Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

Meinung

Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art

Drucken
(95 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 10. November 2011 um 12:39 Uhr
Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art 4.5 out of 5 based on 95 votes.
Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilfe der etwas anderen Art

Live-Musik-Clubs – jeder kennt sie, hat sie besucht und gar einen Teil seiner Jugend in ihnen verbracht, sich die Nacht und die Musik um die Ohren geschlagen und später manch Legende um sie gesponnen.
Musik in Clubs, egal ob Metal, Punk, Rock, Reggae, Jazz oder Folk, sind heute Teil einer jeden Sozialisation und Hörkultur zugleich. Sie mögen klein, schmuddelig, stickig, zu laut und vielleicht auch zu eng sein, aber genau das ist auch zugleich das Pendant zur großen, platznehmenden Hochkultur. In Clubs tobt sich im wahrsten Sinne des Wortes der Nachwuchs aus, experimentiert, setzt den Trend von Morgen und befriedigt ein Lebensgefühl, das sich aus Rock´n´Roll, Neugierde, Toleranz und Spontaneität speist. Unter anderen hat Autor Christoph Twickel diesen Spirit in seinem Buch „Läden, Schuppen und Kaschemmen“ eindrucksvoll dokumentiert.

Doch diese Art musikalischer Schaubühne ist in seinen Grundfesten bedroht. Kaum jemand kennt den Blick hinter die Kulissen mit den Auflagen und Gebühren: Lärmschutz, Brandschutzauflagen, Spielstättenverordnung, Stellplatzabgaben – die Liste des Grauens für solche Clubs wird stetig länger. Die Finanzierung von Gagen, Hotel, Raumkosten, Ton- & Lichttechnik, Urheberrechten wird für die Betreiber immer schwerer, die Raumnot immer größer. Kaum eine Ecke in der Stadt, wo nicht ein Nachbar sein „Recht auf Ruhe“ inmitten urbaner Quirligkeit einfordert. Kaum ein Immobilienbesitzer, der nicht um seine Rendite fürchtet, wenn ein Club seinen Grund und Boden musikalisch erschüttert. Und schon gar keine Bank, die dem bodenständigen, krawatten- und anzugslosen Clubbetreiber einen Cent Kredit gewährt (detailliert und schwarz-humoristisch im „Clublei(d)tfaden“ des Hamburger Clubkombinats nachlesbar).

Das war im Grunde schon immer so, könnte man meinen. Macht es aber nicht besser. Auch das legendäre Onkel Pö schloss Mitte der 80er Jahre seine Pforten, da – so im Wikipedia nach zu lesen – letztlich eine Untersuchung der Baubehörde konstatiert, „die Musikanlage (1200 Watt Sinusleistung) habe durch die damit verbundenen Vibrationen die Standsicherheit des Gebäudes im Laufe der Zeit derart beeinträchtigt, dass aus bauaufsichtlichen Gründen der Betrieb der Verstärkeranlage hätte untersagt werden müssen“.
Aber manch flotter Spruch aus der städtischen Verwaltung „wenn drei Clubs schließen machen woanders eben drei neue Clubs wieder auf“ ist auf Hamburg nicht anwendbar. Denn wenn heute ein Club schließt, macht er in aller Regel nicht anderswo wieder auf. Die Immobilienpreise explodieren, das Business ist ungemein härter geworden und es gibt kaum noch Räume, in denen ein Musikclub umsetzbar ist. Was nun?

Weitere Informationen zur Clubstiftung unter: www.clubstiftung.de

Ihr Heiko Langanke

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > Die Hamburger Clubstiftung – die Selbsthilf...

Mehr auf KulturPort.De

100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch
 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch



Eine Handschuh-Aktion passt wie die Faust aufs Auge, wenn die lettische Hauptstadt Riga, der baltische Staat Lettland und der Rest der Welt heute, am 18. Novembe [ ... ]



Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher
 Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher



Wie muss man sich eine Person vorstellen, die Freunde und Kollegen als „Naturereignis“ bezeichnen?
In jedem Fall als einen charismatischen Menschen mit üb [ ... ]



Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.