Neue Kommentare

Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...
Frank-Peter Hansen zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Im Spätherbst letzten Jahres anlässlich einer S...
bbk berlin zu Dortmund geht neue Wege bei der Kunst-Förderung: Die Berliner Künstler*innen freut es sehr, dass ...
Markus Semm zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Sehen Sie: Der Unterschied zw. Heidegger und Cass...
Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Drucken
(329 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 28. September 2015 um 13:31 Uhr
Stefan Gwildis: Alles dreht sich 4.7 out of 5 based on 329 votes.
Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Zu viel Alkohol, ein Drehwurm nach albernen Spielchen oder umwerfende Veränderungen – und plötzlich heißt es: Alles dreht sich. Stefan Gwildis sieht jede Menge Bewegungen und ist selbst in Bewegung, das will er mit seinem neuen Album zeigen. Dabei will er kleine, alltägliche musikalische Begegnungen anbieten – mit ordentlich Liebe und einer Handvoll Geschichten. Zusammen mit Tobias Neumann (p) und Martin Langer (dr) dreht er sich seinen Fans in den Gehörgang.

alles dreht sich Gwildis CoverRuhig, bestimmt und gelassen klingt zum Beispiel seine Liebeserklärung an das Meer. Und jeder wird ihm folgen können. Nicht nur hier will Gwildis noch den Dreh zur Freiheit unterbringen. Dabei reicht schon, was da ist: Wellen, Wind und Weite. Elemente pur, in klare Töne gefasst.
An anderer Stelle wird’s brasilianisch und textlich schon fast skurril: Deutsche versinnbildlicht durch Vulkane? Rhythmus als leidenschaftliche Herzensangelegenheit entfesselter Teutonen? Naja, davon ist die Mehrheit der Einheimischen noch ein wenig entfernt. Aber: Alles dreht sich ja. Wer weiß, was Gwildis da anstößt… Heiter-perlende Melodiebögen, die von Zuckerhut und Strandschönheiten künden, sind für den Anfang auch ganz schön.

Musikalisch wirft Gwildis jedoch vor allem Bewährtes, Wohlgelittenes in die Waagschale. In einigen Phrasen scheint man vorherige oder frühere Gwildis-Songs zu erkennen. Immerhin: Ein verspieltes Intro, ein anderer kecker Text – zumindest lässt sich das durchhören. Leicht und frei, entspannt.

Und der Doppelhaushälften-Alltag, den Gwildis samt dunkel-schmachtendem Bofrost-Mann in einem seiner Songs beschreibt, hat Auswirkungen – in den Mundwinkeln. Wenn auch ein paar Klischees nicht zu überhören sind. In „Handvoll Liebe“ wirft Gwildis dann Gefühle und Irritationen übers Anders-Sein in die Welt, die auf jeden Fall schmunzeln und nachdenken lassen.

Der Sänger schwelgt bei all dem in Soul-Gefilden. Manchmal fällt auch ein Quäntchen Jazz mit ab. „Ganz nah bei sich“ sei er, eröffnet der Pressetext.

Die Bilder zum Album sollen übrigens in Lissabon entstanden sein. Sieht man nicht. Und hat mit der neuen Silberscheibe auch irgendwie nix zu tun. Obwohl: Lissabon dreht auch. Und Geschichten aus dem Leben hat die Stadt mindestens so viele wie Hamburg, das auf der CD mehrfach liebevoll erkennbar wird.

Am besten gefällt mir die neue Gwildis-CD, wenn es ruhiger, ernster wird. Das hat was von … dem genau richtigen Dreh. Aber für Fans gilt natürlich: Alles dreht sich.

Stefan Gwildis: Alles dreht sich
Label: 105Music, 2015
EAN: 888430238923
Hörprobe


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfoto Stefan Gwildis: Sandra Ludewig
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Stefan Gwildis: Alles dreht sich

Mehr auf KulturPort.De

Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung
 Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung



Eigentlich bin ich nicht besonders scharf auf Krimis. Wenn sie allerdings sehr gut sind, relativiert sich das. Wahrscheinlich befinde ich mich tief im Mainstream [ ... ]



„Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen
 „Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen



„Waves” ist ein visuell waghalsiger Kraftakt, überwältigend, mitreißend, voller Zärtlichkeit, trügerischer Hoffnungen und zerborstener Träume. US-Regis [ ... ]



Egon Friedell: Der Schatten der Antike
 Egon Friedell: Der Schatten der Antike



82 Jahre nach dem Freitod Egon Friedells liegt – endlich! – das letzte Kapitel seiner „Kulturgeschichte des Altertums“ vor, und jeder, dem die Gedanken d [ ... ]



Horst Hansen Trio: Live in Japan
 Horst Hansen Trio: Live in Japan



Nix da Japan – Krefeld (クレーフェルト). In solchen pandemischen Zeiten reist man nicht und wenn, dann nur virtuell. Spielerisch, alles ist spielerisch  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.