Neue Kommentare

Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...
Frederik Meester zu Weltmusikalisches Crossover – fließende Gefühle. Etta Scollo zum 60. Geburtstag: tanti auguri, etta scollo!!!...
ede und andrea zu Weltmusikalisches Crossover – fließende Gefühle. Etta Scollo zum 60. Geburtstag: Auguri di buon compleanno, liebste Etta! lass es ...
Marion Hinz zu Dorothy Parker: „Denn mein Herz ist frisch gebrochen“ – Zwischen Sehnsucht und Satire: Lieber Herr Blumenbach, Ihr Kommentar freut mich ...

CDs JazzMe

Max Merseny: „World Traveller“

Drucken
(163 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 14. Juni 2017 um 09:06 Uhr
Max Merseny: „World Traveller“ 4.0 out of 5 based on 163 votes.
Max Merseny: „World Traveller“

Reingehört und drangeblieben. Von der ersten Note an groovt es mächtig und man mag es kaum glauben, dass dieser Musiker aus deutschen Landen stammt. Max Merseny stellt mit „World Traveller“ ein extrem eindrucksvolles, gutes, vielseitiges und lässiges Album vor.

Schon sein Debüt-Album „Thank Y’all“ (2011) ließ aufhören und sein Name blieb im Standby-Modus.
Funk, Hip-Hop, Jazz, Soul in einer so perfekten Kombination ist selten zu finden – dazu das wohlfeine Gefühl für Arrangements sowie die Präzision und Ausgelassenheit im Spiel der eingesetzten analogen und digitalen Instrumente und dem überwiegend zurückhaltenden Einsatz der Stimmen. Wären die drei Musiker Merseny, Peña und Kirner Köche, so würde man dieses knapp 40-minütige Menü nicht nur genießen, sondern ihnen voller Freude ein paar Sterne offerieren. Das vermeintliche Problem daran ist nur: man wird nicht satt und könnte noch lange weiteressen.

Max Merseny - World Traveller - coverOb zu Beginn beim ersten Stück „World Traveller Interlude1“, bei „Da Fire“, „Hey My Love“ oder den „Untold Stories“, der Sound ist immer dicht, ausgereift und mitreißend urban.
Neben Max Merseny spielt der in den USA lebende und mit Wurzeln aus Uruguay/Argentinien verankerte Soundkünstler Federico González Peña eine entscheidende Rolle. Denn beide gemeinsam treffen nicht nur ins Schwarze, sie ergänzen sich auch musikalisch und schenken uns ein passgenaues Album.
Die Vielseitigkeit lässt bereits im zweiten Stück „Da Fire“ erahnen, was noch so alles kommen könnte. Ferdinand Kirner, Münchener Weggenosse Mersenys und Gitarrist frisst sich zwischen Altsaxophon und Synthi-Sound in die Gehörgänge.
„Lissen Here“ ist vielleicht der coolste Track, mit dem Hip-Hop-Soul-Rhythmus und der hier leicht verschärfen Stimme des Rappers Phonte Coleman, der sonst durch seinen eher weichen Bartion auffällt. Der Imperativ „Lissen here“ löst sich in der Ansammlung von fragmentarischen Wort- und Satzwallungen auf.
Der Sound ist von reiner urbaner Lebenswirklichkeit geprägt, der digitale, fast klinisch saubere Klang lässt jedoch das metropole Gefühl ein wenig entrücken, wir entfernen uns von denen da unten in der wuseligen Stadt und chillen auf einer höheren Ebene. Ein wenig Retro sind insbesondere die „World Traveller“-Themen und die „Untold Stories“. Die Erinnerungsfelder der 1970ger Jahre stützen die Entrückung zusätzlich. „Hey My Love“ vollzieht die Entfernung wiederum durch den eingemischten Ferngespräch-Effekt, das Altsaxophon schafft hingegen das direkte Nebeneinander und die Nähe, ebenso wie die gebetsmühlenartige Wiederholung der Stimmen im Kopf.
Fantastischer Abschluss ist „World Traveller Interlude3“. Das Downtempo-Stück zeigt die Bandbreite, er definiert die Musikerebenen ruhig aber deutlich und schafft einen derartig genialen Sound, dass eine weitere Steigerung zukünftig extrem schwierig sein dürfte.

Diese Generation verzichtet übrigens auf ein Text-Booklet, dafür ist ein Poster des Weltenbummlers zu finden und in den jeweiligen gefalzten Quadraten finden sich Kurzinfos zu den Stücken, Danksagungen etc.

Das Album liegt bei mir zur tägliche Vorlage – ein guter Start in den Tag oder den Abend.

Max Merseny: „World Traveller“
Max Merseny (Alt-Saxophon, Flöte, Synthesizer, Orgel, Klarinette, Schlagwerk-Programmierung, Gesang) / Federica González Peña (Produzent, Orgel, [Rhodes]-Piano, Bass, Percussion, Arrangement / Ferdinand Kirner (Gitarre)
Special Guests: Phonte, Wah Wah Watson, Gene Lake, Roger Rekless, Mike Scott, Alfredo Mojica, Tami Samantha Hayes.
Label: Enja
CD
EAN: 063757785521


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Vitali Gelwich
CD-Cover
alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

avatar Lena Baal
+4
 
 
Das hört sich so spannend, groovig und "lecker" an, die CD will ich auch!!!!!!!!!!!!!!
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Meinen Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Max Merseny: „World Traveller“

Mehr auf KulturPort.De

„Hereditary – Das Vermächtnis”. Horror als Gesamtkunstwerk
 „Hereditary – Das Vermächtnis”. Horror als Gesamtkunstwerk



Während Krisenzeiten lechzt das Kino-Publikum nach Schauder und Schrecken besonderer Art, der US-amerikanische Regisseur Ari Aster ist ein Meister darin.
Sein [ ... ]



Manfred Otto: Stein auf Stein dem Himmel entgegen.
 Manfred Otto: Stein auf Stein dem Himmel entgegen.



Ein DDR-Arbeiter gibt zu Protokoll: Mit Presslufthammer und Maurerkelle
Manfred Otto: Stein auf Stein dem Himmel entgegen. Aus dem Arbeitsleben eines Schornstei [ ... ]



„Together // Zusammen“ – Internationales Flair. Ausstellung im K 70
 „Together // Zusammen“ – Internationales Flair. Ausstellung im K 70



Was verbindet die Künstlerin Janine Gerber aus dem schleswig-holsteinischen Barnitz mit der Künstlerin Merav Shinn Ben-Alon aus der Weltstadt Tel Aviv? Abgeseh [ ... ]



Das Lied von der Erde. Über Transformation und künstlerische Prozesse
 Das Lied von der Erde. Über Transformation und künstlerische Prozesse



Das Hamburg Ballett führt in seinem diesjährigen Spielplan „Das Lied von der Erde“ von John Neumeier mehrmals in der Staatsoper Hamburg auf. 2015 wurde das [ ... ]



„Goodbye Christopher Robin”. Die Einsamkeit des A.A. Milne
 „Goodbye Christopher Robin”. Die Einsamkeit des A.A. Milne



Wie die legendären Abenteuer von Winnie-the-Pooh und dem Hundert-Morgen-Wald entstanden, schildert Simon Curtis ästhetisch virtuos in seinem Biopic über den S [ ... ]



Die poetischen Welten des Jürgen Nendza: „Das Tageslicht hockt über uns“
 Die poetischen Welten des Jürgen Nendza: „Das Tageslicht hockt über uns“



Der in Aachen lebende Lyriker Jürgen Nendza wird mit dem Christian-Wagner-Preis 2018 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Überreicht wird der Preis am 17. Novem [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.