Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

CDs JazzMe

Till Brönner: The Movie Album

Drucken
Freitag, den 17. Oktober 2014 um 13:31 Uhr

Till Brönner: The Movie Album

Momente, Szenen, Bewegendes einfangen – das will Till Brönner mit seiner neuen Veröffentlichung wieder einmal. Diesmal geht es darum, was rings um Filmhits aller Couleur in Erinnerung bleibt – bei jedem mit einem sehr eigenen Bild. Brönner geht es etwas leichter an als andere – geschmeidiger, ruhiger, auf keinen Fall aber weniger emotional. Dramaturgisch genau stellt er einen Filmsong hinter den anderen, klassische wie neuzeitlichere, mal mit Jazzband, mal mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Man meint, er male ein Bild.


Offenbar hatte er schon länger vor, besondere Filmtitel der letzten Jahrzehnte in einem Album zusammenzufassen – zeitgemäß oder lustvoll bearbeitet, manchmal auch zarter, reduzierter als das Original.

Till Brönner: The Movie AlbumWie das klingt? – Wie „Raindrops“, das Brönner auch mit eigener Stimme bereichert, so soft, so gefühlvoll, dass man fragen muss: Ist das noch Regen oder sind es Tränen, die da aus den Wolken/den Boxen tropfen? Und: Hab ich das gehört oder tatsächlich schon gespürt?
Ein echtes Schmankerl auch „Moon River“. Der vielgehörte und -gecoverte Song erscheint in der Brönner-Version (mit Lizzy Cuesta) weder banal noch ausgeleiert. Er bietet vielmehr den kleinen Hör-Hocker, der selbst hundertfach wiederholte Erinnerungen mit Glanz, Größe und Extravaganz versieht.

Selbst „As time goes by“ schleicht sich ins Unterbewusstsein wie ein langer, schöner Traum. Und auch Celine Dions Titanic-Ode „My heart will go on“ behauptet sich – Untergehen noch schöner, ohne Schmalz, dafür mit sanfter Brise. Pharrell Williams‘ „Happy“ gibt’s als Bonus noch zum Schluss. Kaum jemand weiß den Titel des Streifens, den er musikalisch zierte, seit er die Hitlisten erstürmte (“Ich – Einfach unverbesserlich 2″). Der Song ist hier ein Bonbon, das man gern bis zum letzten Ton lutscht – fröhlich, beglückt, happy.

Eigentlich ist die CD wie gemacht für eine relaxte Stunde auf der Couch. Brönner erzählt mit der Trompete Geschichten – altbekannte und welche zum Wiederentdecken, leicht, beschwingt und wie umrahmt von Kerzenschein. Aber auch für den Familienabend mit Filmeraten ist die CD großartig. Man kommt so herrlich ins Erzählen: „Ach ja, das war doch der, wo der Gangster den Mann abfing, um…“ Ein Spaß, der ganz sicher generationenübergreifend ist – wie gute Musik ja auch. Das macht die CD auf jeden Fall zu etwas Besonderem. Dazu tragen auch die musikalischen Gäste bei: Gregory Porter, Joy Denalane und einige amerikanische Spitzenmusiker, die Brönner in L.A. auftat.

Dennoch: Es sind massenkompatibel-bekannte Soundtracks mit breitem Akzeptanzfaktor. Und so schön der Ausflug in die Filmwelt auch nachklingt, mein Kopfkino hatte mir vom Ausflug in die Eastwest Studios in L.A. mehr Brönner, mehr Eigenes vorgegaukelt. Na gut, vielleicht beim nächsten Mal, ja?

Videos von Till Brönner

Hörproben und Video

Label: We Love Music, 2014
Bestellnummer: 5646917

JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Till Brönner: The Movie Album

Mehr auf KulturPort.De

100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch
 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch



Eine Handschuh-Aktion passt wie die Faust aufs Auge, wenn die lettische Hauptstadt Riga, der baltische Staat Lettland und der Rest der Welt heute, am 18. Novembe [ ... ]



Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher
 Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher



Wie muss man sich eine Person vorstellen, die Freunde und Kollegen als „Naturereignis“ bezeichnen?
In jedem Fall als einen charismatischen Menschen mit üb [ ... ]



Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.