Neue Kommentare

Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...
yolo 456 zu Die Juden vom Altrhein: man sollte einen artikel erst einmal lesen bevor ...
yolo123 zu Die Juden vom Altrhein: Das jüdische Leben in Deutschland ist vorbei und...
Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...

CDs JazzMe

Downbeat-Jazz – Das Trio Elf und die MusicBoxMusic

Drucken
(223 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 12. August 2016 um 10:09 Uhr
Downbeat-Jazz – Das Trio Elf und die MusicBoxMusic 4.2 out of 5 based on 223 votes.
Downbeat-Jazz  Das Trio Elf und die MusicBoxMusic

Vielseitigkeit ist nur einer von vielen Begriffen, den man für die neue Silberscheibe des Trio Elf zur näheren Bestimmung heranziehen kann. Weitere sind Experimentierfreude, Dynamikkreativität und Musiklyriker.
„MusicBoxMusic“, so der Titel des neuen Albums, das Ende August erscheint, wird nicht nur die Fans des Trios erfreuen. Es ist ein außerordentliches und warmherziges Substrat einer über zehnjährigen Geschichte. Zugegeben, es gibt einen Abgang (Sven Fuller) und einen Neuzugang in der Person von Peter Cudek am Bass, was wohltuend produktiv für das Trio gewirkt hat, ist das Repertoire nun nicht nur gehörig verändert, sondern auch qualitativ noch gesteigert worden. „Für uns ist es immens wertvoll, die Ruhe und gleichzeitig Kraft, die Peter Cudek einbringt, musikalisch umzusetzen“, sagt Walter Lang.

Das Trio Elf macht Laune – lebensfroh, schöpferisch, ernst bis humorvoll
Die „MusicBoxMusic“ steht für den lyrisch-expressiven Rhythmus seiner eingespielten und erfahrenen Musiker. Egal wie unterschiedlich die elf Stücke auch sind, sie nehmen allesamt die Hörer mit. Die Vielseitigkeit ist keine positive Entschuldigung für die notorisch skeptische Frage, ob es sich nicht eigentlich um Stilwillkür handeln könne. Nicht, wenn dialogische Reibung und Gegenüberstellung Teil des Konzepts sind und die Kombination expressis verbis definiert ist. Auffallend neu – und dies wird auch von den Machern so formuliert – ist die „Parität der Kompositionen“ neben der, der Instrumente. Auch dies beides sorgt für die besagte Vielseitigkeit.
Walter Lang: „Gerwin Eisenhauer wurde durch Peter Cudek regelrecht dazu animiert, eigene Kompositionen zum Album beizusteuern. Das Ergebnis ist für mich beeindruckend“.

Nach 46-Minuten ist man hellwach und mitgerissen
Trio Elf MusicBoxMusic CoverDem ruhigen groovigen Klang von „Emptiness“ (von Peter Cudek), des ersten Stücks des Albums, wird gleich beim nachfolgenden „Krumm“ (Gerwin Eisenhauer) ein scharfkantiger, etwas exaltierter Sound gegenübergestellt. Nicht allein die Rhythmen und Taktwechsel sorgen für Dynamik, auch die Aneinanderreihung der Stücke auf der CD tun dies.
Unerwartet meint man bei „Salutation to the Sun“ (Peter Cudek) einer Johann Sebastian Bach-Komposition im Intro zu lauschen oder bei „Dança da Fita“ einer vergnüglich aufgezogenen singenden Spieluhr (music box) im Opener folgen zu können. Humorvoll bis selbstironisch sind die Musiker dort, wo es das Wort-Sinn-Spiel zwischen der Jazz-Polizei und „The Elf Police“ (Walter Lang) gibt. Das harmoniegeladene Stück lebt von seiner Unaufgeregtheit, beschreibt in seinem Klangvolumen vielmehr spielerische Normalität, als einen erhobenen Zeigefinger oder Belehrungszwang.
Rhythmusbetonte Stücke wie etwa „Tripolis“ und „Usain“ (beide Walter Lang) interagieren mit zeitlosen, langsam Dynamik-aufbauenden Werken wie „Stadium“ (Gerwin Eisenhauer) oder mit sonoren ruhigen Klängen bei „Lullaby for a Weakling Child“ (Gerwin Eisenhauer). Letzteres erinnert in seiner musikalischen Idee an die immer wiederkehrende Titelmelodie im Film „Night on Earth“ von Jim Jarmusch.
„Suq“ (Walter Lang) schließt „MusicBoxMusic“ mit einer sehr eingängigen Melodie ab. Geschwindigkeit impliziert hier den arabischen quirligen Markt, der zwischen Neugierde, Suche und Jagdinstinkt oszilliert.
Überhaupt sind mindestens drei Titel mit arabischen Wurzeln versehen (Tripolis, Usain und Suq). Ob es dafür Gründe gibt? „Assoziative“, sagt Walter Lang: „erst beim Hören der Musik kamen wir auf die Titel. Bei ‚Tripolis’ erschien mir nach dem Hören des Stücks das innere Bild der libyschen Hauptstadt. ’Usain’ spielt auf den Jamaikanischen Sprinter Usain Bolt an, dessen Geschwindigkeit ich im Stück wiederfand. Und bei ‚Suq’ inspirierte mich eine Reise nach Istanbul vor einiger Zeit.“

Trio Elf: MusicBoxMusic
Gerwin Eisenhauer (Drums), Walter Lang (Piano), Peter Cudek (Bass)
CD
Label: yellowbord / enja
EAN: 767522776522
VÖ: 30.8.2016
YouTube-Video:
Trio Elf records Suq (Walter Lang jun.) at Nilento Studios


Abbildungsnachweis:
Header: © Trio Elf/PR
CD-Cover
alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Downbeat-Jazz – Das Trio Elf und die MusicB...

Mehr auf KulturPort.De

„Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ – Eine Zeitreise in das Mittelalter
 „Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ – Eine Zeitreise in das Mittelalter



Einer der berühmtesten Chronisten des Mittelalters war Thietmar von Merseburg (975-1018). Unter den römisch-deutschen Kaisern Otto III. bis zu Heinrich II. war [ ... ]



Elisabeth Weinek: „Was Sie sah“ – Andalusien, Marokko, Iran
 Elisabeth Weinek: „Was Sie sah“ – Andalusien, Marokko, Iran



Passend zur Festspielzeit werden in der Margarethenkapelle von St. Peter, eine der ältesten Kirchen Salzburgs, Fotografien gezeigt, die sich als „interkulture [ ... ]



Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte
 Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte



Auch heute noch geschehen beglückende Wunder: Mit 80 Jahren veröffentlichte die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ihren ersten Roman unter dem Titel „Schwal [ ... ]



Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National
 Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National



Thierry! – allein sein Vorname löst in Luxemburg schon entzücken aus und wird mit der Addition von „National“ zum Kult. In Deutschland und Österreich fr [ ... ]



„Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls
 „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls



Samuel Moaz kreiert mit dem Antikriegsdrama „Foxtrot” einen atemberaubenden ästhetischen Kosmos: zornig, visuell kühn, emotional hochexplosiv, oft grausam, [ ... ]



Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“
 Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“



Das Stück brillant, die Schauspieler große Klasse, die Inszenierung rundum gelungen und der kleine Saal der Komödie Winterhuder Fährhaus restlos ausverkauft. [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.