Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1036 Gäste online

Neue Kommentare

Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...
Fabian Drux zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Danke für den Hinweis auf einen wunderschönen F...
Wolfdietrich Arndt zu Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helen Geyer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande: Gestern war ich im Tietz in Chemnitz zu einem Vor...

Meinung

mail aus riga - Nebel´s Welt XVII

Drucken
(271 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 03. Mai 2013 um 13:30 Uhr
mail aus riga - Nebel´s Welt XVII 4.4 out of 5 based on 271 votes.
mail aus riga XVII

Von der Personalpolitik der Medien im Großen und im Allgemeinen, vom Wohl der Kontinuität und einige Betrachtungen, worum es eigentlich geht.
Nun hat es auch den Spiegel erwischt. Die beiden Chefredakteure wurden von heute auf morgen ihrer aufreibenden Tätigkeit entbunden. Großes Rätselraten über das „Warum?“. Es wurde dann gestreut, die beiden können nicht miteinander – sozusagen ein chemisches Problem – und als praktisches Beispiel wurde die Uneinigkeit zwischen Print und Online aufgeführt.

Der Grund lag wohl eher an den Zahlen. Die Auflage der Printausgabe – und damit wird das Geld verdient – rutschte auf Dauer unter eine Million auf nunmehr 900.000. Der ehemalige Chefredakteur des Spiegels, Werner Funk, kommentierte, dass der Spiegel in den letzten Perioden nicht einmal ein die Diskussion beherrschendes Thema plaziert hat. Nun hatte dieses Periodikum einen, der es konnte: Stefan Aust. Er wurde aber ebenfalls in die Wüste geschickt. Und das hängt mit der Gesellschafterstruktur zusammen. Der Gründer des Spiegels, Rudolf Augstein, hatte im Zuge der 68er Irritationen etwas über die Hälfte des Spiegelvermögens seinen Mitarbeiter vermacht. 24, 9 % entfallen auf seine Erben, weitere 24,9 % hält das Verlagshaus Gruner + Jahr, das wiederum zum Bertelsmann Konzern gehört. Damit entscheidet die Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter auch darüber, wer denn nun den Chefredakteur geben soll. Rudolf Augstein hat diese seine Entscheidung im Geiste 68 öffentlich bereut. Doch weiter in der Gegenwart – zugegeben: Stefan Aust ist schon ein schwieriger Mensch und gefällt sich durchaus in der Rolle. Aber großes Ausrufungszeichen: Er hat Auflage gemacht. Kontinuität zahlt sich schon aus: Nun dümpelt ja nicht nur das Flaggschiff des politischen Jounalismus. Auch die Frankfurter Rundschau – nach eigener Einschätzung die führende linksliberale Zeitung im Lande. Jetzt hat die eher konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung die Mehrheit und hat einige Journalisten der FR übernommen. Was daraus werden soll, wird die Zeit zeigen.
Apropos Zeit. Die ZEIT ist ein Muster an Kontinuität. Personell und von den Inhalten her; selbst der zuweilen gouvernante Tonfall ist beibehalten. Und die Auflage steigt.

Großer Übeltäter bei allem und jeden ist das Online-Wesen. Hier haben sich die Medien Konkurrenz in eigenem Hause geschaffen, ohne die finanziellen Folgen zu beachten. Ob es jetzt gelingt, für Online-Angebote Erträge zu generieren, das wird sich herausstellen. Solange einzelne Beiträge mehr kosten als die gesamte Zeitung – siehe Lebensmittel-Zeitung und auch andere – wird das für private Nutzer eher abschreckend wirken. Firmenabos werden hingegen sicher in diesem Fall eine Ausnahme bilden – hier zahlt es ja niemand aus der Privatbörse. Was da dahinter steckt, dies wäre nun wieder eine ganz andere Geschichte.

Ihr Klaus Peter Nebel


Prof. Dipl.-Bibl. Prof. h.c. Klaus Peter Nebel ist Leiter des Studiengangs Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Riga/Lettland. Von 2007 - 2010 arbeite er als Professor für Marketing- und Unternehmenskommunikation an der UMC (University of Management and Communication), Berlin, Potsdam; In den Jahren 2007 und 2008 war er als Direktor der Konzernkommunikation der maxingvest AG, Hamburg tätig (Holding für Beiersdorf AG, Tchibo GmbH, tesa AG) und Leiter der Unternehmenskommunikation der Tchibo GmbH, Hamburg. Über 20 Jahre, von 1983 bis 2007 war er Leiter Presse & Public Relations der Beiersdorf AG in Hamburg.

Hinweis: Die Inhalte dieser "Kolumne" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Fotonachweis: Header: Claus Friede
Anhänge:
Diese Datei herunterladen (mailausriga_114.pdf)Mail aus Riga 114[ ]4621 Kb

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Meinung > mail aus riga - Nebel´s Welt XVII

Mehr auf KulturPort.De

„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers
 Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers



Was für eine Horrorvorstellung: als Schauspieler die Stimme – als Fußballspieler die Füße – als Philosoph den Verstand – als Komponist das Gehör – u [ ... ]



Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“
 Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“



In seinem vierten Gedichtband „nachts leuchten die schiffe" beschäftigt sich Nico Bleutge mit unserer realen Welt in sieben Zyklen. Wie ein Jongleur wirft der [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen
 Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen



Das 1988 vom amerikanischen Minimalmusiker Steve Reich komponierte Werk „Different Trains“ bildet den Ausgangspunkt einer Aufführung des London Contemporary [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.