür in Auftrag gegeben: eine audiovisuelle Komposition des iranischen, in Paris ansässigen Duos 9T Antiope mit dem in Berlin lebenden Künstler Rainer Kohlberger sowie eine Tradition und Moderne reflektierende Komposition des in Berlin lebenden, libanesischen Musikers Rabih Beaini mit dem iranischen Künstler Pouya Pour-Amin und dessen vierköpfigem Ensemble aus Teheran. Beide Arbeiten werden im Juni 2018 in Teheran beim SET Festival und im Januar 2019 in Berlin beim CTM Festival präsentiert.
 
Alia: Zǔtài
Beteiligte: Chronus Art Center (China), CTM Festival (Deutschland), Marco Donnarumma (Deutschland), Nunu Kong (China)
Der Titel der Tanz- und Musikperformance setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort „alia“ – die andere – und dem Chinesischen „zǔ tài“, was soviel bedeutet wie Struktur oder Gestaltung. Drei Tänzer tragen dafür fünf Roboter, die mit Künstlicher Intelligenz versehen sind. Die Roboter fungieren als Prothesen mit eigenen Absichten. Tänzer und Maschinen entdecken so das Selbst und den Anderen neu; sie erkunden die neuen Möglichkeiten der Identität, die der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit sich bringt. Kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und China werden dabei ebenso hinterfragt wie Vorstellungen des menschlichen Körpers.
 
SPLIKIFANT
Beteiligte: Nodar Dumbadze Professional State Youth Theatre (Georgien), Theater der jungen Welt Leipzig (Deutschland)
Bei „Splikifant“ – eine Zusammensetzung des georgischen und des deutschen Wortes für „Elefant“ – handelt es sich um eine georgisch-deutsche Theater-Koproduktion für Kleinkinder (ab 2 Jahren). Sie beschäftigt sich mit der Klangwelt von Kleinkindern beider Länder und Kulturen. Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder in unterschiedlichen Ländern sprechen lernen, welche Laute zuerst gesprochen werden, welche Fantasiesprachen entstehen. Hand in Hand mit dem Spracherwerb geht die Entwicklung der kindlichen Wahrnehmung, im Tastsinn, im Geschmack, im Hören und Sehen. Die aus der Zusammenarbeit entstehende Performance wird zunächst in Tiflis und dann in Leipzig uraufgeführt.
 
Orchestra Baobab & Arne Jansen Trio

Beteiligte: Orchestra Baobab (Senegal), Arne Jansen Trio (Deutschland)
Während einer vom Goethe-Institut organisierten Tournee durch Subsahara-Afrika stand das Arne Jansen Trio 2017 in Dakar erstmals mit dem Orchestra Baobab auf der Bühne – nach einer nur dreistündigen Probe. Dabei kamen sofort Fragen des interkulturellen Austauschs vor unterschiedlichen musikalischen Hintergründen auf: zur Struktur eines Songs, zur Entwicklung eines Solos, zur Komplexität der Rhythmen. Diese spontane Kollaboration wird nun vertieft durch eine längere Probephase, eine Aufnahmesession und eine Reihe von Konzerten sowohl im Senegal als auch in Deutschland. Sie setzt sich zum Ziel, die Kluft zwischen dem Jazz und der sogenannten Weltmusik zu überbrücken.
 
Francois Abou Salem in a Tent and The Message of the Ambassadors

Beteiligte: The Palestinian National Theatre (Palästinensische Gebiete), suite42 (Deutschland), TAK Theater im Aufbau Haus (Deutschland), Khashabi Ensemble (Israel)
Das Archiv zu Leben und Werk des französisch-palästinensischen Komödianten, Autors und Regisseurs Francois Abou Salem dient als Basis einer interdisziplinären Theater-Performance. Sie wird sowohl sein Leben thematisieren als auch die gesellschaftlichen und politischen Implikationen seines Schaffens. Ein weiterer Bezugspunkt der Performance ist die Zwei-Personen-Version des Gilgamesch-Mythos, die Abou Salem gemeinsam mit Amer Khalil 2004 auf die Bühne brachte. Zwei Aspekte stehen dabei im Zentrum: Zum einen galten die Theatermacher bis 1993 – bis zur Unterzeichnung des Abkommens zum Oslo-Friedensprozess – praktisch als Botschafter Palästinas, zum anderen erweiterte Abou Salem den Horizont des palästinensischen Publikums ungemein, indem er äußerst provokante Themen aufgriff. Das brachte ihm nicht nur Bewunderung ein, er stieß auch auf erheblichen Widerstand.
 
Zwischen Wahnsinn und Idylle. Eine musikalische und choreografische Reise durch Brahms’ 3. Sinfonie

Beteiligte: MO+/Melva Carolina Olivas Durazo (Mexiko), Stegreif.orchester/Viola Schmitzer (Deutschland), Centro de las Artes de San Luis Potosí (Mexiko)
2018 entwickelt das Stegreif.orchester seine Interpretation von Johannes Brahms’ 3. Sinfonie. In Kooperation mit vier Musikern des Stegreif.orchesters und einem mexikanischen Folk-Musiker überführt die mexikanische Tanzkompanie Mo+ die musikalischen Themen und Motive in eine unabhängige, interkulturelle Produktion, die Tanz, Performance und Musik miteinander verbindet. Im Vordergrund stehen dabei Fragen nach Heimat und Ferne, Gewissheit und Zweifel, der Idylle und dem Unheimlichen.
 
Demythologize that History and Put It to Rest
Beteiligte: Hangar – Centro de Investigação Artística (Portugal), Savvy Contemporary (Deutschland), Gabinete de Estudos Olisiponenses (Portugal), Colonial Neighbours Archive (Deutschland)
„Demythologize that History and Put It to Rest“ versteht sich als performatives Gegen-Archiv. Es rückt die Denkmäler zweier historischer Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die während der sogenannten Kongokonferenz (1884/85) in Berlin enormen Einfluss auf die Kolonisierung Afrikas durch die europäischen Mächte ausübten: Otto von Bismarck, (Tiergarten, Berlin) und König Karl I. (Palacio da Ajuda, Lissabon). Acht Performances von Künstlerinnen und Künstlern aus Kamerun, Angola, Portugal, Gabun und Irak setzen sich zum Ziel, diese beiden heroischen Denkmäler zu entkolonialisieren. Sie reagieren darauf, wie Geschichte im öffentlichen Raum aus- und dargestellt wird, und hinterfragen zugleich, inwiefern Kunst einen gesellschaftlichen Wandel hervorbringen kann. Die kollaborativen, künstlerischen Positionen werden im Rahmen zweier Ausstellungen bei Savvy Contemporary in Berlin und Anfang 2018 im Hangar – Centro de Investigação Artística in Lissabon gezeigt.
 
Die Sammelleidenschaft des Fährmanns.  کلکسیون نامعمول اشیا معمول
Beteiligte: Ramin Bayat (Iran), Amen Feizabadi (Deutschland), LUX:NM Ensemble (Deutschland), Rooberoo Mansion (Iran)
Zwei Fährmänner bringen ihre Passagiere an zwei unterschiedliche Orte. Der eine lebt an der Lagune von Bandar-e Anzali an der Südwestküste des Kaspischen Meeres, der andere am Wattenmeer der Nordsee. Während die Passagiere aus ihrem Leben und vom Grund ihrer Reise erzählen, reden die Fährmänner über ihren Alltag und ihre Fantasien. „Die Sammelleidenschaft des Fährmanns“ ist ein mehrsprachiges und interkulturelles Musiktheater-Projekt. Es verbindet Sprache, Musik, Performance und Videokunst. Die Dialoge und Monologe der Schauspieler werden auf Deutsch und Farsi dargeboten. Ausgangspunkt der deutsch-iranischen Koproduktion ist die Frage, wie sprachliche und kulturelle Grenzen überwunden werden können und welches künstlerische und musikalische Potential dabei freigesetzt werden kann.
 
Die nächste Bewerbungsfrist des Internationalen Koproduktionsfonds ist der 30. April 2018. Es sind ausschließlich Online-Bewerbungen möglich, das Formular wird ab 15. März 2018 unter www.goethe.de/ikf freigeschaltet.
 
Quelle: Goethe-Institut e.V.

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