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Hamburger Architektur Sommer 2019

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Aktueller Anlass war eine Podiumsrunde in der Berliner Akademie der Künste unter dem Motto „Global, Lokal, Egal. Zur Kultur der Nachhaltigkeit“. Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 25.11.09 berichtet, zitierte Matthias Sauerbruch zur Klärung des Begriffs ‚nachhaltige’ bzw. ‚dauerhafte Entwicklung’ eine Formulierung aus dem sogenannten Brundtland-Report, dem UN-Bericht über Umwelt und Entwicklung von 1987. Von einer nachhaltigen Entwicklung könne demnach dann die Rede sein, wenn die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen seien ohne das Risiko, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen könnten. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um ökologische, sondern vielmehr auch um wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit.

Seine Vorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit führt Sauerbruch, der zusammen mit seiner Frau Louisa Hutton das Münchner Museum Brandhorst entworfen hat, auch in einem Video-Beitrag aus, der unter der Adresse www.MediaVan.de/Lexikon abzurufen ist. Der Begriff durchdringe inzwischen alle Bereiche unserer Gesellschaft und rege zum Umdenken an. Allgemein gesehen gehe es dabei um Klimawandel, Ressourcenschonung, um die Ernährung der Weltbevölkerung, um den sogenannten „ökologischen Fußabdruck“ und dergleichen mehr. Architekten und Bauherren könnten mit jedem entsprechend geplanten Haus einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten, sei er im Einzelfall noch so klein. Nachhaltigkeit in diesem Sinne müsse bedeuten: Energiesparen, Optimierung Energie verbrauchender Systeme und Erschließen erneuerbarer Energien wie Solar- und Windenergie oder Geothermie.

Aus Sicht der Architektur sei Nachhaltigkeit jedoch viel mehr, so Sauerbruch. Sie schaffe etwas Bleibendes, gestalte Leben oft über Generationen hinweg, sorge dafür, dass man sich wohlfühle. Gut durchdachte Entwürfe, Räume voller Einfallsreichtum und sinnlicher Qualität sind für den Berliner Hochschullehrer entscheidend dafür, ob ein Gebäude verkümmert oder umgebaut werden muss, oder ob Menschen für seine Erhaltung einstehen und sich notfalls „vor den Abrissbagger stellen“. Nachhaltige Architektur habe weit mehr zu tun mit Materialität, Gestaltung und Proportionen als allein mit Heizsystemen und Energiefragen. Nach Sauerbruchs Überzeugung müsste Nachhaltigkeit das zentrale Thema der gegenwärtigen Architekturdiskussion sein.

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