Neue Kommentare

Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...
S.Scheunemann-Eichner ,Silke zu Mühlenpfordt – Neue Zeitkunst. Reformarchitektur und Hochschullehre: Eine wunderbare Einführung zu der Ausstellung im...
Roman Brock zu „Intrige”. Roman Polański und das Recht auf Genie: Ein interessanter Standpunkt zum Thema Polanski ...
Sebastian Lande zu Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart. : Es gehört zum Begriff der Demokratie, dass besti...
Dr. Antje-Britt Mählmann zu Frischer Wind aus dem Norden – Naturmotive in der Helsinki School: Guten Abend,
kuratiert wurde die Ausstellu...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

UNESCO-Weltbildungsbericht 2010: Bildung weltweit durch Finanzkrise gefährdet

Drucken
Dienstag, den 19. Januar 2010 um 18:00 Uhr
Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise drohen Millionen Kindern in den ärmsten Ländern der Welt den Zugang zu Bildung zu verwehren. Das ist das Fazit des diesjährigen UNESCO-Weltbildungsberichts „Ausgeschlossene einbinden“, der am 19. Januar 2010 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York vorgestellt wird. 72 Millionen Kinder besuchen demnach weltweit noch immer keine Schule. Sinkendes Wirtschaftswachstum, steigende Armut und erhebliche Sparzwänge gefährden die Fortschritte der letzten zehn Jahre. Der Bericht schätzt, dass jährlich 16 Milliarden US-Dollar fehlen, um das Ziel „Bildung für alle“ im Jahr 2015 zu erreichen.

“Während Industrieländer ihre wirtschaftliche Erholung voranbringen, drohen vielen Entwicklungsländern Rückschritte in der Entwicklung ihrer Bildungssysteme. Wir können es uns nicht leisten, eine ‚verlorene Generation’ von Kindern ohne Zugang zur Bildung zu schaffen, denen die Chance genommen wird, der Armut zu entkommen,“ so UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova.

Der im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasste Bildungsbericht (Education for all – Global Monitoring Report) gibt jährlich einen Zwischenstand nach dem Weltbildungsforum in Dakar 2000, auf dem sich 164 Länder verpflichtet haben, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen: Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung, Grundschulbildung für alle Kinder weltweit, Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen, Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen, Gleichberechtigung der Geschlechter und Verbesserung der Bildungsqualität. Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung veröffentlichen zum weltweiten Launch gemeinsam eine deutschsprachige Kurzfassung des Berichts.

Hinter den Zielen zurückgeblieben
Der aktuelle Weltbildungsbericht zeigt einige wichtige Erfolge der letzten zehn Jahre auf. Diese widerlegen das Vorurteil, dass Entwicklungsländer unfähig seien, schnelle Fortschritte in der Bildung zu machen. Doch insgesamt erfolgen die Fortschritte zu langsam, um das Ziel der Grundschulbildung für alle Kinder bis zum Jahr 2015 erreichen zu können. Der Bericht kritisiert das Scheitern der Regierungen daran, extreme Ungleichheiten im Bildungssystem zu bekämpfen, und das Ausbleiben der notwendigen Mittel seitens der Geber.

Etwa 72 Millionen Kinder im Grundschulalter und 71 Millionen Jugendliche besuchen weltweit keine Schule. Setzen sich die derzeitigen Trends fort, werden auch im Jahr 2015 noch 56 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schulbildung erhalten. Der Bericht hebt hervor, dass Armut einer der schwerwiegendsten Gründe für Benachteiligung in der Bildung ist. Weltweit leben 1,4 Milliarden Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Kosten für die Schulbildung konkurrieren häufig mit Ausgaben für grundlegende Bedürfnisse wie Gesundheits- und Nahrungsversorgung. Weiterhin unterstreicht der Bericht, dass Geschlechterdisparitäten noch tief im Bildungssystem verankert bleiben – in Afghanistan gehen beispielsweise pro 100 Jungen nur 63 Mädchen zur Schule. Auch die Anzahl der erwachsenen Analphabeten hat sich kaum verringert, momentan 759 Millionen, davon zwei Drittel Frauen.

Scheitern der Gebergemeinschaft
Eine zentrale Schlussfolgerung des Weltbildungsberichts 2010 ist, dass die Gebergemeinschaft bisher gescheitert ist, das im Jahr 2000 eingegangene Versprechen zu erfüllen. Danach soll kein Land, das sich dem Ziel „Bildung für alle“ verpflichtet hat, aufgrund fehlender Finanzmittel scheitern. Der Bericht schätzt, dass einkommensschwache Länder zusätzliche 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr, oder 0,7% ihres Bruttoinlandsprodukts, für die Bildung aufbringen können. Aber selbst dann bleibt eine Finanzierungslücke von 16 Milliarden US-Dollar jährlich für 46 einkommensschwache Länder, um das Ziel „Bildung für alle“ zu erreichen. Der Bericht fordert den UN-Generalsekretär auf, eine hochrangige Geberkonferenz im Jahr 2010 einzuberufen, um diese Lücke zu schließen.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > UNESCO-Weltbildungsbericht 2010: Bildung welt...

Mehr auf KulturPort.De

Nils Landgren & Jan Lundgren: Kristallen
 Nils Landgren & Jan Lundgren: Kristallen



Gerade wurde Nils Landgren für „4WheelDrive“ (zusammen mit Michael Wollny, Lars Daniellson, Wolfgang Haffner) als erfolgreichstes Jazzalbum des Jahres 2019  [ ... ]



„Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret
 „Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret



Hansa Theater ade, am Steindamm steht jetzt der Berliner Kit Kat Club.
Vergangenes Wochenende feierte das Erfolgsmusical „Cabaret“ in Deutschlands älteste [ ... ]



Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition
 Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition



In einer ziemlich rabiaten Kritik demontiert Frank-Peter Hansen den berühmtesten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Die letzten Jahre müssen schwer [ ... ]



„Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo
 „Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo



In „Bombshell - Das Ende des Schweigens” rekonstruiert Regisseur Jay Roach den Missbrauchsskandal beim rechtskonservativen US-Sender Fox News. Ein brisantes  [ ... ]



Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen
 Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen



Seinen neunzigsten Geburtstag feiert noch im Februar Johannes Jäger, langjähriger Kunstlehrer am Lübecker Johanneum und dazu ein renommierter Maler. Anlässli [ ... ]



„Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“
 „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“



„Herzlich willkommen in der Hamburger Kunsthalle in unserer Ausstellung „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“. Mit diesen Worten beginnt  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.