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Hamburger Architektur Sommer 2019

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Buntschillernd und farbenprächtig empfängt das jüngste Museum, die Sammlung Brandhorst, an der Theresienstraße - mitten in der Münchner Kunstszene – die Besucher. Bereits die Fassade aus 36.000 Keramikstäbchen in 23 Farben ist eine Kunst für sich und macht neugierig auf das, was im Inneren wartet: Auf drei Etagen erleben Liebhaber der modernen Kunst bei über 700 Bildern, Skulpturen und Installationen von Künstlern wie Cy Twombly, Andy Warhol oder Joseph Beuys einen Genuss der besonderen Art. Die dazu passenden Lichtverhältnisse ermöglicht ein ausgeklügeltes Tageslicht-Kunstlicht-Konzept. Dort, wo das Tageslicht nicht ausreicht, gewährleisten Zumtobel LED-Strahler und Lichtbänder die stimmige Beleuchtung der exklusiven Werke.

Ein Tageslichtmuseum, gebaut nach neuesten Erkenntnissen der Energieeffizienz sollte es sein, aber ohne Fenster, so der Wunsch des Bauherrn. Die Architekten Sauerbruch Hutton entwarfen daher eine architektonische Lösung, die vertikales Tageslicht in alle drei Stockwerke einfallen lässt. „Mit den Tageslichtdecken sorgen wir für eine gleichmäßige Verteilung des Lichts. Die zusätzlichen Kunstlichtquellen können bei Bedarf beigeschmischt werden oder das Tageslicht ganz ersetzen. So erhalten die wertvollen Exponate jeweils die idealen Lichtbedingungen je nach Tageszeit, Witterung und Bedarf“, erklären die Architekten ihr Konzept.

Auf lediglich 100 x 34 Metern errichtet, setzt sich das Brandhorst Museum aus zwei Baukörpern zusammen – einem zweigeschossigen rechteckigen Langbau und einem deutlich höheren und nach Norden verbreiterten Kopfbau. Beide Teile verbindet ein durchgängiges Fensterband, das schließlich in einer großzügigen Verglasung des Haupteingangs endet. Die überwiegend geschlossene Gebäudehülle verdankt ihre einmalige Lebendigkeit den 36.000 vertikal eingesetzten und glasierten Keramikprofilen in 23 Farben. Mit der Außenfassade wurde jedoch nicht nur eine extravagante Optik erreicht, sondern auch ein Beitrag zur Energieeffizienz des Gebäudes: Die glasierten Keramikstäbchen reflektieren das Sonnenlicht und verhindern so ein Aufheizen des Gebäudes, die Unterkonstruktion – eine gefaltete Blechhaut – absorbiert den Straßenlärm.

Im Inneren führt das übersichtlich gehaltene Foyer mit Empfang und kleinem Restaurant direkt in die mittlere der drei Ausstellungsebenen. Eine skulpturale, mit Eichenholz verkleidete Treppe empfängt den Gast und weist ihm den Weg in die anderen Stockwerke. Das gleichmäßig abstrahlende Licht der, vertikal zur Fensterfront, installierten Lichtbandleuchten verleiht der sieben Meter hohen Quergalerie Ausstrahlung. Die reine Atomsphäre aus Licht und Architektur lässt dem Besucher die Möglichkeit, sich ganz auf die Exponate, die das Unternehmerehepaar Brandhorst dem Freistaat Bayern als Dauerleihgabe überlassen hat, einzustimmen.

Alle Galerien mit einer Gesamtfläche von 3.200 qm sind mit weißen Wänden und einem massiven Dielenboden aus dänischer Eiche ausgestattet. Sie bilden damit einen unaufdringlichen Hintergrund, für die – vorwiegend an den Wänden hängenden – Kunstwerke. Eine durchschnittliche Raumhöhe von neun Metern gibt der Kunst Raum, gibt ihr Platz zu wirken. Im Obergeschoss bilden transluzente Textildecken einen sanften Abschluss. Das Tageslicht kann hier ungehindert einfallen. Subtil erleben Besucher das Spiel des sich verändernden Tageslichts, das die Ausstellungsstücke auf ganz natürliche Art in verschiedenen Facetten zum Leuchten bringt.

Auch im Souterrain wird der zentrale 460 qm große und sieben Meter hohe Saal mit Tageslicht erhellt. Möglich wird dies durch eine Verschiebung des Grundrisses. Zusätzlich lenken die Tecton Lichtbandleuchten das Licht homogen in den Raum. In harmonischer Fortsetzung zur Quergalerie fügen sich die Lichtbänder in die stringente Architektur ein und leiten das Licht in einem angenehmen Maß zu den Ausstellungsstücken. Kleine Kabinette schließen sich an die große Galerie an. Die hier eingesetzten LED-Strahler ermöglichen durch ihre UV- und IR-freie Strahlung eine schonende Beleuchtung der wertvollen Skulpturen und Bilder. Mit der präzisen Einstellung der Farbtemperatur zaubern die Tempura-Strahler Lichtfarben-Variationen hervor, die die Werke in ihrer ganzen Pracht erlebbar machen. So transportiert das Licht die Botschaft der ausgestellten Werke und macht Kunst im Brandhorst Museum zu einem erfahrbaren Erlebnis.

Zurück im Foyer lädt das kleine Restaurant zur Erholung ein. Unter filigran von der Decke abgehängten LED-Lichtlinien lässt sich das Gesehene in Ruhe Revue passieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro hat Zumtobel die designorientierte LED-Sonderleuchte entworfen, die dem hohen inhaltlichen Anspruch des Gebäudes gerecht wird. Wer das Brandhorst Museum besucht, wird nicht nur einen nachhaltigen Eindruck der modernen Kunst, sondern auch moderner Architektur sowie Licht- und Gebäudetechnik mit nach Hause nehmen.

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