Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs KlassikKompass

Jeroen van Veen: JacobTV – Complete Solo Piano Music

Drucken
(1 Bewertung - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 14. Juli 2014 um 12:49 Uhr
Jeroen van Veen: JacobTV – Complete Solo Piano Music 3.0 out of 5 based on 1 votes.
Jeroen van Veen: JacobTV – Complete Solo Piano Music

Der niederländische Komponist und Musiker Jacob Ter Veldhuis, der sich JacobTV nennt, ist auf vielen Feldern zuhause. Geboren 1951, begann er seinen Weg als Rockmusiker, studierte Komposition und elektronische Musik. In den 80er-Jahren hat er sich voll auf das Komponieren verlegt und ist seither bekannt als quirliger Geist, nicht auf eine Richtung festzulegen. Er zelebriert als Medienkünstler Performances mit Live-Instrumenten und faszinierenden Soundtracks zu sprachrhythmischen Melodien, war kürzlich erst beim Internationalen Musikfest Hamburg eingeladen mit einem Mix aus aberwitzigen Medienclips und Musik, mit denen er mediale Selbstinszenierungen parodierte.

JacobTV ist aber nicht nur ein „Andy Warhol der Neuen Musik“, sondern folgt auch gern neoklassischen und postromantischen Ideen. Zu hören auf dem neuen Doppelalbum, das Jeroen van Veen eingespielt hat und das JacobTVs Kompositionen für Piano solo vollständig versammelt. An diesen beiden CDs kann man hervorragend studieren, wie sich der Komponist überkommene musikalische Strukturen zu eigen macht, in dem er sie aufknackt und bereichert. Und man kann nur darüber staunen, was er alles in kleinen Universen von knapp einer Minute erzählt und illustriert, gern mit einem ironischen Augenzwinkern, denn er hat alle Formen und Ausdruck tief durchdrungen. Seine Klavierstücke tragen Titel wie „Klarsichtdose Mozartkugeln“ oder „Postnuclear Winterscenario Nr. 1“, er setzt Texte zwischen die Musik wie Interviewfetzen von John Cage in „Sound“ oder die dummquasselige Mitschrift einer Werbesendung für ein Schlankheitsmittel „In Body of Your Dreams“ und gewinnt daraus neue musikalische Strukturen. Er spürt dem Geheimnis seltsamer Vogelstimmen nach oder spielt lässig mit den Ideen von Blues und Boogie.

altIn seinem „Piano Concerto Nr. 2 ‚Sky Falling’“ mit großem Orchester lotet JacobTV neoklassisch klangliche Räume zwischen Rachmaninow, Strawinsky Mozart und Blues aus, gern unter schwelgerischer Verwendung des Orchesterklangs.
Seine beiden „Piano-Boeks“ reichen in der Prägnanz ihrer Zeichnung und in ihrem Erfindungsreichtum ohne weiteres an Schumanns „Kinderszenen“ heran – grandiose musikalische Minaturen mit Titeln wie „Kurze Freude“, „Beerdigung Dornröschens“, „Armseligkeit in F“ oder „Mystery“, „Mirror of Time“ und „Reconciliation“.
Und in „Intervallen – 12 Studies for Piano“ stellt er jedesmal ein anderes Intervall in den Mittelpunkt seiner kompositorischen Aufmerksamkeit. Und offenbart in den kleinen virtuosen Geniestreichen dieselbe Freude an der maximalen Auslegung selbstauferlegter Regeln, wie sie Bach bei seinem „Musikalischen Opfer“ empfunden haben muss.

Solche Musik, die unmmittelbar und packend zum Zuhörer spricht, gehört auf die Konzertprogramme unserer Zeit, und es kann dem niederländischen Pianisten und Minimalismus-Experten Jeroen van Veen, der für seine brillanten Einspielungen von Pärt, Satie, Philip Glass nicht bekannt ist, hoch genug angerechnet werden, dass er sie per CDs wenigstens schon mal vorab bekannter macht. Zwei CDs, die für viele Entdeckungen gut sind!

Jeroen van Veen: JacobTV – Complete Solo Piano Music, 2 CDs,
Brilliant Classic #94873

Piano Concerto No.2 Sky Falling


Abbildungsnachweis: Jacob Ter Veldhuis. Foto: Bram Tackenberg
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Jeroen van Veen: JacobTV – Complete Solo Pi...

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.