Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Hamburger Architektur Sommer 2019


Meinung

mail aus riga - Nebels Welt XVI

Drucken
(154 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 04. April 2013 um 08:44 Uhr
mail aus riga - Nebels Welt XVI 4.5 out of 5 based on 154 votes.
mail aus riga - Nebels Welt XVI

Von der Bandbreite der Kultur, von der Lust, das Publikum auf hohem Niveau zu unterhalten und von der Absicht Kultur erfolgreich – auch finanziell – zu gestalten.
Zugegeben: Die Methodik zu dieser Kolumne habe ich von Plutarch (45-125 n. Chr.) ĂĽbernommen. Er schrieb Parallelbiografien ĂĽber „groĂźe Griechen und Römer“. Und da wir jetzt mit kultur-port.de verbandelt sind und somit potentiell 500.000 User im Monat erreichen können, ist äuĂźerste Korrektheit das Gebot der Stunde. Also merke: FuĂźnote Plutarch.
Im Stil von Plutarchs Biografien wird hier die kleinere Kunst im Vergleich zur größeren in Beziehung gesetzt, weil die ganze Bandbreite der Kultur in ihren Extremen deutlich deutlicher wird.

Es ist Sonnabend, der 13. März 2013. Kälte und Schnee prägt den Tag, aber auch die Sonne, die mühsam gegen die Kälte anarbeitet.
Um 11.00 Uhr beginnt das 9. KulturfrĂĽhstĂĽck im Altonaer Theater, das von den „Freunden des Altonaer Theaters“ organisiert wird. Zum Eintrittspreis von 13 € (fĂĽr Mitglieder 10 €) – mit zwei belegten Brötchenhälften und Kaffee satt – treten die Schauspielerin Marla Weedermann und der Clown (eigene Bezeichnung) Broder Zimmermann auf. Ihr Programm: Sturmzucker – Lyrik, Lieder, Liebe, Meer. Die Dekoration sparsam – nur ein aufgepumptes Schlauchboot und zwei Ruder. Wortwitz und Melodien stehen im Mittelpunkt zum AmĂĽsement der Zuschauer. Besonders viel Beifall gab es fĂĽr den Song der Seeräuberjenny aus Brechts Dreigrossenoper. Hier sollten die Interpreten mit ihren beiden Akkordeons ansetzten – es lohnt sich bestimmt.
Brecht und Weil als der Beginn der Moderne; und Stimmen und Spiel der beiden Protagonisten tragen das. 50 Zuschauer waren jedenfalls restlos begeistert.

Ganz anders der Ballettabend in Kiel. Ausverkaufte Ränge – und das neue DUO an der Spitze der Ballettcompany Yaroslov Ivanenko und Hather Jurgensen, 6. Jahrgang im internationalen Studiengang, (beide frĂĽher die Stars bei John Neumeiers Hamburg Ballett) schafften exzellentes Neues. Das Theater mit nahezu 400 Plätzen ausverkauft.

Den ersten Teil choreografiert die Slowakische Künstlerin Natalia Horencna. Zu Klangkörpern bewegten sich Tänzerinnen und Tänzer. Der Titel des Stückes war Programm: Jenseits der Tür weist auf die Konflikte hin, die sich in einer Familie abspielen. Vater erschießt Mutter, was nicht gerade als Vorbild dienen sollte.

Danach die Inszenierung von Yaroslov Ivanenko. Hier wurde mit groĂźem Ernst heiteres produziert. Der Titel war „Auf dem Wasser tanzen“.
Es war schon umwerfend komisch wie zum Wiener Walzer auf BĂĽro-RollstĂĽhlen mit gekonnter BĂĽhnentheatralik die Tänzer ĂĽber die BĂĽhnen rollten. Sehr schön auch Tschaikowskis Schwanensee (ohne ihn geht es einfach nicht). Erst tanzten die Frauen die Szenen mit den vier Jungschwänen in unglaublicher Präzession; dann wurde die Szene mit Tänzer im TĂĽtĂĽ wiederholt; aber ernsthaft getanzt ohne die „Schwuchteleien“, die sich durchaus anböten.

Ein gelungener Abend, der die Reise aus Hamburg gelohnt hat. Es wäre zu wĂĽnschen, dass diese Inszenierung auf Reisen geht, weil es viele Zuschauer begeistern wĂĽrde. Insbesondere wĂĽrde sich Wien anbieten – allein schon wegen des Strauss’ Walzers, den alle ja aus den Neujahrskonzerten kennen. Ob das gelingt, wäre nun wieder eine ganz andere Geschichte.

Ihr Klaus Peter Nebel


Prof. Dipl.-Bibl. Prof. h.c. Klaus Peter Nebel ist Leiter des Studiengangs Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Riga/Lettland. Von 2007 - 2010 arbeite er als Professor für Marketing- und Unternehmenskommunikation an der UMC (University of Management and Communication), Berlin, Potsdam; In den Jahren 2007 und 2008 war er als Direktor der Konzernkommunikation der maxingvest AG, Hamburg tätig (Holding für Beiersdorf AG, Tchibo GmbH, tesa AG) und Leiter der Unternehmenskommunikation der Tchibo GmbH, Hamburg. Über 20 Jahre, von 1983 bis 2007 war er Leiter Presse & Public Relations der Beiersdorf AG in Hamburg.

Hinweis: Die Inhalte dieser "Kolumne" geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder. Diese muss nicht im Einklang mit der Meinung der Redaktion stehen.

Fotonachweis: Claus Friede
Anhänge:
Diese Datei herunterladen (mailausriga_113.pdf)Mail aus Riga 113[ ]1614 Kb

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > mail aus riga - Nebels Welt XVI

Mehr auf KulturPort.De

„1917” – Sam Mendes zwischen Realitätsanspruch und Illusion
 „1917” – Sam Mendes zwischen Realitätsanspruch und Illusion



Mit zehn Nominierungen avanciert Sam Mendes’ Kriegsepos „1917” zum Favoriten der Oscar-Verleihung. Selten priesen die Feuilletonisten ein Werk so einhellig [ ... ]



Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart.
 Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart.



Ein Buch ĂĽber die tiefe Spaltung der westlichen Gesellschaft und das mögliche Scheitern der liberalen Demokratie hat der in den USA lebende Philosoph Vittorio  [ ... ]



Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“
 Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“



Biochemiker Charles hat „zu sicher gelebt“. Das begreift er leider erst im Alter von zweiundsechzig Jahren, also kurz vor dem Ruhestand.
Als seine Frau ihm [ ... ]



„Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“
 „Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“



Ăśberall – nur nicht im Gesicht. FĂĽr einen „anständigen Tätowierer“ ein ungeschriebenes Gesetz. Christian Warlich (1891-1964) war mehr als nur anständi [ ... ]



Welten: Akureyri
 Welten: Akureyri



Akureyri ist eine Stadt im äuĂźersten Norden Islands. In dem idyllisch, an einem Fjord gelegenen Zwanzigtausend-Seelen-Ort sind mehrere Kulturzentren, dort lebe [ ... ]



Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin
 Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin



Die Gewinnerin des DebĂĽtpreises des Buddenbrookhauses und des Lions Clubs LĂĽbeck-Hanse fĂĽr 2019 steht fest: Dana von Suffrin erhielt den mit 2.000 Euro dotier [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.