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Gemma & The Travellers: Too Many Rules & Games

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(180 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 12. Mai 2017 um 08:57 Uhr
Gemma & The Travellers: Too Many Rules & Games 4.3 out of 5 based on 180 votes.
Gemma & The Travellers

Bei den Ärzten hieß es: „Ist das noch Punkrock...“, und die Antwort lautete: Man weiß es nicht…! Wenn wir bei Gemma & The Travellers fragen: „Ist das noch Jazz?“ kommen wir sofort zu einer klaren Ansage: „Nein!“ Aber: Wen stört das?
Die italienische Sängerin mit der Wahlheimat Frankreich und ihre Mitstreiter machen eine Art Soul-Pop, in dem jede Menge Jazz mitscwingt (wahrscheinlich schreibe ich besser mitswingt!) Also ist eine Rezension dieses beeindruckenden Debutalbums („Too Many Rules & Games“) mehr als gerechtfertigt.

Soul gehört zu meinen Lieblingsgenres, Beat ebenfalls, Pop manchmal – und Jazz sowieso. Deshalb elektrisiert mich Gemmas Musik-Konglomerat aus Northern-Sounds, Beat-Anleihen, Pop-Funk-Strukturen und widerborstigen Jazz-Elementen wann immer es aus den Boxen quillt – ein absoluter Gute-Laune-Mix.

Gemma & The Travellers: Too Many Rules & Games COVERKlar, das ist Retro. Sogar mit Vintage-Effekt! Man glaubt, die mit Schrammen übersäte Hammond-Orgel und das verkratzte Fender-Rhodes direkt vor sich zu sehen – oder das im Rhythmus auf und ab hüpfende Tenor-Sax, von dem blitzende Lichtreflektionen über das Auditorium huschen. Live stechen dem Zuschauer sofort die Fifties-Klamotten der Sängerin ins Auge. Okay – Showbizz halt! Im Vordergrund jedoch steht Musik: „I Keep On Thinking“ ist mit seinen wuchtigen Soulbeats ein würdiger Opener. Auch das zweite Stück (der Titelsong) geht sofort in die Beine. Dass Julie Driscoll zu den Vorbildern von Gemma gehört, will man zuerst gar nicht glauben. Aber jeder, der auf ihre Phrasierung achtet, kann es sofort hören.

Sogar das energetische „I Can Fly“ erinnert immer wieder an die unvergessene Sixties-Ikone, die durch ihren Ehemann Keith Tippett in den Siebzigern komplett zum Jazz konvertierte und mittlerweile bei zeitgenössischer E-Musik angelangt ist. Doch Gemma klingt heute noch so wie Driscoll vor 50 Jahren. Mit „Take my Heart & Breathe“ haut die Formation sogar einen klassischen 12-Bar-Blues raus – den man der Band aber sofort abkauft. 78.000-mal gehört – aber in dieser Variante auch beim 78.001.-mal wunderschön!

Und eins ist jetzt schon klar. Wenn Gemma and the Travellers nach Hamburg kommen: Ich stehe in der ersten Reihe!

Gemma & The Travellers: Too Many Rules & Games
Label: Légére/Broken Silence/Kudos/Zebralution
CD/Vinyl/MP3 - R&B/Soul

Hörproben
Soundcloud (Auskoppelung)
www.deejay.de
YouTube-Viodeo:
Gemma & The Travellers: Too Many Rules & Games


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Header: Gemma & The Travellers / PR
CD-Cover

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