Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 2587 Gäste online

Neue Kommentare

Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...
Fabian Drux zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Danke für den Hinweis auf einen wunderschönen F...
Wolfdietrich Arndt zu Weimarer Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helen Geyer erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande: Gestern war ich im Tietz in Chemnitz zu einem Vor...

CDs JazzMe

Edward Maclean: Me & You

Drucken
(108 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 06. Februar 2017 um 10:25 Uhr
Edward Maclean: Me & You 4.0 out of 5 based on 108 votes.
Edward Maclean Foto: Zara Zandieh/PR

Wenn eine Sängerin ein Album veröffentlicht: super! Wenn ein Pianist ein Album veröffentlicht: klasse! Wenn ein Gitarrist eine Platte veröffentlicht: toll! Wenn aber ein Bassist ein Album veröffentlicht: Muuuuusssss daaaassss sein!
Und das obwohl wir in der Jazz-Historie von Charles Mingus und Ron Carter über Stanley Clark und Jacko Pastorius bis Eberhard Weber jede Menge Sternstunden international erfolgreicher Bassisten erlebt haben.

Der 40-jährige Bassist Edward Mclean lässt sich von Vorurteilen nicht abschrecken. 2013 entfachte er mit seinem Debut-Album „Adoqué“ in der deutschen Musikszene einen regelrechten Begeisterungstaumel. Kritiker und Publikum waren sich einig: Ein neuer Stern am Jazzhimmel ist aufgegangen.
Und McLeans zweites Album „Me & You“ ist genauso ein Highlight wie das erste!!! Spielerisch dahin geworfene Soundteppiche, groovende Rhythmen und betörende Melodien wechseln sich ab. Ob modale Strukturen, HipHop-Reminiszenzen oder Afrobeats: Der Ex-Medizinstudent präsentiert eine musikalische Wundertüte, die von Zitaten nur so überquillt. Doch die ansteckende Spielfreude und die zeitgenössischen Sounds lassen seine Musik nie museal oder beliebig klingen.

Edward Maclean: CoverDer in Ghana geborene und im Rheinland gestrandete Bassist mit Berlin- und Hamburg-Erfahrung geht konsequent seinen Weg. „Me & You“ ist spielerischer als das Debut. Verschwunden das feste Korsett – doch die formgebende Struktur ist geblieben. So als hätte Mclean die Sicherheit gefunden, sich frei zu bewegen. Das ist Modern-Jazz mit Soul und R&B gemixt, der nicht in den 60er- und 70er-Jahren hängen blieb, sondern aktuell ist – und vieles aufgesogen hat, was zum Sound der letzten 20 bis 30 Jahre gehört.
Mein Anspieltipp ist der Titel „Gospel“ – der natürlich kein Gospel ist. McLean versteht das Stück als Verneigung vor dem Soulsänger Donny Hathaway: Herausgekommen ist ein verschleppter Killergroove, der einem den Draht aus der Mütze haut: Mclean goes Happy Metal?! Vielleicht wäre das ein Coversong für Metallica…

Gott sei Dank ist Mclean kein Egomane und repräsentiert, was die Jazzgeschichte von Anfang an auszeichnet: Offenheit. Trotz klassischer Ausbildung hat er als Session-Musiker von Peter Fox und den Söhnen Mannheims über Jazzanova und der TV-Begleitcombo von Jan Böhmermann bis zu Till Brönner eine enorme stilistische Bandbreite im Portfolio. Ein Vollblutmusiker der stilistisch (fast) alles mitmacht was ihn musikalisch weiterbringt.

Um Missverständnisse zu vermeiden, erklärt Mclean im Interview: „Es geht bei dem Albumtitel ‚Me & You‘ nicht um Romanze, Candlelight-Dinner oder ähnliches. Damit ist die Unmittelbarkeit und Interaktion der Face-to-Face-Kommunikation gemeint.“ Wunderbar: Verbal artikulieren kann er sich auch!

Edward Maclean: Me & You
CD
Label: R3w Records (Cargo Records)
EAN: 4250644832154
Hörprobe
YouTube-Videos:
Edward Maclean Me&You EPK
Edward Maclean Me&You live
Edward Maclean Me&You Track by Track


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Zara Zandieh/PR
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Kolumne > CDs JazzMe > Edward Maclean: Me & You

Mehr auf KulturPort.De

„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers
 Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers



Was für eine Horrorvorstellung: als Schauspieler die Stimme – als Fußballspieler die Füße – als Philosoph den Verstand – als Komponist das Gehör – u [ ... ]



Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“
 Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“



In seinem vierten Gedichtband „nachts leuchten die schiffe" beschäftigt sich Nico Bleutge mit unserer realen Welt in sieben Zyklen. Wie ein Jongleur wirft der [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen
 Aspekte Festival 2018: Different Trains. Eine Zeitreise zwischen Klängen, Bildern und historischen Filmschichtungen



Das 1988 vom amerikanischen Minimalmusiker Steve Reich komponierte Werk „Different Trains“ bildet den Ausgangspunkt einer Aufführung des London Contemporary [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.