Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 790 Gäste online

Neue Kommentare

Hans-Joachim Schneider zu Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg: Herrrlisch, würde der Rheinländer in mir sagen....
Wajda Art zu „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?: Wir suchen nach Enthusiasten der Kinematographie ...
Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...

News-Port

Irakisch-kurdischer Autor Bachtyar Ali erhielt Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund

Drucken
Montag, den 11. Dezember 2017 um 10:51 Uhr

Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali (51) ist mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet worden. Bürgermeisterin Birgit Jörder übergab den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis am Sonntag (10. Dezember) in einem Festakt im Dortmunder Rathaus. 

 

Er sehe den Preis „als ein bedeutendes Zeichen für die Unterstützung der Literaturen des Orients“, sagte Bachtyar Ali in seiner Dankesrede. Der Nelly-Sachs-Preis sei „ein Zeichen der Hoffnung für all jene Menschen, die sich um das Überleben ihrer Sprache bemühen, seien sie Kurden oder aus anderen Volksgruppen“. In seinen Romanen gehe es ihm um Menschlichkeit und Humanismus: „Meine Werke sind ein Versuch der Versöhnung (…). Sie sind ein Versuch, zu jenem Kern vorzudringen, der in uns steckte, bevor Politik und Religion ihn verschüttet oder entstellt haben. Ich sehe das als einen Weg der Rettung.“
 

Bachtyar Ali zählt zu den bedeutenden Autoren der islamischen Welt. Er schreibt auf Sorani, der südöstlichen Variante des Kurdischen. Aus seinem umfangreichen Werk sind bislang zwei Romane in deutscher Sprache erschienen, die begeistert von der Kritik aufgenommen wurden: „Die Stadt der weißen Musiker“ (2008) und „Der letzte Granatapfel“ (2002), erschienen 2016 und 2017 im Unionsverlag Zürich. Sie erinnern an die große orientalische Erzähltradition und schildern auf hochpoetische Weise das Schicksal der irakischen Kurden.
 

In seiner Laudatio bescheinigte Jury-Mitglied Stefan Weidner dem Schriftsteller eine „zutiefst humane Haltung“. Die Auszeichnung für Bachtyar Ali sei „nicht nur ein Statement für diese besondere Art von Literatur, sondern auch eines für die Vielfalt der Literatur, einer Vielfalt, die auf dem internationalen Buchmarkt häufig zu kurz kommt.“ Bachtyar Ali, so Weidner, habe mit seinen Romanen „eine Kettenreaktion der Begeisterung ausgelöst, die alle kulturellen und sprachlichen Grenzen und zudem die ökonomischen Mechanismen des Buchmarktes überwunden hat. Ich sage Ihnen voraus, dass die Kette dieser Kettenreaktion noch lang werden wird.“

Mit dem nach der Schriftstellerin Nelly Sachs benannten Literaturpreis ehrt und fördert die Stadt Dortmund alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die überragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und zur Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern beitragen. Preisträger waren u.a. Nadine Gordimer (1985), Milan Kundera (1987), Christa Wolf (1999), Per Olov Enquist (2003) und Rafik Schami (2007), Abbas Khider (2013) und Marie N’Diaye (2015).
 

Bachtyar Ali wurde 1966 in Sulaimaniya (Nordirak) geboren. 1983 geriet er durch sein Engagement in den Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologie-Studium ab, um sich der Poesie zu widmen. Sein erster Gedichtband „Gunah w Karnaval“ (Sünde und Karneval) erschien 1992. Sein Gesamtwerk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Seit Mitte der Neunzigerjahre lebt Bachtyar Ali in Deutschland.

Quelle: Stadt Dortmund

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > NewsPort > Irakisch-kurdischer Autor Bachtyar Ali erhiel...

Mehr auf KulturPort.De

Aspekte Festival 2018 – frozen gesture
 Aspekte Festival 2018 – frozen gesture



Welche kulturellen Spartenschubladen haben wir im Kopf? Wo ist der urbane, kulturelle Humus zu finden? Wieviel Bereitschaft zeigt Publikum für Entwicklungsphase [ ... ]



Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg



...beginne ich, indem ich mit meinem Navi streite. Das tut so, als wüsste es nicht von der traurigen Tatsache, dass es in dieser Stadt mehr Baustellen als Kultu [ ... ]



Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit
 Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit



Wie nähert man sich in einer Fotoausstellung einem Land, deren Menschen tagtäglich durch Gewalt sterben, auf der Flucht, im Exil, traumatisiert sind, deren mat [ ... ]



„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.