Neue Kommentare

Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...
S.Scheunemann-Eichner ,Silke zu Mühlenpfordt – Neue Zeitkunst. Reformarchitektur und Hochschullehre: Eine wunderbare Einführung zu der Ausstellung im...
Roman Brock zu „Intrige”. Roman Polański und das Recht auf Genie: Ein interessanter Standpunkt zum Thema Polanski ...
Sebastian Lande zu Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart. : Es gehört zum Begriff der Demokratie, dass besti...
Dr. Antje-Britt Mählmann zu Frischer Wind aus dem Norden – Naturmotive in der Helsinki School: Guten Abend,
kuratiert wurde die Ausstellu...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir

Drucken
(185 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 23. April 2019 um 07:24 Uhr
Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir 4.0 out of 5 based on 185 votes.
Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir

Die Richtung ist vorgegeben, auch wenn wir nicht wissen, woher und aus welcher Farbe sie kommen. Es geht ins tief dunkle Azurblau-schwarz: das belgische Trio um den Pianisten Joachim Caffonnette kennt Morbidität, die Überfahrt über den Stxy (Wasser des Grauens) in den Hades, die Werke von James Ensor (1860-1945) und die Symbolisten. Das zumindest verspricht das Album-Cover, der nun erscheinenden Sammlung von neun Stücken.

Die Brüsseler Jazzszene ist reicher geworden – der französische Kontrabassist Alex Gilson traf in der europäischen Hauptstadt ein und zog in seinem Sog Schlagzeuger Jean-Baptiste Pinet mit ins Trio. Die ersten Touren wurden geplant und Ende 2017 ging es ins legendäre Jet Studio in Brüssel, um ein Album aufzunehmen, das Caffonnettes Originale sowie diverse Arrangements von Pop-Stücken digital auf Platte bannte. Alles verfeinert schließlich in den bauer Studios in Ludwigsburg.

Waren die ersten Touren nach Belgien, Frankreich und Luxemburg noch eilig zusammenorganisiert worden – schließlich mussten sich die drei Musiker erst einmal kennenlernen – kam schnell zum Vorschein wie ergänzend und gemeinschaftlich visionär die drei sind.
COVERDie ersten Live-Sets des Joachim Caffonnette Trios basierten im Wesentlichen auf Standards. Nach und nach legte Caffonnette seine einigen Kompositionen und Arrangements auf den Tisch, die er speziell für das Trio geschrieben hatte. Das kam an und war quantitativ und qualitativ genug Material um eine Weile im Studio zu verschwinde.
Das ursprüngliche Tour-Repertoire sollte durch Jazz-Arrangements von Pop-Klassikern der Beatles und Sixto Rodriguez erweitert werden. Das Kennzeichen von Caffonnette, das bereits in der früheren Arbeit des jungen Komponisten voll entwickelt wurde, ist sofort erkennbar. Reichhaltig in Harmonien werden die kraftvollen Melodien in einer tief verwurzelten europäischen Tradition getragen. Geführt und geleitet werden fast alle Stücke vom Klavier. Im Spiel entfaltet sich die volle Energie und das Können von Caffonnette und seinen Mitstreitern. Es ist wahrlich so, als ob der Konzertbesucher und Album-Hörer an einem Match beteiligt wird, er gezogen wird in den Bann einer andauernden Spannung, voller Spielfreude und gegenseitigem Zuspiel. Selbst in den ruhigen Stücken wie beiv „Tripoli’s Sorrow“ (Track 3) kommt durch den zunächst fordernden Anschlag der Wechsel zur Weichheit, ja fast schon umschmeichelnden Zärtlichkeit zum Solo-Instrument zum Tragen.

Selbst bei so bekannten Stücken wie „Hey Jude“ (Track 4) „Monk’s Dream“ (8) kommen keine Langweile oder eklektizistische Züge auf. Die musikalische Fließgeschwindigkeit ist perfekt, zwischendurch mit ein paar akzentuierten salvatorischen Tastenübungen ergänzt und melodischen Ausflügen, Umspielungen und tänzelnden Bewegungen zu einem Gesamtklang gebracht, der Freude bereitet.

Tiefe liegt über dem fünften Stück, jenem, der dem Album den Titel gab. Es zeugt allerdings nicht nur von Tiefe, sondern auch von Weite, ohne, dass Raum definiert werden muss. Arthur Rimbaud lieh seine Zeilen eines wunderbaren Gedichts namens „Ce qu’on dit au poète à propos de fleurs“ (1871), mit den lyrischen Worten:
Ainsi, toujours, vers l’azur noir
Où tremble la mer des topazes,
Fonctionneront dans ton soir
Les Lys, ces clystères d’extases !


Anja Pompke schrieb in Ihrem Buch „Peter Handke – Pop als poetisches Prinzig“ zu diesem Rimbaud-Gedicht: „Hier wird die vielbesungene Flora des Dichters mit ihren Lilien, Rosen und Veilchen als Marotte betulicher Salonpoeten abgetan.“ Musikalischer Kommetar vom Joachim Caffannotte Trio: Vers L’azur noir…

Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir

Joachim Caffonnette, Piano | Alex Gilson, Bass | Jean Bapiste Pinet, Drums
Neuklang
EAN: 4012116420531
Hörprobe
YouTube-Video:
- Joachim Caffonnette Trio - Perspectives Live
- Hey Jude - The Beatles (jazz cover: Joachim Caffonnette Trio)


Abbildungsnachweis:
Joachim Caffonnette Trio. Foto JCT
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir

Mehr auf KulturPort.De

„Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret
 „Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ – Cabaret



Hansa Theater ade, am Steindamm steht jetzt der Berliner Kit Kat Club.
Vergangenes Wochenende feierte das Erfolgsmusical „Cabaret“ in Deutschlands älteste [ ... ]



Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition
 Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition



In einer ziemlich rabiaten Kritik demontiert Frank-Peter Hansen den berühmtesten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Die letzten Jahre müssen schwer [ ... ]



„Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo
 „Bombshell”- Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo



In „Bombshell - Das Ende des Schweigens” rekonstruiert Regisseur Jay Roach den Missbrauchsskandal beim rechtskonservativen US-Sender Fox News. Ein brisantes  [ ... ]



Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen
 Johannes und Hanna Jäger. Ein Künstlerpaar auf Reisen



Seinen neunzigsten Geburtstag feiert noch im Februar Johannes Jäger, langjähriger Kunstlehrer am Lübecker Johanneum und dazu ein renommierter Maler. Anlässli [ ... ]



„Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“
 „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“



„Herzlich willkommen in der Hamburger Kunsthalle in unserer Ausstellung „Goya, Fragonard, Tiepolo – die Freiheit der Malerei“. Mit diesen Worten beginnt  [ ... ]



Annika Treutler – „Viktor Ullmann: Klavierkonzert, Op. 25 und Klaviersonaten Nr. 3 & 7"
 Annika Treutler – „Viktor Ullmann: Klavierkonzert, Op. 25 und Klaviersonaten Nr. 3 & 7



Man wüsste gern, wie diese Musik geklungen hat. „Huttens letzte Tage“ zum Beispiel, eine lyrische Symphonie für Tenor, Bariton und Orchester, op. 12. Vikto [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.