Neue Kommentare

S.Scheunemann-Eichner ,Silke zu Mühlenpfordt – Neue Zeitkunst. Reformarchitektur und Hochschullehre: Eine wunderbare Einführung zu der Ausstellung im...
Roman Brock zu „Intrige”. Roman Polański und das Recht auf Genie: Ein interessanter Standpunkt zum Thema Polanski ...
Sebastian Lande zu Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart. : Es gehört zum Begriff der Demokratie, dass besti...
Dr. Antje-Britt Mählmann zu Frischer Wind aus dem Norden – Naturmotive in der Helsinki School: Guten Abend,
kuratiert wurde die Ausstellu...

Jose Oliva zu Weihnachtsoratorium. A Ballet by John Neumeier: Es wäre eine gute Idee gewesen, während des Bal...

Hamburger Architektur Sommer 2019


News-Port

Kulturhauptstadt Essen

Drucken
Freitag, den 08. Januar 2010 um 10:50 Uhr
Als Kulturhauptstadt Europas misst sich Essen 2010 mit Istanbul. Das ist auf den ersten Blick so, als wenn in der 1. Fußball-Bundesliga der VfL Bochum gegen Bayern München spielt. Auf der einen Seite die brodelnde Metropole am Bosporus, Schmelztiegel der Kulturen auf der Grenze zwischen Orient und Okzident. Eine Stadt mit grandiosen, weltberühmten Bauwerken wie der Hagia Sophia in ihren Mauern. Auf der anderen Seite Essen: Wenn Ausländer diese Stadt überhaupt kennen, dann fallen ihnen vermutlich nur Kohle und Stahl ein.

Eine Region, geprägt durch Zechensterben und Arbeitslosigkeit. Graue Maus kontra glitzernde Perle: Die Ausgangsbedingungen könnten also nicht unterschiedlicher sein. Ist deshalb der Misserfolg für Essen programmiert? Keineswegs! Denn entscheidend für den Erfolg einer Kulturhauptstadt ist nicht die Zahl der Gäste aus dem Ausland. Entscheidend sind die Auswirkungen auf die Infrastruktur in der Region und auf das Selbstverständnis der Menschen. Für 53 Städte und Gemeinden, in denen fünf Millionen Männer, Frauen und Kinder leben, wird 2010 garantiert zum Erfolg. Das Programm zum Hauptstadtjahr beschleunigt den Wandel des Ruhrgebietes vom Hochofen der Vergangenheit zum Kulturzentrum der Gegenwart über Nordrhein-Westfalen hinaus. Allein das Land NRW investierte gut 120 Millionen Euro in das Großprojekt. 50 Millionen davon stammen von der EU. Das Geld leistet einen Beitrag dazu, das schon jetzt imposante Kulturangebot der Region zu erhalten und noch auszubauen. Und das in einer Zeit, in der die Kommunen unter dem Druck wegbrechender Steuereinnahmen den Rotstift bei Theatern und Museen ansetzen. Schon jetzt gibt es zwischen Duisburg und Dortmund fünf Musiktheater, sieben Schauspielhäuser, sechs Sinfonieorchester, knapp 250 Sammlungen und Museen.

Die Region glänzt mit dem Gasometer Oberhausen, Europas höchster Ausstellungshalle, der ehemaligen Krupp-Residenz Villa Hügel und Festivals wie der Ruhrtriennale. Das ist ein Pfund, mit dem das Ruhrgebiet wuchern, mit dem es Touristen anlocken kann, auch wenn der äußere Schein nicht so glänzt wie in Istanbul. Gold wert ist der Status der europäischen Kulturhauptstadt für Essen auch aus einem anderen Grund: Das Wir-Gefühl der Menschen hat dadurch einen enormen Schub bekommen. Die Aussicht, nicht als sterbendes Industrierevier, sondern als moderne Region im Aufbruch präsentiert zu werden, stärkt das Selbstwertgefühl. Begeisterung gepaart mit dem sprichwörtlichen Organisationsgeschick der Deutschen, verspricht ein großartiges Erlebnis für das Ruhrgebiet und das ganze Land. Essen muss nicht das Schicksal der griechischen Stadt Patras fürchten, die als Europas Kulturhauptstadt 2006 floppte, weil ein überzeugendes Konzept fehlte. Das besitzt das Ruhrgebiet sehr wohl. Glückauf, Essen!

Quelle: Westfalen-Blatt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > NewsPort > Kulturhauptstadt Essen

Mehr auf KulturPort.De

„Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret
 „Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret



Hansa Theater ade, am Steindamm steht jetzt der Berliner Kit Kat Club.
Vergangenes Wochenende feierte das Erfolgsmusical „Cabaret“ in Deutschlands älteste [ ... ]



Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition
 Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition



In einer ziemlich rabiaten Kritik demontiert Frank-Peter Hansen den berühmtesten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Die letzten Jahre müssen schwer [ ... ]



„Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo
 „Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo



In „Bombshell - Das Ende des Schweigens” rekonstruiert Regisseur Jay Roach den Missbrauchsskandal beim rechtskonservativen US-Sender Fox News. Ein brisantes  [ ... ]



Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen
 Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen



Seinen neunzigsten Geburtstag feiert noch im Februar Johannes Jäger, langjähriger Kunstlehrer am Lübecker Johanneum und dazu ein renommierter Maler. Anlässli [ ... ]



„Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“
 „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“



„Herzlich willkommen in der Hamburger Kunsthalle in unserer Ausstellung „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“. Mit diesen Worten beginnt  [ ... ]



Annika Treutler – „Viktor Ullmann: Klavierkonzert, Op. 25 und Klaviersonaten Nr. 3 & 7"
 Annika Treutler – „Viktor Ullmann: Klavierkonzert, Op. 25 und Klaviersonaten Nr. 3 & 7



Man wüsste gern, wie diese Musik geklungen hat. „Huttens letzte Tage“ zum Beispiel, eine lyrische Symphonie für Tenor, Bariton und Orchester, op. 12. Vikto [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.