Neue Kommentare

Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...
Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...

Meinung

Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art

Drucken
(95 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 10. November 2011 um 13:39 Uhr
Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art 4.5 out of 5 based on 95 votes.
Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art

Live-Musik-Clubs – jeder kennt sie, hat sie besucht und gar einen Teil seiner Jugend in ihnen verbracht, sich die Nacht und die Musik um die Ohren geschlagen und später manch Legende um sie gesponnen.
Musik in Clubs, egal ob Metal, Punk, Rock, Reggae, Jazz oder Folk, sind heute Teil einer jeden Sozialisation und Hörkultur zugleich. Sie mögen klein, schmuddelig, stickig, zu laut und vielleicht auch zu eng sein, aber genau das ist auch zugleich das Pendant zur großen, platznehmenden Hochkultur. In Clubs tobt sich im wahrsten Sinne des Wortes der Nachwuchs aus, experimentiert, setzt den Trend von Morgen und befriedigt ein Lebensgefühl, das sich aus Rock´n´Roll, Neugierde, Toleranz und Spontaneität speist. Unter anderen hat Autor Christoph Twickel diesen Spirit in seinem Buch „Läden, Schuppen und Kaschemmen“ eindrucksvoll dokumentiert.

Doch diese Art musikalischer Schaubühne ist in seinen Grundfesten bedroht. Kaum jemand kennt den Blick hinter die Kulissen mit den Auflagen und Gebühren: Lärmschutz, Brandschutzauflagen, Spielstättenverordnung, Stellplatzabgaben – die Liste des Grauens für solche Clubs wird stetig länger. Die Finanzierung von Gagen, Hotel, Raumkosten, Ton- & Lichttechnik, Urheberrechten wird für die Betreiber immer schwerer, die Raumnot immer größer. Kaum eine Ecke in der Stadt, wo nicht ein Nachbar sein „Recht auf Ruhe“ inmitten urbaner Quirligkeit einfordert. Kaum ein Immobilienbesitzer, der nicht um seine Rendite fürchtet, wenn ein Club seinen Grund und Boden musikalisch erschüttert. Und schon gar keine Bank, die dem bodenständigen, krawatten- und anzugslosen Clubbetreiber einen Cent Kredit gewährt (detailliert und schwarz-humoristisch im „Clublei(d)tfaden“ des Hamburger Clubkombinats nachlesbar).

Das war im Grunde schon immer so, könnte man meinen. Macht es aber nicht besser. Auch das legendäre Onkel Pö schloss Mitte der 80er Jahre seine Pforten, da – so im Wikipedia nach zu lesen – letztlich eine Untersuchung der Baubehörde konstatiert, „die Musikanlage (1200 Watt Sinusleistung) habe durch die damit verbundenen Vibrationen die Standsicherheit des Gebäudes im Laufe der Zeit derart beeinträchtigt, dass aus bauaufsichtlichen Gründen der Betrieb der Verstärkeranlage hätte untersagt werden müssen“.
Aber manch flotter Spruch aus der städtischen Verwaltung „wenn drei Clubs schließen machen woanders eben drei neue Clubs wieder auf“ ist auf Hamburg nicht anwendbar. Denn wenn heute ein Club schließt, macht er in aller Regel nicht anderswo wieder auf. Die Immobilienpreise explodieren, das Business ist ungemein härter geworden und es gibt kaum noch Räume, in denen ein Musikclub umsetzbar ist. Was nun?

Weitere Informationen zur Clubstiftung unter: www.clubstiftung.de

Ihr Heiko Langanke

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilf...

Mehr auf KulturPort.De

Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Heiße Ecke 15 Jahre
 Heiße Ecke 15 Jahre



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Lana Cenčić: Sama
 Lana Cenčić: Sama



Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ [ ... ]



Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater
 Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater



Mit einem berauschend sinnlichen, wunderbar poetischen und philosophischen, dabei total abgedrehten Pop-Techno-Bühnenmärchen begeistert Theatermagier Antú Rom [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.