Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs KlassikKompass

Richard Strauss: Vom Wind gespielt – Bläsersonatinen

Drucken
(1 Bewertung - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 15. Mai 2014 um 11:39 Uhr
Richard Strauss: Vom Wind gespielt – Bläsersonatinen 4.0 out of 5 based on 1 votes.
Richard Strauss: Vom Wind gespielt – Blaesersonatinen

Pünktlich zum Jubiläumsjahr – der Geburtstag von Richard Strauss jährt sich zum 150. Mal – sprießen die Musikangebote mit bekannten und unbekannten Stücken aus dem Presswerkboden. Man muss schon genau hinsehen und vor allem hören, um die feinen Kostbarkeiten herauszufiltern. Mir hat, ehrlich gesagt, der Titel einer CD namens „Wind Sonatinas“ gefallen und die Vorstellung, dass der Wind jenes Notenkonstrukt zum Klingen bringt, das Strauss sein ganzes Leben lang begleitete.

Es ist sicherlich so, dass vieles von dem, was einen bereits von frühester Kindheit an umgibt, prägend wirkt auf das gesamte Leben. Bei Richard Strauss (1864-1949) war es ein Instrument, aus der Kategorie „Blechblas“. Sein Vater Franz war Hornist im Münchner Opernorchester. Der warme Klang des Horns mag den jungen Richard in seinen Bann gezogen haben, denn bereits als Schüler komponierte er die ersten Serenaden und Suiten für ein Dreizehnköpfiges Bläserensemble.

Richard Strauss: Vom Wind gespielt – BläsersonatinenAuf der CD sind 16 Blasinstrumente des Armonia Ensembles im Einsatz: Flöten, Oboen, Klarinetten, Hörner, Fagotte und sie spielen „Aus der Werkstatt eines Invaliden“ (Sonatine Nr. 1 F-Dur), eine Komposition aus dem Jahr 1943 und „Fröhliche Werkstatt“ Sonatine Nr. 2 Es-Dur aus dem Jahr 1944. Beide Werke entstanden also während der Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs und der Naziverbrechen. Im CD-Booklet werden dazu die richtigen Fragen gestellt, nämlich jene, die die Rolle Strauss’ betreffen: "Wie geht Strauss damit um? Er, der in Bayreuth einsprang, als Toscanini aus Protest gegen Hitler absagte? Der die Eröffnungsmusik zu Hitlers Olympischen Spielen von 1936 schrieb? Der 1943 Hans Frank, Generalgouverneur und ‚Schlächter von Polen’, mit einer Dankhymne bedacht hatte [...] Ein Tiefpunkt. Strauss, 1944 neben Furtwängler und Pfitzner der dritte Musiker auf der Sonderliste „Unersetzlicher Künstler“ (des NS-Regimes) – fühlt er nach Kriegsende persönliche Schuld?“
Eine überzeugende Antwort gibt es nicht! Was allerdings bleibt sind die Kompositionen im Licht ihrer Zeit und unserer Zeit und die Reflexion gehört unbedingt dazu.

Das Armonia Ensemble rekrutiert sich übrigens aus Solobläsern des Gewandhausorchesters aus Leipzig und spielt meisterlich. Die Aufnahmen aus dem Mendelsohn-Saal des Gewandhauses stammen aus den Jahren 2010 und 2012.

Die recht selten zu hörenden Stücke sind eine Klangfreude: lebhaft, quirlig, jubelnd umtanzt. Suchend in und nach einer kurzen Melodie, kehren Passagen immer wieder zu sich selbst zurück. Mal läuft die Komposition kanonisch nebeneinander und in einander verschlungen, mal arbeitet sie widersprüchlich in Stimmung gegeneinander an. In solchen Augenblicken darf Musik in der Tat ganz Werkstatt sein und sich nur mit sich selbst beschäftigen. Da ist der Meister routiniert und gelassen zugleich.

Fanfaren sind Signale mit denen Strauss zu gerne in seinen Bläsersonatinen zu arbeiten scheint. Er setzt sie ein als wolle er eine neue Zeit ankündigen, wären da nicht die Erinnerungselemente an seinen ‚Rosenkavalier’ und an den „Geiste Mozarts“. Dem widmet er nämlich seine Partitur von 1945: „Den Manen des göttlichen Mozart am Ende eines dankerfüllten Lebens“.


Richard Strauss: „Bläsersonatinen - Wind Sonatinas“
Armonia Ensemble
Berlin Classics
0300576BC
Empfehlenswert, ein Beitrag von Andreas Garbner, Bayerischen Rundfunk


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Tobias Haupt
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Richard Strauss: Vom Wind gespielt – Bläse...

Mehr auf KulturPort.De

Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik
 Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik



Woraus besteht die Musik unserer Zeit, was macht sie aus? Und überhaupt: Ist es die, die wir hören, ist es die, die komponiert wird oder die, die zeitgenössis [ ... ]



Über die Mathematik des Wassers
 Über die Mathematik des Wassers



Pascal Dusapin, 1955 in Nancy geboren, ist einer der wichtigsten Impulsgeber der Gegenwartsmusik.
Im Gespräch zum 5. Philharmonischen Konzert des Philharmonis [ ... ]



Paolo Pellegrin. Un’Antologia
 Paolo Pellegrin. Un’Antologia



„Fotografie ist wie schreiben für mich“, sagt Paolo Pellegrin. „Es ist eine Stimme.“
Diese „Stimme“ ist extrem berührend, mitunter fast unerträg [ ... ]



Silvan Joray Trio: cluster
 Silvan Joray Trio: cluster



Als Student der Gitarristen Wolfgang Muthspiel und Lionel Loueke hat sich Silvan Joray zwei Schwergewichte als Musiker und Lehrer ausgesucht. Seinen Bachelor hat [ ... ]



Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie.
 Jürgen Habermas: Auch eine Geschichte der Philosophie.



Ganz zweifellos war es die Sensation des Buchherbstes 2019: Endlich erschien die Philosophiegeschichte, an der Jürgen Habermas mehr als zehn Jahre gearbeitet ha [ ... ]



500 Jahre Havanna 2019 – Kuba tanzt in die Zukunft
 500 Jahre Havanna 2019 – Kuba tanzt in die Zukunft



2019 hat die Hauptstadt Havanna ihren 500-jährigen Geburtstag gefeiert. 1519 gegründet, ist die strategisch gelegene Hafenstadt auch ein halbes Jahrtausend dan [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.