Neue Kommentare

Dagmar Reichardt zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: Danke, lieber Herr Cvek! Ja, das war ein wirklich...
Klaus Schenkelberg zu Nachruf auf Kammersänger Theo Adam: Ich bin der uneheliche Sohn von Theo Adam, geb. 1...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und heute trifft mich die Nachricht vom Tod diese...
Stephan Thieken zu Symposium in Weimar: „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“: Dieses Symposium war das furchtbarste welches ic...
Hermann Funk zu Goethe-Institut begrüßt neues „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“: Mehr Geld und Infrastruktur für die digitale Lex...

Hamburger Architektur Sommer 2019


CDs JazzMe

Maria Baptist - Self-Portrait

Drucken
Mittwoch, den 24. September 2014 um 13:23 Uhr
Maria Baptist - Self-Portrait

Riskant, solch ein musikalisches Selbst-Portrait. Natürlich gibt jeder (wahre) Künstler mit seinem Werk ein Stück seiner Seele preis, doch wer gleich einem ganzen Album den Titel „Self-Portrait“ verpasst, der weckt beim Zuhörer nicht nur Neugier, sondern auch Erwartungen. An eine vielfältige Musiker-Persönlichkeit und eine ganz eigene Note, an Erkundungen, ja Offenbarungen des musikalischen Ichs – gerade im Jazz.

Wenn Maria Baptist nun also ihr angestammtes Klaviertrio verlässt und solch einen pianistischen Seelen-Striptease hinlegt, lässt dies aufhorchen: Wie mag es wohl aussehen hinter dem unprätentiösen Äußeren der Berlinerin? Wie tief lässt sie uns in ihr Inneres blicken? Und vor allem: Was verbirgt sich dort an künstlerischer Kreativität und Einfallsreichtum?

Maria Baptist - Self-PortraitUm es kurz zu machen: Ich habe mich schlicht verliebt in dieses Selbstportrait. In ihre unendliche, oft traumversunken melancholisch gefärbte Leichtigkeit des Tasten-Seins, in einen schier endlosen Strom von Liebe und Traurigkeit, Sehnsucht und Zerbrechlichkeit, der ihren Stücken entspringt. In ihre emotional-romantischen wie lyrischen oder rhythmisch-vitalen Klang-Schöpfungen, deren freien Spiel mit dem Material die Pianistin zwar Grenzen setzt, doch deren impressionistische Farben und Sinnlichkeit einfach betören. Melodische Motive, Klangwolken, Akkorde und Rhythmen verwandeln sich da in bisweilen magische Zitate eines Lebens – ihres Lebens, das poetische Schönheit ebenso kennt wie wunderbar schlichte melodiöse Hingabe.

Dabei erfindet sie das Genre keineswegs neu, fügt mal einen Hauch von Blues und Klassik, mal ein eingängiges Popballaden-Thema oder auch Folk-Anleihen unter ihre Musik. Doch wie Maria Baptist aus diesem Allgemeingut etwas ganz Persönliches formt, jeder dieser Stimmungs-Miniaturen ein ganz eigenes Timbre verleiht und auf den Tasten ihrer Phantasie einen freien Lauf lässt, der weit über die schlichte Dreiklangsharmonik hinausgeht: Das macht aus Songs wie „Roof Garden“ oder „Blue Hour“ wahre Kleinode. Und so wünsche ich mir insgeheim, diese Kleinode mögen mir in ihrer bisweilen entrückten Intimität bald einmal in einem Konzert begegnen – ganz allein, nur mit dieser Seelenzauberin am Flügel.


Label: Maria Baptist Music/Soulfoud
Bestellnummer: 5860760

Video mit Ereläuterungen der Künstlerin
Hörproben


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Anna Baptist
CD-Cover

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > CDs JazzMe > Maria Baptist - Self-Portrait

Mehr auf KulturPort.De

Irr-Real: Der Zeichner Carl Julius Milde im Lübecker Behnhaus
 Irr-Real: Der Zeichner Carl Julius Milde im Lübecker Behnhaus



Der Name von Carl Julius Milde (1803–1875), einem gebürtigen Hamburger, ist vor allem mit Lübeck verknüpft, wohin er als Mittdreißiger zog, um am Katharine [ ... ]



„Vorhang auf für Cyrano”. Alexis Michaliks Huldigung an chevalereskes Dichtertum
 „Vorhang auf für Cyrano”. Alexis Michaliks Huldigung an chevalereskes Dichtertum



Die Filme von Steven Spielberg und Robert Zemeckis waren unverzichtbarer Teil seiner Kindheit. Jene Blockbuster setzte sich Alexis Michalik später als Maxime f [ ... ]



Welt im Umbruch – Kunst der 20er Jahre
 Welt im Umbruch – Kunst der 20er Jahre



Ist es wieder soweit? Ja, zweifellos. Schon vor hundert Jahren war „Die Welt im Umbruch“, wie die großangelegte Ausstellung im Bucerius Kunst Forum heißt.  [ ... ]



„Geist über Materie. Die erstaunliche Wissenschaft, wie das Gehirn die materielle Realität erschafft“ – Dawson Church
 „Geist über Materie. Die erstaunliche Wissenschaft, wie das Gehirn die materielle Realität erschafft“ – Dawson Church



Ausbruch aus der Trance. Eine satirische Buchbetrachtung von Harry Popow.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“. Hei [ ... ]



Pingxi Sky Lantern Festival
 Pingxi Sky Lantern Festival



Chinesisches Neujahr und Frühjahrsfest – eine Reise durch die Feuerwerks- und Laternenfestkultur Taiwans – Teil 3/3

Es ist, selbst wenn viele Besucher ko [ ... ]



Antike Bilderwelten - Was griechische Vasen erzählen
 Antike Bilderwelten - Was griechische Vasen erzählen



Die aktuelle Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg plaudert viele Geheimnisse aber auch Altbekanntes aus: Dass der griechische Göttervater Zeu [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.