Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1602 Gäste online

Neue Kommentare

Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...
Fabian Drux zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Danke für den Hinweis auf einen wunderschönen F...
Wolfdietrich Arndt zu Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helen Geyer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande: Gestern war ich im Tietz in Chemnitz zu einem Vor...

Meinung

Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, nein - Polizei-Orchester, ja

Drucken
(42 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 24. September 2010 um 11:23 Uhr
Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, nein - Polizei-Orchester, ja 4.6 out of 5 based on 42 votes.
Wir sind das Altonaer Museum

Das Altonaer Museum wird geschlossen, aber das Polizei-Orchester bleibt. Was für eine eklatante Fehlentscheidung!

Und dazu das unsägliche Prozedere: Kultursenator Reinhard Stuth fand vor der Senats-Pressekonferenz nicht die Zeit, Direktor Torkild Hinrichsen vom Aus seines Hauses zu informieren. Er meldete sich erst danach telefonisch. Einen schlechteren Führungsstil kann man sich kaum vorstellen.

Aber das nur am Rande. Die Kulturschaffenden der Stadt fragen sich, was den Ersten Bürgermeister, Christoph Ahlhaus, bewog, sich persönlich für den Erhalt des Polizei-Orchesters einzusetzen, aber das Altonaer Museum sterben zu lassen: Die alten Seilschaften als ehemaliger Innensenator oder kulturpolitische Kurzsicht? Wahrscheinlich beides. In jedem Fall ist die Museumsschließung das falsche Signal.

Natürlich muss gespart werden – mehr als eine halbe Milliarde Euro pro Jahr – da versteht jeder, dass „schmerzliche Eingriffe“ (Ahlhaus) nicht ausbleiben. Doch die Schließung des traditionsreichen Hauses ist ein irreparabler Imageschaden für die Möchtegern-Kunstmetropole. Nicht nur, dass die arme reiche Hansestadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein städtisches Museum opfert und sich damit heftig blamiert, auch wirkt diese Maßnahme unverständlich und kontraproduktiv in Hinblick auf die neue Kulturtaxe, die nun eingeführt werden soll. Bislang wurden die Touristen nicht per Hotelabgabe zur Kasse gebeten. Nun verringert sich das Angebot, während die Preise steigen. Natürlich geht es nicht um Quantität, es geht um Qualität. Aus diesem Grund ist die Strukturreform, die mit der Zusammenlegung der kulturhistorischen Museen vor zwei Jahren begann, auch dringend notwendig. Aber das 1863 gegründete Altonaer Museum zu zerschlagen, macht aus vielerlei Gründen keinen Sinn - nicht zuletzt aus finanziellen.

Die Einsparungen von 3,5 Millionen Euro jährlich greifen erst in ein paar Jahren, da die 70 Mitarbeiter nicht entlassen, sondern „umgeschichtet“ werden. Und da auch die Sammlung „nicht weggeworfen werden soll“ (Christa Goetsch), sondern weiter betreut, finden im kommenden Jahr wahrscheinlich gar keine nennenswerten Einsparungen statt. Das Polizei-Orchester, das jährlich 1,5 Millionen Euro verschlingt, kann jedoch weiterblasen - den Trauermarsch für Hamburgs Kulturpolitik.

Ihre Isabelle Hofmann

(Isabelle Hofmann ist freischaffende Kulturjournalistin)

Foto: Copyright Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Heiko Langanke
+3
 
 
Den Hinweis, man könne ja auch das Polizeiorchester (hat es jemand eigentlich mal gehört? es ist verdammt gut) abschaffen, finde ich unangemessen.
Doch leider zeigt es, wie sich die Stadt Hamburg eine Spar-Diskussion aufzwingen läßt.
Denn der Neid unter Kulturschaffenden wird ebenso alltäglich wie es völlig normal schien, dass es evtl. gar keinen Kultursenat mehr gegeben hätte oder es fast unbemerkt bleibt, dass von der vermutlich kommenden "Kulturtaxe" "BESONDERS ATTRAKTIVE KULTURVERANSTALTUNGEN mit HOHER QUALITÄT WIE ETWA FESTIVALS ..." gefördert werden sollen.
Was das heißt, dürfte doch klar sein, oder?

Massenevents versus Kultur für die Menschen in Hamburg.
Wir sind auf dem besten Weg Hamburg zu einer Art Disneyland der Möchte-Gerne-Kultur zu machen.
Gratulation!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > Meinung > Kulturpolitik in Hamburg: Altonaer Museum, ne...

Mehr auf KulturPort.De

Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers
 Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers



Was für eine Horrorvorstellung: als Schauspieler die Stimme – als Fußballspieler die Füße – als Philosoph den Verstand – als Komponist das Gehör – u [ ... ]



Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“
 Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“



In seinem vierten Gedichtband „nachts leuchten die schiffe" beschäftigt sich Nico Bleutge mit unserer realen Welt in sieben Zyklen. Wie ein Jongleur wirft der [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen
 Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen



Das 1988 vom amerikanischen Minimalmusiker Steve Reich komponierte Werk „Different Trains“ bildet den Ausgangspunkt einer Aufführung des London Contemporary [ ... ]



„3 Tage in Quiberon". Romy Schneider und die Flucht vor dem eigenen Mythos
 „3 Tage in Quiberon



Ein felsiger Strand in der Bretagne. Das Rauschen der Wellen wird übertönt vom Geschrei der Möwen. Eine Familie lässt einen Drachen steigen. Etwas weiter weg [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.