Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...
Martin Zopick zu „Nocturnal Animals” – Rachethriller als bittere Selbsterkenntnis : Der zweite Film von Tom Ford und der ist gar nich...
Michaela zu „Midsommar”. Die sonnendurchfluteten Abgründe des Ari Aster: Einer der magnetisierendsten Filme, die ich seit ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs KlassikKompass

Kopf-Hörer3: dreimal außergewöhnliche Weihnachtsmusik

Drucken
(78 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 18. Dezember 2015 um 13:22 Uhr
Kopf-Hörer3: dreimal außergewöhnliche Weihnachtsmusik 4.4 out of 5 based on 78 votes.
Kopf-Hoerer  neue Aufnahmen – Reise durch die Zeiten

Drei Angebote für alle, die Weihnachtslieder nicht nur als Klingelton oder Helene-Fischer-Hits hören möchten. Traditionelle Lieder in ungewohnten Chorsätzen – mal romantisch, mal moderner. Und solistisch wunderbar gesungen mit alten Instrumenten.
 
O heilige Nacht – Romantische Chormusik zur WeihnachtszeitO heilige Nacht. Die 34 Sängerinnen und Sänger des 1985 gegründeten Dresdner Kammerchors singen Musik, die in der Zeit der Romantik entstanden ist. Historisch eine Zeit gewaltiger gesellschaftlicher Veränderungen, in denen die Menschen nach Haltepunkten suchen. Weihnachtslieder des 14. bis 18. Jahrhunderts hören wir hier in Arrangements, die sich auf die Traditionen beziehen und gleichzeitig in die Zukunft weisen. Darunter sind Kompositionen des Thomaskantors Gustav Schreck, der das Erbe Bachs fortschreibt, oder von Carl Gottlob Reißiger, Nachfolger Carl Maria von Webers als Dresdner Hofkapellmeister. Bekannter sind Brahms und Reger, Carl Loewe und Max Bruch – während Wüllner, Othegraven, Fuchs und Reinthaler fast vergessen sind. Einige Weltersteinspielungen enthält das CD-Programm. Es ist eine Einladung, Bekanntes in neuen Farben zu hören, gesungen von einem Chor, der diese Farben prächtig zu gestalten weiß. Christoph Rademann, der Gründer des Chores, hat die Dresdner zu einem der besten deutschen Chöre gemacht – er gibt dieser Melange von Althergebrachtem auf dem Weg in die Moderne Tiefe und spirituelle Sinnlichkeit.
O heilige Nacht – Romantische Chormusik zur Weihnachtszeit.
Dresdner Kammerchor, Hans-Christoph Rademann. CD Carus 83.392

 
Es ist ein Ros entsprungen – Weihnachtliche ChormusikEs ist ein Ros entsprungen. Auch a capella gesungen, aber noch etwas weiter in die Moderne greift das Konzept der Weihnachts-CD des NDR-Chors unter Philipp Ahmann. Es kontrastiert fünf der alten Arrangements von Michael Praetorius – im Kern der 1599 veröffentlichte Choral „Es ist ein Ros entsprungen“ – mit 250 bis 300 Jahre später entstandenen Stücken zur Weihnachts- und Nachweihnachtszeit aus dem Frühbarock, der Nachromantik und dem frühen 20. Jahrhundert. Da finden sich neben Praetorius, der mit dem neunbändigen Werk „Musae Sioniae“ ein Kompedium der evangelischen Kirchenmusik schuf, Peter Cornelius und Brahms, aber auch Heinrich Kaminski, Hugo Distler und auch Alban Berg. Die 33 Sängerinnen und Sänger finden für alle drei Epochen zu einer fein artikulierenden, klaren Klangsprache die den kirchlich geprägten Inhalten wie auch den heidnischen Wurzeln der Weihnacht eingängig Gestalt verleiht.
Es ist ein Ros entsprungen – Weihnachtliche Chormusik.
NDR Chor, Philipp Ahmann. CD ES-Dur 2064

 
Himlische Weyhnacht Festliche Gesaenge von Luther bis BachHimlische Weyhnacht. Wer es lieber ganz traditionell mag, ist bei Bell’Arte Salzburg gut bedient. Die Weihnachtsmusik der sieben Spezialisten für historische Aufführungspraxis stellt virtuose konzertante Festmusik neben die alten und gut bekannten Choräle. Luthers Choral „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ zieht sich mit seinen vielen Strophen wie ein roter Faden durch das Programm. Johann Sebastian Bach steuert den Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ bei, der Text stammt von Paul Gerhardt. Eine Sonate eines anonymen Komponisten verarbeitet die Melodie von „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Außerdem dabei: Werke von Hassler, Bernhard, Bruhns, Meder, Biber, Schütz und Zelenka. Die filigrane Interpretation von Bell’Arte und der beiden kultivierten Gesangsstimmen sorgt dafür, dass sich die vorweihnachtliche Turbulenz in Sekundenschnelle beruhigt und Weihnachtsfrieden einziehen kann, ohne dass bei dieser Musik jemand allzu schnell sagen kann: „Kenn ich schon.“
Himlische Weyhnacht. Festliche Gesänge von Luther bis Bach.
Bell’Arte Salzburg, Annegret Siedel. Marie Luise Werneburg (Sopran), Klaus Mertens (Bass). CD Berlin Classics 0300 687

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs KlassikKompass > Kopf-Hörer3: dreimal außergewöhnliche Weih...

Mehr auf KulturPort.De

„The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms
 „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms



Vorbei der fiebrige Glamour und die trügerische Romantisierung von „Goodfellas”, Verbrechen ist in „The Irishman” ein eher eintönig sorgenvolles Metier [ ... ]



Still in the Woods: Flying Waves
 Still in the Woods: Flying Waves



Schon in einer vorangegangenen KulturPort.De-Besprechung zum ersten Album (Rootless Tree) von „Still in the Woods“ kam das bemerkenswerte Potential der Band  [ ... ]



„Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona
 „Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona



Ein ungewöhnlich schönes Ambiente, ganz erstaunliche Stimmen und ein Spaßfaktor, wie er in der klassischen Musik wohl einmalig ist: Der „Halloween“-Sänge [ ... ]



Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel
 Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel



Die Bibel, sagt Arno Schmidt, sei „ein unordentliches Buch mit 50.000 Textvarianten“. Auch wenn diese Zahl groß klingt – damit hat er gewiss noch heftig u [ ... ]



Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer
 Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer



Es war die Zeit, in der die Malerei totgesagt war. Jeder, der sich zur Avantgarde zählte, suchte den Ausstieg aus dem Bild. Jeder? Nein. Vier junge Maler dachte [ ... ]



Christian Frentzen: First Encounter
 Christian Frentzen: First Encounter



Hat Modern Jazz noch eine Zukunft? Oder ist seine Wiederbelebung ein Griff in die Mottenkiste? Nein: Der Kölner Pianist Christian Frentzen zeigt auf seinem Deb [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.