Neue Kommentare

Peter Schmidt zu Hamburger Autorenvereinigung: Erinnern und Gedenken – zum 27. Januar 2014: Stadthaus- GedenkstĂ€tte? Da fragt man sich heute...
Lothar Hamann zu „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand: GEWINNER DES EUROPÄISCHEN FILMPREISES 2018!...
Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen AbgrĂŒnde des Gaspar NoĂ©: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie MĂŒller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke fĂŒr diesen Artikel!
Und Danke fĂŒr...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und UrnenhĂŒllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...
ï»ż
Meinung

Elena, Marina, Olga oder Natascha

Drucken
(213 Bewertungen - Wie es Euch gefÀllt!)
Freitag, den 19. MĂ€rz 2010 um 12:25 Uhr
Elena, Marina, Olga oder Natascha 4.5 out of 5 based on 213 votes.
Elena, Marina, Olga oder Natascha

Sie heißen Marina, Olga, Elena oder Natascha, zumindest behaupten Sie das in den Mails, die in der Redaktion eintreffen.
Sie schreiben in englischer Sprache, nicht fehlerfrei und manchmal hundsmiserabel, aber der Leser soll ja auch merken, dass diese nicht ihre Muttersprache ist. Sie stammen aus dem Osten Europas...
Sie wollen Brieffreundschaften oder besser Mailfreundschaften und jeder weiß es natĂŒrlich sofort: da steckt mehr und da steckt weniger dahinter. Die Absenderadressen sind ‚Fake’ und tragen ru- oder hu-Endungen. Grund genug, den Eingangsordner sofort zu leeren.

Und trotzdem bleibe ich jedes Mal an den Texten hĂ€ngen – weil ich ein Mann bin und empfĂ€nglich sein könnte von dieser Art der „Anmache“? Wenn ich die Mails lese, bin ich eher abgeturned, allein deshalb, weil Elena mir altklug erzĂ€hlen will, dass Englisch die universale Sprache sei und sie angeblich ĂŒber mein Profil "gestolpert" wĂ€re.
Trotzdem interessieren mich die Texte und beigefĂŒgten Fotos – von den jungen, meist sehr hĂŒbschen Frauen. Ich schaue sie mir an und sehe das Ambiente oder Umfeld indem sie fotografiert wurden. Aus welchen Privatalben stammen die wohl? Sind die Fotos gestellt und extra fĂŒr diesen einen Zweck fotografiert worden. Da posiert Marina irgendwo auf einer Wiese und im Hintergrund sieht man irgendein ukrainisches, weißrussisches oder romĂ€nisches StĂ€dtchen. Aber könnte das nicht auch in der Eifel oder im HunsrĂŒck aufgenommen sein? Kein Anhaltspunkt!
Ich erliege dann meiner Bandbreite an Phantasien, woher die MĂ€dchen wohl stammen, wer und was dahinter stecken könnte und warum es sich lohnt, solche Mails wahllos und zielungenau zu versenden. Und der Handel mit Mailadressen ist die harmloseste Variante in meinen Überlegungen!

Natascha schaut jedenfalls nicht fröhlich aus auf dem angehÀngten Foto. Kein Wunder bei der rustikalen Einrichtung, Marke Eigenbau.

Und um ein Beispiel einer solchen Mail dem geneigten Kolumnenleser nicht vorzuenthalten - oder bekommen Sie nicht alle solche Mails?

Hello! How are you doing? I hope that at all of you well. I have met yours profile and have decided to try to write to you. As you have liked me. Probably you also have not paid to me such attention, as I the usual and simple girl. But I would like to try to get acquainted with you. Now I shall not write much about myself. Only I shall inform the small information and I shall send some my photos. My name Elena is or is possible simply Lena, to me 30 years and I live in Russia. If you will be interested in that to try to continue our acquaintance. You can write that to me on mine email.

Please reply only to my personal e-mail: ... @rambler.ru

If you will answer me and acquaintance to me will be interesting to you. In my following letter I already shall try to tell that more to you about myself. That you had an opportunity to learn me little bit better. Excuse that I write only in english but I still yet do not know in what language for you it will be more convenient and easier to communicate. And english is considered universal language in the world. All the best to you.
Will receive pleasantly and interestingly your answer.

Elena

Was fĂŒr ein grottiges Übersetzungsprogramm war da denn am Werk?
Danke, Elena, Marina, Olga und Natascha!

Ihr Claus Friede

(Claus Friede ist Chefredakteur von Kultur-Port.De, Kulturjournalist, Moderator, Ausstellungs- und Filmreihenkurator. Er ist MitgrĂŒnder des Kulturklub Hamburg, leitet die Fokus-Reihe beim Filmfest Hamburg und seit knapp 20 Jahren die Kunstagentur Claus Friede*Contemporary Art)

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit fĂŒr jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > Elena, Marina, Olga oder Natascha

Mehr auf KulturPort.De

Bernd Meiners – Fotografie und Film
 Bernd Meiners – Fotografie und Film



Wenn man sich die biographischen Daten des Kameramanns und Fotografen Bernd Meiners anschaut, so erhĂ€lt man schnell ein recht klares und prĂ€zises Bild der Pers [ ... ]



Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben
 Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben



„Hier sitzt er und wĂŒrde doch lieber woanders sitzen“, so beginnt das dritte Buch der 42jĂ€hrigen Autorin Saskia Henning von Lange. Der Mann befindet sich h [ ... ]



„Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit
 „Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit



Beirut. Das Alter von Zain (Zain al Rafeea) wird auf zwölf Jahre geschĂ€tzt, genau weiß es keiner. Der schmĂ€chtige magere Junge sieht viel jĂŒnger aus, aber d [ ... ]



„Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“
 „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“



„Margiana“ – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300-1700 v. Chr.,  [ ... ]



Michael Wolf: Life in Cities
 Michael Wolf: Life in Cities



Kunst oder Dokumentation? Diese Frage erĂŒbrigt sich angesichts der fantastischen Fotografien und Installationen von Michael Wolf. Erstmals in Deutschland zeigen [ ... ]



„Shoplifters – Familienbande”. Der sanfte Zorn des Hirokazu Kore-eda
 „Shoplifters – Familienbande”. Der sanfte Zorn des Hirokazu Kore-eda



„Shoplifters” ist Hirokazu Kore-edas radikalster Film, die Familie bleibt zentrales Thema seines Werks, in ihr spiegelt sich die KĂ€lte einer gnadenlos Konsu [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche FunktionalitÀt bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.