Neue Kommentare

Marion Hinz zu Dorothy Parker: „Denn mein Herz ist frisch gebrochen“ – Zwischen Sehnsucht und Satire: Lieber Herr Blumenbach, Ihr Kommentar freut mich ...
Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: falsch, das erste Konzert der Tour hatte lange vo...
Ulrich Blumenbach zu Dorothy Parker: „Denn mein Herz ist frisch gebrochen“ – Zwischen Sehnsucht und Satire: Vielen Dank für die schöne, fundierte und zitat...
Herby Neubacher zu Kang Mu-xiang: „Unlimited Life“ – Monumentale Plastik auf Hamburgs Rathausmarkt: Schoen das der Bauschutt aus Taipeh ein neues Zuh...
Herby Neubacher zu Zu Ehren von John Neumeier: Nijinsky-Gala: ... und ausserdem steht Neumeier fuer den geschma...

Follow Book

Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle

Drucken
(77 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 16. November 2017 um 10:49 Uhr
Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle 4.3 out of 5 based on 77 votes.
Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer Kontrolle

Dieser Thriller hat es in sich. „Das Erwachen“ bestätigt all unsere Ängste und Befürchtungen: Maschinenintelligenz (MI) bemächtigt sich der Künstlichen Intelligenz (KI) und somit der Menschenintelligenz.
In seinem 736 Seiten starken Zukunftsroman behandelt Andreas Brandhorst ein brandaktuelles Thema der Wissenschaft: Wann werden Maschinen uns übertrumpfen und was wird das für unser Leben bedeuten?

Der Alptraum beginnt, als der ehemalige Hacker Axel versehentlich ein Computervirus freisetzt. Von Kenia aus verbreitet es sich rasend schnell im Internet und vernetzt unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt. Ein kleines Programm mit großer Wirkung: Alles gerät außer Kontrolle. Auf sämtlichen Kontinenten häufen sich Störfälle. Die Infrastruktur kommt zum Erliegen. Regierungen geben sich gegenseitig die Schuld. Die geopolitische Lage wird immer gefährlicher: In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Diese Horrorzukunftsvision beschreibt Bestsellerautor Andreas Brandhorst auf spannende Weise, gespickt mit viel Hintergrundwissen: Die verschiedensten vorstellbaren und kaum vorstellbaren Szenarien werden beleuchtet. Unterschiedlichste Personenkonstellationen verfolgen unterschiedlichste Interessen und Ziele. Sie tun dies in kleinen Gruppen. Ihre Aktionen ziehen große Kreise, die weit über unsere vorhandene und vorstellbare Welt hinausreichen.

Cover Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Maschinenintelligenz außer KontrolleKünstliche Intelligenz, Evolution, Plan der Natur – das sind die großen Themen dieses Zukunftsromans, den der Autor selbst als Gegenwartsroman bezeichnet. An einer Stelle im Buch heißt es: „Vom evolutionären Standpunt aus gesehen sind intelligente Maschinen wesentlich sinnvoller als biologische Intelligenz.“ (S. 666). Maschinen sind Hitze und Kälte gegenüber wesentlich unempfindlicher als Menschen. Maschinen sterben nicht. Menschen tun dies bekanntlich. Maschinen können dauerhafter repariert werden als der Mensch. In diesem Sinne seien Maschinen die besseren Menschen, so der Autor. Der Maschinenintellekt sei nicht einmal an einen Körper gebunden. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde eine Maschinenintelligenz die biologische Zivilisation überdauern, die sie erschaffen hat.“ (S. 667) Was geschieht dann mit uns? Fragen über Fragen, deren möglichen Antworten wir mit Hilfe eines Romans wie „Das Erwachen“ durchaus näherkommen können.

Bei keinem anderen seiner Romane seien die Recherchen so aufwändig, intensiv und faszinierend gewesen wie bei „Das Erwachen“, sagt der Autor selbst. Es geht – grob gesagt - um Künstliche Intelligenz und globale Vernetzung. In erster Linie denkt jeder bei Begriffen wie diesen an das uns bekannte Internet. Doch unser sogenanntes World Wide Web ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter liegt das Deep Web - ungleich größer als das uns vertraute Internet - und wiederum darunter befindet sich das Darknet. „Für eine Maschinenintelligenz wäre das Deep Web ein gewaltiger Schatz, der das gesamte Wissen der Menschheit enthält“, so Andreas Brandhorst.

Der Autor hat sich mit den vielfältigen Facetten dieser Thematik inklusive deren Problematik beschäftigt, bevor er den Roman zu schreiben begann. Bestsellerautor Brandhorst hat in Wissenschaftsmagazinen zu aktuellen Forschungen recherchiert und zahlreiche Fachbücher gelesen. Wer sich auch als Leser tiefer in die Materie hineinbegeben möchte, der findet auf der Webseite des Autors die entsprechenden Buchtipps. https://andreasbrandhorst.de/. „Science-Fiction gibt mir als Autor die größtmögliche Freiheit“, sagt er in einem Interview. Seinen Thriller „Das Erwachen“ bezeichnet er selbst nicht als Science-Fiction, sondern als Gegenwartsroman. Hat die Zukunft für ihn, für uns alle schon begonnen? Das große Zukunftsthema dieses Buches beschäftigt und bannt viele Leser sicher auch nach der Lektüre noch für einen längeren Zeitraum. So kann es einen Beitrag leisten, unsere Umwelt, unsere Welt behutsamer und wachsamer wahrzunehmen – und somit bestenfalls positiv zu verändern. Gut, wenn Literatur das kann!

Andreas Brandhorst, Das Erwachen. Thriller

Piper Verlag, München 2017
ISBN: ISBN: 978-3-492-06080-6
Paperback, 736 Seiten, 16,99 Euro | E-Book
Leseprobe
Weitere Informationen auf der Homepage von Andreas Brandhorst

Vita
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, zählt zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Autoren unserer Zeit. Mit dem »Kantaki«-Zyklus gelang ihm der Durchbruch. Seither sind spektakuläre Zukunftsvisionen zu seinem Markenzeichen geworden. Mehrfach wurde sein Werk mit den bedeutendsten Preisen des Genres ausgezeichnet. Für seinen Roman „Das Schiff“ erhielt er 2016 den Deutschen Science-Fiction Preis in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt. (Quelle: Piper Verlag)


Abbildungsnachweis:
Header: Detail vom Buchumschlag
Buchumschlag, Piper Verlag

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Follow Book > Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ – Ma...

Mehr auf KulturPort.De

Weltmusikalisches Crossover – fließende Gefühle. Etta Scollo zum 60. Geburtstag
 Weltmusikalisches Crossover – fließende Gefühle. Etta Scollo zum 60. Geburtstag



Postmoderne Nomadin und transkulturelle Geschichtenerzählerin des 21. Jahrhunderts – die gesangliche und intellektuelle Künstlerkarriere von Etta Scollo vers [ ... ]



„The Happy Prince”. Rupert Everett und die Ästhetik der Melancholie
 „The Happy Prince”. Rupert Everett und die Ästhetik der Melancholie



Paris, 1898, der Regen prasselt auf die Tische des Straßencafés, nur ein älterer, etwas verwahrloster Mann sitzt draußen, geduldig darauf hoffend, dass noch  [ ... ]



Trio Laccasax: In Music At Home
 Trio Laccasax: In Music At Home



Einen Ort zu haben, an dem man zuhause ist, ist an Wert kaum zu überschätzen. Ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann, an dem man ganz selbst sein da [ ... ]



„Edgars und Aina Šēnbergi. Modernisti" im Lettischen Architekturmuseum Riga
 „Edgars und Aina Šēnbergi. Modernisti



Eine kleine, aber feine Ausstellung ist im Lettischen Architekturmuseum in der Altstadt von Riga zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten, Zeichnungen und Modelle des A [ ... ]



„The Cleaners” – Oder die Schattenindustrie digitaler Zensur
 „The Cleaners” – Oder die Schattenindustrie digitaler Zensur



Unsere Bilderflut ist apokalyptisch: Jede Minute 500 Stunden Video auf YouTube, 450.000 Tweets auf Twitter. Nicht alles was hochgeladen wird, bleibt. Die Silicon [ ... ]



Der wahre Reichtum – „Wir Sonnenkinder – Authentische Lebensbilder“
 Der wahre Reichtum – „Wir Sonnenkinder – Authentische Lebensbilder“



Vor mir liegt der Lebensbericht – der Autor Harry Popow nennt ihn „authentische Lebensbilder“ eines Zeitgenossen, der vom wahren Leben in der DDR berichtet [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.