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KlassikKompass – Musik im Mittelalter: Blut der Schlachten und Mut der Helden. Kampf den Mauren und Sepharden

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Mittwoch, den 29. Januar 2014 um 10:22 Uhr
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KlassikKompass – Musik im Mittelalter: Blut der Schlachten und Mut der Helden. Kampf den Mauren und Sepharden

‘El Cid’ und Isabella von Kastilien
Spanien führte einen fast 400 Jahre langen Kampf gegen die Invasionen der Mauren aus Nordafrika. Schließlich regierte die ‚aller-katholischste Majestät’ Isabella von Kastilien mit einer kompletten Vertreibung der Mauren und Juden aus Spanien und Portugal – das Ende einer erfolgreichen Multikultur, die sich unter dem legendären Helden Spaniens, genannt ‚El Cid’ gebildet hatte.

Auch die Musik Spaniens wurde von dieser Kultur der Vielfalt namentlich durch die Mauren beeinflusst und ist in ihrer Eigenartigkeit bis heute davon bestimmt – zum Beispiel in Formen der Tänze, Estampies genannt und, bis bis heute, des Flamenco – allesamt arabischen Ursprungs wie der spanische Stierkampf.

‚El Cid’, eigentlich Rodrigo Díaz de Vivar (1043-1099) war ein kastilischer Ritter aus der Zeit der Reconquista (‚Wiedereroberung’), der schon zu Lebzeiten zum spanischen Nationalhelden avancierte. Der Name ‚El Cid’ ist aus dem arabischen ‚as-sayyid’‚ der Herr abgeleitet und stammt aus der Zeit, in der er als Söldnerführer in der spanischen Levante operierte. Rodrigos spätere Herrschaft in der Küstenstadt Valencia wird in den Quellen übereinstimmend als ein äußerst strenges Regiment beschrieben. Berichtet wird von Spitzelwirtschaft, Folterungen und grausamen Bestrafungen ihm feindlich gesinnter Bürger. Maurisch-arabische Chronisten und Dichter beklagten den Verlust Valencias nach der Eroberung durch ‚El Cid’ einhellig als schreckliche Katastrophe für die Bewohner. Natürlich erlebte die Mehrzahl der mehrheitlich muslimischen Einwohner diese Zeit als Okkupation. Allen war das Tragen von Waffen verboten. Gegner des Regimes wurden der Stadt verwiesen und mussten sich außerhalb der Mauern in der Vorstadt Alcudia ansiedeln, während wohlhabende Parteigänger des Cid ihre Besitzungen und innerstädtischen Häuser behalten durften. Dabei muss man sich die prekäre Lage des neuen Herrn dieser Stadt vor Augen halten, deren Umland ständig von feindlichen Kräften besetzt oder bedroht war und die sich daher praktisch dauernd in einer Art ‚Belagerungszustand’ befand. Offenbar bemühte sich der Cid in dieser Situation zumindest zeitweilig auch darum, religiöse Gegensätze zu überbrücken, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Als Beauftragte für die Stadtregierung bediente er sich der Mitglieder der jüdischen Gemeinde.
Gleichzeitig versuchte er dem Anschein nach, christliche Siedler ins Land zu ziehen, da er in umliegenden Orten, in denen es bis dahin keine mozarabischen Christen gegeben hatte, Kirchen stiftete.

1086 ging der Emir der Almoraviden, Yusuf ibn Taschfin, mit großer Heeresmacht bei Algeciras an Land, 375 Jahre nachdem erstmals eine muslimische Invasionsstreitmacht auf gleichem Weg von Afrika nach Europa übergesetzt war.
Der Tod als Ritter und Heerführer des ‚Cid’ vor der Stadt Valencia gegen die angreifenden Sarazenen unter Yusuf ist legendär: In einem Hinterhalt tödlich verwundet, nahm er seinen Gefolgsleuten auf dem Sterbebett das Versprechen ab, den Feind erneut anzugreifen. Seinem Wunsch entsprechend band man den sorgfältig geschminkten Leichnam vor der Schlacht in voller Rüstung aufs Pferd. Sein treuer Hengst ‚Babieca’, ein Prototyp des weißen Andalusiers, trug den Toten mit dem Schwert in der Hand ins Getümmel voran. Auf diese Weise motiviert, errangen seine Leute einen glänzenden Sieg über die von der Erscheinung des Totgeglaubten erschreckten Berber.
Über die tatsächlichen Todesumstände ist wenig bekannt – wahrscheinlich starb ‚El Cid’ friedlich im Bett, möglicherweise infolge einer Pfeilverwundung.

Als Valencia 1102 dann erneut kurz vor der Einnahme durch die Almoraviden stand, konnte der zu Hilfe gerufene Alfons VI. nur noch die Witwe und den Leichnam des Cid zusammen mit seinen Truppen aus der Stadt evakuieren, die er dem Feuer preisgeben musste.
Das Ziel, den Vormarsch der berberischen Eroberer aus Nordafrika im Osten der Pyrenäenhalbinsel aufzuhalten, war damit final gescheitert.

„Mohameticae sectae prostratore
et heretice pervicacie extinctores
Ferdinandus Aragonorum et
Elisabetha Castelle vir et uxor unanimes
Catolice appellati marmoreo clauduntur hoc tumulo.“

„Die Vernichter der Mohammedanischen Sekte und
Auslöscher der ketzerischen Falschheit,
Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien
Gemahl und Gemahlin, allerseits die Katholische
geheißen, umschließt dieses marmorne Grab.“

Lateinische Grabinschrift von Isabella und Ferdinand sowie deutsche Übertragung.

Erst 400 Jahre später gelang es Isabella I. von Kastilien (1451-1504) Königin von Kastilien und León von 1474 bis 1504 und von 1469 bis 1504 als Gattin Ferdinands II. auch Königin von Aragón, die Mauren und ‚Sephardim’ – so wurden die jüdischen Spanier und Portugiesen genannt – zu vertreiben und Spanien ‚unter dem Kreuz’ zu einen.
Isabella und Ferdinand regierten ihre Reiche Aragon und Kastilien ab 1479 gemeinsam, obwohl Isabella die alleinige ‚Besitzerin’ der Krone von Kastilien blieb. So entstand die Grundlage für ein gesamt-spanisches Königreich.
Ihrer Verwendung verdankte Christoph Kolumbus 1486 die Unterstützung zu seinem Unternehmen, das die Entdeckung Amerikas 1492 unter spanisch-kastilischer Flagge zur Folge hatte. Dies schuf die Grundlage für das spätere spanische Kolonialreich.
Auf Basis der 1478 von Papst Sixtus IV. erlassenen päpstlichen Bulle ‚Exigit sincerae devotionis’ führten Isabella und Ferdinand die Inquisition in ihrem Reich ein. 1488 schufen sie den ‚Consejo de la Suprema y General Inquisición’.
Überwiegend richtete sich diese Inquisition gegen zum Christentum konvertierte Juden, die sogenannten Marranen, die verdächtigt wurden, insgeheim noch ihrem früheren Glauben anzuhängen. Mehr als die Hälfte, in Guadalupe etwa mehr als drei Viertel, aller so Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Die Eroberung des Emirats von Granada im Januar 1492 bildete den Endpunkt der ‚Reconquista’ und damit der rund 700 Jahre dauernden Präsenz der Mauren in weiten Teilen der iberischen Halbinsel. In der Folge gingen Ferdinand und Isabella mit großer Brutalität gegen Juden und Muslime vor.

Mit dem Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 wurden zum Beispiel alle Juden im Herrschaftsgebiet von Isabella und Ferdinand gezwungen, entweder zum Christentum überzutreten oder das Land umgehend zu verlassen.

Papst Alexander VI., der umstrittene Spanier auf Petris Thron, Rodrigo Borgia (1431-1503), verlieh dem Ehepaar 1494 den Titel der ‚Reyes Católicos’ (Katholische Könige). 1502 folgte die Ausweisung der noch verbliebenen Muslime, was einen weiteren wirtschaftlichen und künstlerischen Aderlass bedeutete.
Isabella und Ferdinand führten die ‚Santa Hermandad’ (‚Heilige Bruderschaft’) ein, ein landesweites Polizei- und Justizsystem, das die bisher üblichen lokalen ‚Hermandades’ ablöste und die Rechte der lokalen Aristokratie einschränkte.
Isabella starb am 26. November 1504 in Medina del Campo. Ihre sterblichen Überreste befinden sich in der Krypta der Capilla Real (‚Königliche Kapelle’) in Granada, Andalusien. Die Grabinschrift berichtet über ihre ‚Helden-Taten’ im Namen des ‚wahren Glaubens’.

Der katalanische Gambist und Musikforscher Jordi Savall widmete Isabelle von Kastilien eine eigene CD mit ‚politischer Musik’ aus dieser Spätzeit des Mittelalters und der anbrechenden Renaissance. Aus seinem hochinteressanten Beiheft zu dieser Aufnahme ‚Isabel I, Reina de Castilla’:
„Die meisten ausgewählten Stücke (der CD) wurden ursprünglich in direktem Zusammenhang mit einem Ereignis der Regierungszeit Isabellas komponiert.
In der Tat wurde zu jener Zeit der Gesang als wirkungsvolles Kommunikationsmittel oft eingesetzt, in dem er die politisch genehmste Perspektive der sowohl national als auch international zu verbreitende, grundlegenden Botschaften übertrug.
Isabella und Ferdinand machten oft davon Gebrauch um ihr strategisches Ziel der Einführung einer einheitlichen, zentralisierten, christlichen Monarchie umzusetzen.
Alles in allem wurde die Musik hier etwa als eine Art Soundtrack zusammengestellt, die gar als Musik zu einem historischen Film über den faszinierenden Charakter der katholischen Königin dienen könnte...“

Die Musik dieser CD aus der Zeit Isabellas ist fast magisch, weil sie die Strenge Melodik der mittelalterlichen Harmonien mit der beginnenden Polyphonie und allgemeinen Klangveredelung durch die Renaissance verbindet. Dazu kommen die maurischen und sephardischen Einflüsse – auch gekennzeichnet durch Verwendung des vielfältigen Schlagwerks wie Schellen, Zimbale und Trommeln.
Die Aufnahme enthält frühe Renaissance ‚Hits’ wie den Danza Alta ‚La Spagna’ des Komponisten Francisco de la Torre (1483-1504) oder einen höfischen Schreittanz, eine Pavana, zu Ehren der Königin komponiert von Juan del Enzia. Daneben erklingen maurische Musiken wie ein ‚Marcha Turca’. Noch einmal wird die wunderbare Mischkultur an der Schwelle der europäischen Renaissance in Spanien in diesem musikalischen Reigen erfahrbar.

Als Empfehlung noch ein ‚Villancio’ dieser CD – ein Volkslied von Juan del Enzia (1468-1529) unter dem Titel ‚El que rige y el regido’ (‚Wer ohne Weisheit regiert und regiert wird’) veröffentlicht – es klingt fast wie eine versteckte Kritik an der autokratischen Regentschaft Isabellas :

„El que rige el regido sin saber,
Mal regidos pueden ser.
Mal rige qual non es prudente
Porque todo va al reves
Y el perfecto regir es
Saber mandar sabiamente
Que el regido y el regiente
Sin Saber mal regidos puenden ser.“

„Wer ohne Weisheit regiert und regiert wird,
Wird nur schlecht regiert.
Schlecht regiert der Unvorsichtige,
Denn alles gerät verkehrt.
Vollkommen regiert, wer weise befehlen kann.
Denn wer ohne Weisheit regiert und regiert wird
Wird nur schlecht regiert.’

Die CD mit ausführlichen Begleitheft „Isabel I. Reina de Castilla“ mit Jordi Savall, Hesperion XXI, der Capella Reial de Catalunya und der unvergessenen Sängerin Montserrat Figueras ist zu haben bei Alia Vox Records unter der Bestellnummer AV 9838.

Es gibt ihn nach wie vor in bester Qualität, den Film der Filme über Spaniens Mittelalter, ‚El Cid’ mit Charlton Heston in der Titelrolle und der bezaubernden und immer jungen Sophia Loren als ‚Donna Jimena’.
Unvergessen die hunderte von maurischen Trommeln in der Schlacht um Valencia. Auch wenn ‚historisch fragwürdig’, kaum wurde ein Turnier und eine Ritterschlacht faszinierender dargestellt. Kinohistorie gedreht bereits 1961 von Anthony Mann. Zu erhalten als DVD bester remasterter Qualität im Fachhandel.

Friedliche Schlachten: Estampie & Battaglia
Altfranzösisch ‚Estampie’ und alt-okzitanisch ‚Estampida’ war der Name einer bei den Trouvères und Trobadors seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts verbreiteten höfischen Gattung des Tanzliedes sowie verwandter rein instrumentaler Stücke und wurde in Traktaten des 14. und 15. Jahrhunderts gelegentlich auch für eine Musikgattung ohne Bezug zu diesen mittelalterlichen Estampien gebraucht.
Der Name leitet sich her von gotisch ‚stampjan’, ‚stampfen’, bedeutet also vermutlich ‚Stampflied’ oder ‚Stampftanz’, und fand in der Folgezeit als italienisch ‚Stampita’ oder auch ‚Istanpitta’, deutsch ‚Stampenie’ oder ‚Stampania’, sowie englisch ‚Stamp’ oder ‚Staump’ auch in weiteren Ländern Europas – namentlich in Spanien – Verbreitung.
Aus dem wilden Stampfen der attackierenden Schlachtrosse und dem Takt der marschierenden Soldaten wurde das starke Auftreten auf dem höfischen Tanzboden – friedliche Schlachten, begleitet von Cornemusen, Fiddeln, Drehleiern und Schellen und Trommeln.
In der Neuzeit der Frührenaissance hat sich dann die französische Form ‚Estampie’ als der übliche Name durchgesetzt, mit dem in der Musik- und Literaturgeschichte nicht nur speziell die nordfranzösische, sondern allgemein diese aus dem Mittelalter stammende Tanzform bezeichnet wird. Die Estampie als mittelalterliches Tanzlied ist mehrstrophig, charakterisiert durch einen Wechsel langer und kurzer Verse innerhalb der einzelnen Strophe. Der Strophenbau selber variiert ebenfalls von Strophe zu Strophe so zumindest bei den altfranzösischen Trouvères, weshalb man an Herleitung aus der lateinischen Sequenz gedacht hat, während der Strophenbau bei den altokzitanischen Trobadors auch gleich bleiben kann. Die Chronologie und Überlieferung der sechs altokzitanischen und 19 altfranzösischen Estampien erlaubt keine ganz eindeutige Schlussfolgerung, ob das Genre zuerst bei den Trouvères oder bei den Trobadors aufkam.
Das bekannteste okzitanische Exemplar der Gattung, Kalendas Maias von Raimbaut de Vaqueiras (gestorben 1202), ein im Schlussvers als ‚Estampida’ bezeichnetes, sechstrophiges Lied, zu dem auch eine Melodie überliefert ist. Demnach verfasste Raimbaut das erste Estampie-Lied am italienischen Hof des Markgrafen Bonifatius I. von Montferrat (1150-1207), dem Anführer des Vierten Kreuzzugs nach Konstantinopel 1203, nachdem er dort zuvor zwei Spielleute aus Frankreich eine instrumentale Estampie auf der Fidel vortragen hörte.
Die vielen Kriege hinderten Bonifatius nicht daran, an seinem Hof die ritterliche Kultur und den Minnesang zu fördern.
Neben Raimbaut de Vaqueiras verkehrten an seinem Hof auch die provenzalischen Trobadore Peire Vidal (1160–1205), Gaucelm Faidit (1185-1202) und Arnaut de Mareuil, die ob der Unruhen um die Albigenser ) in Montferrat im Exil lebten. Über diese Albigenser-/Katharer-Kriege berichtete ich im KlassikKompass in Folge II der Mittelalterlichen Musikserie.
Das neben der ‚Estampie’ zweite musikalische Schlachtengemälde, die ‚Battaglia’, hergeleitet von dem italienischen Begriff für ‚Schlacht‘ ist eine Gattung der Programmmusik und stellt den Kampf konkurrierender Armeen, Gruppen oder Personen musikalisch dar. Diese Form entstand im Spätmittelalter aus der Tanzmusik der Estampies gemischt mit den Schlachterzählungen der Troubadoure. Sie übernimmt zunächst reine Kriegsschilderungen geht aber später auch – überhöht - von der Idee aus, das namentlich die Liebe eine immerwährende ‚Schlacht’ zwischen Frauen und Männern ist. Die Battaglia enthält meist zahlreiche Instrumentaleffekte, so die ‚col-legno’-Technik der Streicher (mit der Bogenstange), oder Fanfaren als Schlachtenrufe der Blechbläser, Glockengeläut als Triumph- und Friedenszeichen, Orgel und gegebenenfalls ein erweitertes Schlaginstrumentarium zur Imitation von Gewehrschüssen und Kanonensalven.

Hier folgen einige berühmte Beispiele für bekannte Renaissance- und Frühbarock-Komponisten und ihre musikalische ‚Battaglias’:
• Clément Janequin (1472-1560) ‘La battaglia francese’ oder ‘La Guerra’
• Giovanni Gabrieli (1557-1612) ‘Aria Della Battaglia’
• Samuel Scheidt (1587-1654) ‘Galliard battaglia à 5’
• William Byrd (1543-1623) ‘The Battell’ aus ‘My Ladye Nevells Booke of Virginal Music’ (1591)
• Marco Uccellini (1603-1680) ‘Sinfonia Boscarecia A Gran Battaglia, op.8’
• Dario Castello (1600-1658) ‘La Battaglia’ Sonata a quattro
• Cyriacus Wilche (1620-1667) ‘Battaglia’ für 2 Violinen, 3 Violen und Basso Continuo (1659)
• Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) ‚Battalia’ mit den Beschreibungen: ‚Das liederliche Schwärmen der Musquetirer’, ‚Mars’, ‚Die Schlacht’ – ‚Lamento der Verwundeten’ und ‚Baccho dedicirt’.

Diese musikalischen Schlachtengemälde stehen bis zum 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit martialischen Zeremoniellen und können auch oft eine Bühnenmusik zu großen höfischen Theateraufführungen sein. Wichtiges Mittel in der mittelalterlichen Tanzmusik der Estampie wurde der Einsatz von aller Art von Schlaginstrumenten und Percussion.

‚Cum Tympano’ heißt eine CD die sich diesem Thema widmet. Tympano oder Tympanon war der aus dem Griechischen hergeleitete Name des Tambourins das bei keiner Vaganten Gruppe im Mittelalter fehlen durfte. Das Tympanon war im Antiken Griechenland und auch im antiken Rom eine kreisrunde, zweifellige Rahmentrommel. Sie wurde mit der rechten Hand getrommelt und meist von Frauen beim Dionysos-Kult benutzt.
Auch im ursprünglich aus Phrygien stammenden, später aber im gesamten römischen Reich verbreiteten Kybele-Kult spielte das Tympanon eine bedeutende Rolle. Auf Statuetten und Abbildungen wird entweder die Göttin selbst oder aber ihr Gefolge mit diesem Instrument gezeigt. Verwandt mit dem Tympanon ist das nur einseitig bespannte Tambourin.
Neben dem Tympanon kommen Katagnetten, Klappern, hoch und tief gestimmte Trommeln und Schellen zum Einsatz. Die Gruppe Freiburger Spielleyt führt auf ihrer CD Gesangs- und Instrumentalstücke zumeist von 1200 bis 1400 auf die für diese Schlagwerk begleitete Musik typisch waren. Unter anderem auch Lieder aus dem Buch ‚Cantigas de Santa Maria’ des spanischen Königs Alfons des Weisen (1221-1284) und verschiedene Estampien aus Spanien, Frankreich und Italien.

Eben so ein Lied an die Jungfrau Maria des Minnesängers Oswald von Wolkenstein (1377-1445):
‚Wer ist, die da durchleuchtet’:
Wer ist sie die mehr als Sonnenglanz
Für uns den dürren Kranz erstrahlen lässt
Und erfrischend beleuchtet?
Wer ist sie, die an der Spitze des Reigens
Den Tanz anführt?
Und dem milden Mai sein Sprießen schenkt?
Eine edle, reine Jungfrau,
Die uns wirklich in der Tat einen Sohn gebar...
(Text ins Hochdeutsche frei übertragen)

Die CD bietet ein breites Spektrum der frühen mittelalterlichen Unterhaltungsmusik mit ‚gezähmten’ martialischem Schlagwerk – ein Genuss für Ohren und Geist. Die CD „Cum Tympano“ mit dem Ensemble Freiburger Spielleyt ist zu erwerben bei Christophorus Records unter der Bestellnummer CHR 7729.

Den überlieferten Estampies Frankreichs ist die nächste Aufnahme gewidmet, die wir empfehlen wollen. Sie wurde wieder von Jordi Savall und seinem Ensemble Hesperion XXI eingespielt, die sich in der Szene der Alten Musik zu wahren Heroen der Forschung und Wiederbelebung von musikalischen Schätzen des Mittelalters und der Renaissance entwickelten.
Savall erklärt in seinem ausführlichen Beiheft über die Geschichte dieser Tänze ‚Estampies & Danses Royales’ die in einem Manuskript von 1270 bis 1320 gesammelt wurden: „Gut sieben Jahrhunderte sind vergangen, seitdem diese faszinierenden Musikstücke geschaffen wurden. Eingehüllt in ihre geheimnisvolle Kraft und lebensfrohe Pracht zählen sie zu den ältesten Instrumentalstücken aus dem Mittelalter die Dank einer zeitgenössischen Quelle erhalten geblieben sind.
Heute überrascht und rührt uns vollends ihr rhythmisches Pulsieren und ihre poetische Magie, die trotz sieben Jahrhunderten der Vergessenheit, die zwischen uns und ihnen klaffen, erstaunlicherweise nichts an Verständlichkeit und Faszination verloren haben.
Das große Jahrhundert des Heiligen Ludwig stieß damals an sein Ende. Frankreich befand sich unter der Herrschaft Philipps IV (1285-1314), genannt der ‚Schöne’.
Die Kompositionen weisen auch den selben Schreib- und Notationsstil auf, was darauf hinweist, das wahrscheinlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts, jedenfalls spätestens um 1310, ein anonymer Musiker diese ‚Estampies & Danses Royales’ in das prächtige ‚Manuscrit de Roi’ (das ’Tanzbuch des Königs’) übertrug, das wir nun zum Anlass dieser Einspielung völlig wiederhergestellt und auf Originalinstrumenten neu aufgeführt haben...“

Die CD mit ausführlichen Begleitheft „Estampies & Danses Royales“ mit Jordi Saval und dem Ensemble, Hesperion XXI ist zu haben bei Alia Vox Records unter der Bestellnummer AV 9857.

Claudio Monteverdi: ‘Il Combattimento di Trancredi e Clorinda’
‘Torna l'ira ne' cori e li trasporta,
benchè deboli, in guerra a fiera pugna!
Ù'l'arte in bando, ù'già la forza è morta,
ove, in vece, d'entrambi il furor pugna!
O che sanguigna e spaziosa porta
fa l'una e l'altra spada, ovunque giugna
ne l'armi e ne le carni! e se la vita
non esce, sdegno tienla al petto unita’

„Ihren Zorn verdoppelnd, nahmen sie den Kampf noch heftiger auf
Obwohl ihre Körper erlahmten, war das Ringen unbarmherzig
Ihre Stärke und Kampfeskraft waren längst verschwunden
Nur noch das Feuer in ihnen ließ sie weiterkämpfen.
Ihre Schwerter waren bereits in purem Blut gebadet
Und wenn ihre Herzen noch schlugen
Lebten sie nur weiter, weil sie nicht bereit waren zu sterben“.

Auszug aus der Madrigal Oper ‘Il Combattimento die Tancredi e Clorinda’ und freie Übertragung ins Deutsche.

In seinem Traktat von 1521 ‘Libro della arte della guerra’ (‘Das Buch von der Kunst des Krieges’), schrieb der italienische Renaissance Politiker und Fürsten-Berater Niccoló Machiavelli auch über den Einsatz von Militärinstrumenten.
So meinte der Berater ein kommandierender Feldherr sollte seine Befehle von einem Trompeter mit schneidendem Ton weitergegeben werden. Kavallerie-Trompeten hingegen sollte eine andere Stimmung und Tonlage blasen. damit sie nicht mit den anderen Signalfanfaren für die Infanterie verwechselt würden. Trommeln und Flöten hingegen seinen besonders geeignet die Disziplin während des Marsches zu fördern und seien ebenfalls exzellent für Infanterie Manöver auf dem Schlachtfeld einzusetzen. Einer seiner Zeitgenossen meinte sogar, zwei sich gegenüberstehende Heere sollten keinen Angriff starten, bevor sie nicht durch den Klang der Trompeten und Kesselpauken dazu aufgefordert würden. Die Schlachtgemälde für den Hof und die Unterhaltung hielten sich an dieses Schema und bemühten sich es musikalisch zu imitieren – obwohl andere Instrumente, wie Streicher, dazu Verwendung fanden.
Eine der berühmtesten musikalischen ‚Battaglia’ ist das opernhafte Madrigal ‘Il Combattimento die Tancredi e Clorinda’ (‚Der Kampf zwischen Tancred und Clorinda’) von Claudio Monteverdi 1624 zum ersten Mal aufgeführt. Claudio Monteverdi (1567-1643 ) italienischer Komponist, Gambist, Sänger und sogar katholischer Priester war ein Meister der Unterhaltungsmusik seiner Zeit und er schrieb neun Bücher voll höfischer Lieder (Madrigale) und widmete eines allein den ‚Battaglia’ zwischen Liebe und Krieg oder den Krieg der Liebe. Monteverdis 8. Madrigalbuch enthält ‚Madrigali guerrieri et amorosi’ (Madrigale von Liebe und Krieg), welche vielfach als die besten Beispiele dieser Form angesehen werden.
Das oben erwähnte, in diesem Madrigal Buch enthaltene ‘Il Combattimento die Tancredi e Clorinda’ geht auf eine Textvorlage des Dichters Torquato Tasso zurück. Torquato Tasso (1544-1595 ) war ein italienischer Dichter des 16. Jahrhunderts, der Zeit der Gegenreformation. Bekannt wurde er vor allem durch sein Werk ‚La Gerusalemme liberata’ (Das befreite Jerusalem), in welchem er ein fiktives Gefecht zwischen Christen und Muslimen am Ende des Ersten Kreuzzuges während der Belagerung von Jerusalem beschreibt
‚Il combattimento di Tancredi e Clorinda’ entstammt diesem Buch. Das Drama findet sich im Canto XII, 52-62, 64-68. Monteverdi setzte es in eine opernhafte Madrigalszene für drei Stimmen (Erzähler, der Ritter Tancredi und Clorinda, seine Geliebte) um. Das Madrigal berichtet von einem Zweikampf vor den Toren Jerusalems zwischen Tancred, dem Kreuzritter, der von einem ihm unbekannten Geharnischten herausgefordert wird. Tancred erkennt nicht, das es sich bei diesem Gegner, der durch Visier geschützt unerkannt bleibt, um seine Geliebte Clorinda handelt. Die beiden verwickeln sich in einen immer gnadenloseren Kampf, der schließlich mit dem Tode Clorindas endet. Tancred muss erkennen, wen er besiegt hat und nimmt tränenreich Abschied. Solch herzerweichende Geschichten, sogenannte ‚Lamentos’, waren große Hits zur Zeit der Renaissance – man weinte sehr gerne – besonders öffentlich. Im Übrigen verstand man natürlich die Doppelsinnigkeit der Handlung die auch stark sexuelle Züge trug – der ‚Tod der Clorinda’ war wohl eher im übertragenen Sinne gemeint, als Hingabe (kleiner Tod!) vor der Machostärke des Gegners. In ‘Il Combattimento’ setzt Monteverdi zur Illustration des Schlachtgetümmels neuartige musikalische Methoden und Formen ein. So agiert die Gruppe der Sänger rezitativisch und von den Stimmen des Orchesters weitgehend getrennt.
Das Orchester, zumeist aus Streichern und Lauten bestehend, malt das Ringen der Kontrahenten. Unter anderem mit dem ersten bekannten Einsatz von Pizzicato der Streicher in der Musikgeschichte. Auch wird zum ersten Mal ein ‚Tremolo’ eingesetzt, das die Erregung des Kampfes für den Hörer musikalisch erlebbar machen sollte. Es ist überliefert, das es Monteverdi große Schwierigkeiten bereitet hat, diese beiden neuartigen Techniken den Musikern zu vermitteln und sie dazu zu bewegen, diese richtig und der Dramatik des Geschehens entsprechend umzusetzen.
Der Kampf zwischen Tancred und Clorinda wurde einer der größten Erfolge Monteverdis der unter anderem mit den Opern ‚L’Orfeo’ (1607) (Orpheus), ‚Il Ritorno die Ulisse in Partia’ (1641) (‚Die Rückkehr des Odysseus ins Vaterland’)‚ und ‚L’incoronazione di Poppea’ (1642) (‚Die Krönung der Poppea’) in denen sich ebenfalls einige ‚Battaglia’ – Szenen fanden, zu einem musikalischen Wegbereiter des europäischen Musiktheaters wurde. Eine besonders schöne Aufnahme dieses ‚Combattimento’ stammt von dem amerikanischen Alte Musik Experten mit Wohnsitz und Wirkungsfeld in Frankreich, William Christie und seinem Ensemble aus Sängern und Instrumentalisten ‚Les Arts Florissants’.
Die CD, die den Titel der Monteverdi Madrigals ‚Il Combattimento die Tancredi e Clorinda’ und ‚Madrigali Guerreri e amorosi’ trägt, vereinigt einige der schönsten Stimmen Alter Musik so die Sopranistin Sandrine Piau, den Altisten Steve Dugardin und den britischen High Tenor Mark Padmore.
Neben dem Streit der beiden Liebenden bietet diese Aufnahme noch einige der mitreissensten und bekanntesten Madrigale Monteverdis so die Ode an den Schlaf ‚Tu dormi’ oder das bekannte ‚Zefiro torna’. Wunderschön leicht und durchsichtig musizierte Unterhaltungsmusik der Renaissance.

Die CD „Il Combattimento die Tancredi e Clorinda“ mit dem Ensemble ‚Les Arts Florissants’ unter Leitung von William Christie ist zu haben bei Harmonia Mundi Records unter der Bestellnummer HMA 1951426.

Bach: Krieg und Frieden im Himmel
Wir wagen zum Schluss unserer Betrachtungen alter Kriegsmusik und ihrer Folgen einen gewaltigen Sprung in der Musikgeschichte hin zu den Kirchenkantaten Johann Sebastian Bachs (1685-1750), die er zum Fest des Erzengels Michael (am 29. September des Jahres) und zur Reformation (am 31. Oktober des Jahres) geschrieben hat.
Bach studierte die Quellen der Musik sehr genau und natürlich auch die Battaglia-Form. Was lag also näher als den archaischen Kampf der Engelsheere gegen den Satan (am Michaelis Fest) und das ständige Ringen der menschlichen Seele mit dem Teufel (Reformationskantate BWV 80 ‚Ein feste Burg ist unser Gott’) mit musikalischen Kampfmitteln zu malen – mit der mittelalterlichen ‚Battaglia’ eben.

Nun ist das Heil und die Kraft
Und das Reich und die Macht
Unsers Gottes seines Christus worden,
Weil der verworfen ist,
der sie verklagete Tag und Nacht vor Gott.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Kantate BVW 50 zum Fest St. Michaelis

„Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen. Und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel.
Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen.
Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel:
Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes geworden und die Macht seines Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott.
Darum freuet euch, ihr Himmel und die darinnen wohnen...

Bibel: Offenbarung des Johannes, 12ff in der Übersetzung durch Martin Luther.

Und richtig – in allen vier Kantaten zum Michaelisfest finden sich diese Formen die den Kampf zwischen Himmel und Erde charakterisieren:
Das Kantatenfragment BVW 50 ‚Nun ist das Heil und die Kraft’, wohl entstanden 1723, von dem leider nur der mächtige Einleitungschor erhalten blieb, klingt wie ein einziger gewaltiger Angriff des Engelheeres gegen die Kräfte der Hölle. Das Halleluja nimmt sich aus wie ein Schlachtruf. Instrumentiert mit Trompeten und Pauken und sich bewegend in Oktavsprüngen stürmt dieser Kantatenchor vor und man meint man befinde sich auf einem tobenden Schlachtfeld.
Die Kantate BVW 130 ‚Herr Gott dich loben alle wir’ von 1724 beginnt ebenfalls im Battaglia-Rhythmus – ganz klar zum Kampf gerufen wird dann mit alternierendem hellen Trompeten-Duo in der folgenden Bassarie ‚Der alte Drache brennt vor Neid’ – wobei der Drachen von dumpfen Pauken charakterisiert und tief unheimlich dargestellt wird.
Auch in Kantate BWV 19 ‚Es erhub sich ein Streit’ von 1726 tobt im fugierten Einleitungschor ganz klar der Kampf im Himmel – er ist mit dem originalen Text aus der Apokalypse des Johannes (siehe oben) unterlegt.
Geradezu königlich kommt schließlich die Kantate BWV 149 ‚Man singet mit Freuden vom Sieg’ von 1728 daher, mit jubelnden Trompetenklängen im Einleitungschor wird das Preislied des Sieges St. Michaels über den Satan prächtig musikalisch umrahmt – wieder im Battaglia-Rhythmus.
Im der Bass-Arie ‚Kraft und Stärke sei gesungen’ findet sich die Kampfmusik gegen den Teufel im Basso Continuo – von Orgel und Fagott kräftig ausgemalt. Zum guten Schluss noch einen kurzen Blick auf eine der berühmtesten Kantaten Bachs BVW 80 von 1715, die dem Luther Lied ‚Ein feste Burg ist unser Gott’ gewidmet ist. In ihr findet die private Schlacht zwischen Seele und Teufel gleich zweimal statt. Einmal in der Bass-Arie ‚Alles was von Gott geboren ist zum Siegen auserkoren’ die wiederum klare Battaglia Form aufweist.
Noch deutlicher wird das musikalische Kampfgetümmel in der unisono vorgetragenen Kriegsmusik des Tenorchorals ‚Und wenn die Welt voll Teufel wär’. Dabei kämpfen die versammelten Streicher einstimmig mit den Tenören des Chors, um den Satan aus der menschlichen Seele zu verjagen.

Choral (Tenore unisono)
‚Und wenn die Welt voll Teufel wär
Und wollten uns verschlingen,
So fürchten wir uns nicht so sehr,
Es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
Wie saur’ er sich stellt,
Tut er uns doch nicht,
Das macht, er ist gericht',
Ein Wörtlein kann ihn fällen.’

Johann Sebastian Bach; Kantate BVW 80 zum Reformationstag

Ich empfehle als Aufnahme für die Michaeliskantaten wärmstens den Livemitschnitt der Kantaten Pilgrimage des britischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner aus der Kirche ‚Unser Lieben Frauen’ in Bremen vom 29. September 2000. Beste Solisten, Malin Hartelius (Sopran), Richard Wyn Roberts (Altus), James Gilchrist (Tenor) und Peter Harvey (Bass), musizieren den Engelskampf mit dem Monteverdi Chor und den English Baroque Soloist.
Die Doppel CD bietet außerdem die Kantaten zum 14. Sonntag nach Trinitatis in erstklassigen Aufführung mitgeschnitten an der Abtei d’Ambronay am 24. September 2000.
Es sind die Kantaten, ‚Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe’ BWV 25, ‚Jesu der du meine Seele’ BWV 78 und schließlich ‚Wer Dank opfert, der preiset mich’ BWV 17. Es musizieren die gleichen Sänger wie bei den Michaelis Kantaten mit der Aufnahme das die Altus Partie von Robin Tyson ausgeführt wurde.
Schließlich noch zur Aufnahme von ‚Ein feste Burg ist unser Gott’. Ich empfehle hier ebenso dringend die CD mit dem franco-flämischen Dirigenten und Bach-Experten Philippe Herreweghe. Sie trägt den Titel ‚Magnificat’ da diese Reformationskantate mit dem lateinischen Magnificat Bachs BVW 243 gekoppelt wurde. Die Aufnahme stammt bereits von 1990 und gehört zu den klassisch schönen Bach Kantaten Einspielungen. Es singen Barbara Schlick und Anges Mellon (Sopran), Gerard Lesne (Altus), Howard Crook (Tenor) und Peter Kooy (Bass).
Außerdem zu hören ist der Chor Collegium Vocale Gent und es spielt La Chapelle Royale unter Philippe Herrweghe.

2 CD ‚Bach Cantatas’ zum 14. Sonntag nach Trinitatis und dem Fest St. Michaelis mit Solisten des Monteverdi Choirs und den English Baroque Solists unter Leitung von Sir John Eliot Gardiner ist zu haben bei Soli Deo Gloria Records unter der Bestellnummer SDG 124.

Die CD Bach „Magnificat“ mit dem lateinischen Magnificat und der Kantate zum Reformationsfest ‚Ein feste Burg ist unser Gott’ mit Solisten und dem Collegium Vocale Gent und La Chapelle Royale unter Leitung von Philippe Herreweghe ist zu erhalten bei Harmonia Mundi unter der Bestellnummer HMC 901326.

Wenn alle Schlachten nur im Geiste und so stilvoll und mit so viel Geschmack ausgeführt würden wie in Monteverdis Liebeskämpfen oder Bachs Kantaten dann freuten wir uns alle an einer besser Welt ...

Aria (Soprano):
Gottes Engel weichen nie,
Sie sind bei mir allerenden.
Wenn ich schlafe, wachen sie,
Wenn ich gehe,
Wenn ich stehe,
Tragen sie mich auf den Händen

Johann Sebastian Bach; Kantate BVW 149 zum Fest St. Michaelis

Und es herrscht endlich Frieden nach all dem Krieg – sogar im Himmel!

In der nächsten und letzten Folge der KlassikKompass-Serie ‚Musik des Mittelalters’ beschäftigen wir uns mit dem Tanz der Bauern und Pomp der Bürger.

Ihr Herby Neubacher


Abbildungsnachweis:
Header: Marische Ornamentik. Arabischer Text und Arabeske im Alhambra-Palast, Granada/Spanien. Foto: Privat
Galerie:
01. El Cid, Arco de Santa Maria, Burgos/Spanien. Quelle: Wikipedia
02. Ferdinand und Isabella von Spanien
03. Das Alhambra-Edikt, 1492 erlassen durch die katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon, ordnete die Vertreibung der Juden aus allen Territorien der spanischen Krone zum 31. Juli des Jahres an, sofern sie bis dahin nicht zum Christentum übergetreten waren.
04. CD-Cover „Isabel I. Reina de Castilla“ mit Jordi Savall
05. Tympano (Pauke), Mosaikdarstellung aus Pompeji.
06. CD-Cover „Cum Tympano“ mit dem Ensemble Freiburger Spielleyt
07. CD-Cover „Il Combattimento die Tancredi e Clorinda“ mit dem Ensemble ‚Les Arts Florissants’ unter Leitung von William Christie
08. CD-Cover ‚Bach Cantatas’ mit Solisten des Monteverdi Choirs und den English Baroque Solists unter Leitung von Sir John Eliot Gardiner
09. CD-Cover Bach „Magnificat“ mit Solisten und dem Collegium Vocale Gent und La Chapelle Royale unter Leitung von Philippe Herreweghe.
 

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