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Meinung

mail aus riga - Nebels Welt XIX

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Freitag, den 05. Juli 2013 um 10:15 Uhr
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Mail aus Riga - Nebels Welt XIX

Von den Privattheater-Tagen, die die BĂŒhnen im ganzen deutschsprachigen Raum ansprechen, von Forderungen, die eher das Gegenteil bewirken und von der Kultur so im ganz Allgemeinen.
Mal wieder geht es ums Geld. Es lĂ€sst sich so leicht fordern. Bei den 2. Privattheatertagen in Hamburg, die mit 600.000 € vom Bund gefördert werden, gab es natĂŒrlich Ansprachen, wogegen ja nichts einzuwenden ist: Was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Es sprachen der Initiator dieser Tage und Intendant des Altonaer Theaters Axel Schneider zum Programm, das hohes Lob in den Medien erhalten hatte, von einer Steigerung der Besucherzahl von 10 %, was eine Auslastung von ĂŒber 90% entsprach.

Es sprach noch dieser und jener entweder coram publico oder in mehr vertrauterem Kreise und es sprach der Bundestagstagsabgeordnete Kruse (CDU), der das Geld beim Bund locker gemacht hatte; dafĂŒr ganz großes Lob. Dass er der Meinung war, dass die Kultur zu wenig bekomme – na das kennt man ja – nur dass er der anwesenden Kultursenatorin Kisseler (SPD-nah) empfahl am besten den Kulturetat zu verdoppeln, ist doch ein leicht vergifteter Wunsch. Darauf beruft man sich jetzt gerne und die CDU kann in der Kulturszene punkten. Bis vor zwei Jahren war sie – zur Erinnerung – selbst am Ruder. Und mit ca. 3% am Gesamtetat liegt Hamburg nicht schlechter da als andere BundeslĂ€nder. Und wetten – wenn dies eintrĂ€te, dann wĂ€re es immer noch zu wenig. Die Elbphilharmonie, die jetzt – aber nun ganz gewiß – 750 Mio. € kosten und in diesem Jahrhundert auch noch fertig werden soll, ist in diesen Zahlen nicht mit eingerechnet. Von dem eigentlichen Problem – die oft prekĂ€re Lage der Kunstschaffenden – wird dann weniger geredet. Das private Engagement fĂŒr die Kultur – so wie in den USA, was hier auch anempfohlen wird – erzeugt doch nur einen speziellen Kichereffekt. Das Geld geht grĂ¶ĂŸtenteils in reprĂ€sentative AuffĂŒhrung und lebt auch von Stiftungen, was natĂŒrlich zu begrĂŒĂŸen ist. Aber es wird damit ĂŒberhaupt keine FlĂ€chendeckung erreicht. Es gibt im mittleren Westen beispielsweise Orte, wo das nĂ€chste BuchgeschĂ€ft 300 Km entfernt ist; auch in Meilen ausgedrĂŒckt, klingt das nicht so dolle.

Ich hatte mich ja in mehreren meiner Kolummnen mit dem VerhĂ€ltnis Geld und Kultur beschĂ€ftigt, aber das wĂ€re dann schon wieder eine ganz andere Geschichte – allgemein gesehen.

Ihr Klaus Peter Nebel

 
Prof. Dipl.-Bibl. Prof. h.c. Klaus Peter Nebel ist Leiter des Studiengangs Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Riga/Lettland. Von 2007 - 2010 arbeite er als Professor fĂŒr Marketing- und Unternehmenskommunikation an der UMC (University of Management and Communication), Berlin, Potsdam; In den Jahren 2007 und 2008 war er als Direktor der Konzernkommunikation der maxingvest AG, Hamburg tĂ€tig (Holding fĂŒr Beiersdorf AG, Tchibo GmbH, tesa AG) und Leiter der Unternehmenskommunikation der Tchibo GmbH, Hamburg. Über 20 Jahre, von 1983 bis 2007 war er Leiter Presse & Public Relations der Beiersdorf AG in Hamburg.

Hinweis: Die Inhalte dieser "Kolumne" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Foto: Claus Friede
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